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Nathan MacKinnon entstammt der kanadischen Talentschmiede

Halifax Mooseheads – Wo NHL-Stars ihren ersten großen Schritt machen

Lesedauer: 5 Minuten
Nathan MacKinnon im Trikot der Halifax Mooseheads.
Nathan MacKinnon im Trikot der Halifax Mooseheads. (picture alliance / AP Photo | Liam Richards)

Neben einer ganzen Reihe an späteren NHL-Spielern gehörten auch zwei deutsche Verteidiger zum Kader des kanadischen Juniorenteams aus Nova Scotia.

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Wer an kanadisches Eishockey denkt, denkt häufig an die NHL, an volle Arenen und an legendäre Mannschaften wie die Montreal Canadiens oder Toronto Maple Leafs. Doch bevor die größten Talente des Landes in der NHL für Furore sorgen, führt ihr Weg nicht selten durch eine der kanadischen Juniorenligen.

Eine besonders interessante Adresse ist dabei Halifax, Nova Scotia. Die Halifax Mooseheads spielen in der Québec Maritimes Junior Hockey League (QMJHL) und haben sich über die Jahre einen hervorragenden Ruf als Talentschmiede erarbeitet. Einige der Spieler, die in Halifax ihre ersten großen Schritte machten, gehören heute zu den bekanntesten Namen des nordamerikanischen Eishockeys.

Nathan MacKinnon – vom Moosehead zum NHL-Superstar

Der wohl berühmteste Name in der Geschichte der Mooseheads ist Nathan MacKinnon.

MacKinnon kam 2011 nach Halifax und spielte dort von 2011 bis 2013. Schon als Junior war zu erkennen, dass hier ein außergewöhnliches Talent heranwuchs. Gemeinsam mit Jonathan Drouin führte er die Mooseheads zu einer der erfolgreichsten Spielzeiten der Vereinsgeschichte.

2013 gewann Halifax zunächst die Meisterschaft der QMJHL und anschließend den Memorial Cup – die kanadische Meisterschaft der besten Juniorenmannschaften. MacKinnon war dabei eine der prägenden Figuren.

Im selben Jahr wurde er beim NHL Draft an erster Stelle von den Colorado Avalanche ausgewählt. Dort entwickelte er sich zu einem der besten Spieler seiner Generation und gewann unter anderem 2022 den Stanley Cup.

Wie eng die Verbindung zu Halifax ist, zeigt eine besondere Ehrung: Die Mooseheads haben MacKinnons Trikotnummer 22 zurückgezogen.

Jonathan Drouin – ein weiteres Ausnahmetalent aus Halifax

MacKinnons kongenialer Partner bei den Mooseheads war Jonathan Drouin. Die beiden gehörten 2012/13 zu den aufregendsten jungen Spielern im kanadischen Eishockey.

Drouin wurde beim NHL Draft 2013 an dritter Stelle von Tampa Bay Lightning ausgewählt. Später spielte er unter anderem für Tampa Bay, Montreal und Colorado.

Besonders schön ist die Geschichte, dass MacKinnon und Drouin nach ihrer gemeinsamen Zeit in Halifax später auch in der NHL wieder Teamkollegen bei den Colorado Avalanche wurden. Die Mooseheads waren damit gewissermaßen der Beginn einer Verbindung, die sich Jahre später auf der größten Eishockeybühne fortsetzte.

Nikolaj Ehlers – europäisches Talent wird NHL-Star

Die Mooseheads sind aber keineswegs nur eine Talentschmiede für kanadische Spieler.

Ein hervorragendes Beispiel ist Nikolaj Ehlers aus Dänemark. Der schnelle Flügelstürmer spielte in Halifax und machte dort auf sich aufmerksam. Beim NHL Draft 2014 wurde er von den Winnipeg Jets ausgewählt.

Ehlers etablierte sich anschließend als gefährlicher NHL-Stürmer und wurde zu einem der bekanntesten dänischen Spieler in der NHL.

Damit zeigen die Mooseheads auch, dass ihr Konzept über Kanada hinaus funktioniert: Junge Spieler aus Europa können in Halifax Erfahrungen sammeln, sich gegen starke Konkurrenz entwickeln und den Sprung in die NHL schaffen.

Eine ganze Reihe späterer NHL-Spieler

MacKinnon, Drouin und Ehlers sind nur die prominentesten Beispiele. Die Liste ehemaliger Mooseheads, die später mindestens ein NHL-Spiel bestritten haben, ist deutlich länger.

Dazu gehören unter anderem Jean-Sébastien Giguère, Jody Shelley, Andrew Bodnarchuk, Joe DiPenta, Martin Frk, Justin Barron und Elliot Desnoyers.

Das macht die Mooseheads zu einem faszinierenden Verein: Man sieht in Halifax nicht nur Junioren-Eishockey, sondern erlebt Spieler in einer Phase ihrer Karriere, in der aus großen Talenten zukünftige Profis werden.

Und was ist mit den Deutschen?

Auch Deutschland hat seine Spuren in Halifax hinterlassen.

Besonders bemerkenswert ist Konrad Abeltshauser. Der Verteidiger aus Bad Tölz kam 2009 zu den Mooseheads und war der erste in Deutschland geborene Spieler in der Geschichte des Vereins.

Abeltshauser entwickelte sich in Halifax hervorragend. In der Saison 2012/13 war er ein wichtiger Bestandteil jener Mannschaft, die QMJHL-Meister wurde und anschließend den Memorial Cup gewann. Im NHL Draft 2010 wurde er von den San Jose Sharks ausgewählt.

Auch wenn es für ihn letztlich nicht zu einem NHL-Einsatz kam, absolvierte Abeltshauser anschließend mehrere Jahre im nordamerikanischen Profibereich und kehrte später nach Deutschland zurück. In der DEL wurde er zu einem wichtigen Spieler von Red Bull München und gewann dort mehrere Meisterschaften. In der neuen Saison streift er für die Löwen Frankfurt das Trikot über.

Carlos Händel – der nächste Deutsche in Halifax

In jüngerer Vergangenheit sorgte erneut ein deutscher Verteidiger für Aufmerksamkeit: Carlos Händel.

Der in Erlangen geborene Rechtsschütze wurde 2024 von Halifax im CHL Import Draft ausgewählt. Damit setzte sich die Tradition deutscher Verteidiger bei den Mooseheads fort.

Händel verbrachte seine Nachwuchszeit unter anderem in Deutschland und Schweden, bevor er den Schritt nach Nordamerika machte. Bereits in seiner ersten QMJHL-Saison sammelte er als Rookie-Verteidiger 26 Punkte in 52 Spielen und machte damit auf sich aufmerksam. Nach ebenfalls konstanten Leistungen in der Saison 2025/26 haben ihn die Kölner Haie für die anstehende Spielzeit unter Vertrag genommen.

Besonders interessant: 2025 wurde Händel von den Montreal Canadiens im NHL Draft ausgewählt – ein weiterer Beleg dafür, dass Halifax für junge europäische Spieler ein Sprungbrett in Richtung NHL sein kann.

Mehr als nur ein Juniorenverein

Die Geschichte der Halifax Mooseheads ist deshalb weit mehr als eine Ansammlung von Statistiken und Draftpositionen.

Der Verein steht für einen Weg, den viele junge Eishockeyspieler gehen: Ein Talent kommt als Nachwuchsspieler nach Halifax, spielt vor begeisterten Fans, wächst sportlich und persönlich und versucht anschließend, den nächsten Schritt in Richtung Profieishockey zu machen.

Bei Spielern wie Nathan MacKinnon hat dieser Weg bis ganz nach oben geführt.

Und genau darin liegt der besondere Reiz der Mooseheads: Wenn man heute einen NHL-Star wie MacKinnon sieht, vergisst man leicht, dass auch er einmal ein junger Spieler war, der in Halifax davon träumte, irgendwann in der besten Liga der Welt zu spielen.

Die Mooseheads sind damit nicht nur ein Juniorenteam aus Nova Scotia – sie sind ein Stück der kanadischen Eishockey-Talentschmiede. Und vielleicht läuft in Halifax gerade schon der nächste zukünftige NHL-Star über das Eis.

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