SHL: Neuauflage des Finales von 2024

Das SHL-Finale steht – und es kommt zur Neuauflage des Endspiels von 2024. Nachdem Skellefteå AIK bereits am Mittwoch seine Halbfinalserie gegen Luleå Hockey in fünf Spielen eintütete, zog Rögle BK nun nach und machte ebenfalls in fünf Spielen den Sack zu. Auch für den deutschsprachigen Raum gibt es eine spannende Randnotiz.
Die Serie zwischen Rögle BK und den Växjö Lakers war über weite Strecken eine klare Angelegenheit – ein Klassenunterschied, der sich weniger im Scoreboard als im Spielbild manifestierte. Rögle diktierte Tempo, Raumaufteilung und Puckbesitz nahezu nach Belieben. Ihr Spiel: strukturgetrieben, kontrolliert, mit klarem Zugriff in allen drei Zonen. Alles Komponenten, die das typische Lakers-Eishockey seit Jahren prägen. Växjö hingegen fand nie in diese Struktur, blieb reaktiv und ein Plan B war nie zu erkennen.
Selbst der Sieg Växjös in Spiel 3 war eher dem Scheibenglück geschuldet als einer spielerischen Wende. Im entscheidenden Do-or-Die-Spiel offenbarte sich das Dilemma dann endgültig: Gerade einmal 12 Torschüsse vor heimischer Kulisse – zu wenig, um eine Serie zu drehen, geschweige denn ein dominantes Rögle ernsthaft zu gefährden.
Bei Rögle griffen sämtliche Systembausteine wie ein Schweizer Uhrwerk ineinander. Besonders bemerkenswert: das Secondary Scoring. Spieler aus den Bottom Six lieferten entscheidende Impulse. Daniel Zaar (1 Tor, 4 Assists) und Albin Sundsvik (4 Tore, 1 Assist) ragten heraus – beide führen aktuell sogar die Playoff-Scorerliste an. Zaar kommt auf 12 Punkte (5 Tore, 7 Assists), Sundsvik auf 10 (je 5 Tore und Assists).
Auf Seiten Växjös blieben hingegen zentrale Leistungsträger unter ihren Möglichkeiten. Lucas Elvenes (1 Assist) und Dennis Rasmussen (1 Tor) konnten dem Spiel kaum ihren Stempel aufdrücken und fanden gegen Rögles Struktur keine Lösungen.
Finalausblick: Favorit gegen Momentum
Auf dem Papier geht Vorrundenmeister Skellefteå AIK als Favorit ins Finale. Doch Rögle bringt Momentum und eine gehörige Portion Selbstvertrauen mit. Nach der Finalniederlage 2024 (4:1 für Skellefteå) dürfte die Motivation noch einmal zusätzlich gesteigert sein.
Damals hatte Rögle bereits eine spektakuläre Playoff-Reise hingelegt – über die Pre-Playoffs kommend, schaltete man erst Färjestad und anschließend Växjö jeweils eindrucksvoll im Sweep aus, bevor im Finale Endstation war.
In der Vorrunde gewannen beide Teams zwei der vier direkten Duelle. Für die Finalserie ist ein anderer Spielcharakter zu erwarten als im Halbfinale: höheres Tempo, mehr Physis und weniger kontrollierte Struktur.
DACH-Connection: Biber setzt Trend fort
Aus Sicht des deutschsprachigen Raums ist vor allem ein Name spannend: Gregor Biber. Der 19-jährige österreichische Verteidiger steht mit Rögle im Finale und setzt damit eine bemerkenswerte Serie fort.
2021 stand mit Moritz Seider ein Deutscher im SHL-Finale, vor zwei Jahren folgte der Schweizer Lian Bichsel – beide ebenfalls im grün-weißen Trikot von Rögle BK. Auch wenn der ganz große Wurf damals ausblieb, schafften beide den Sprung in die NHL.
Biber könnte nun der nächste in dieser Entwicklungslinie sein. Gedraftet wurde er bereits 2024 in der 4. Runde von den Utah Mammoth.










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