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Die kleine Sommerserie, Teil 8

Was war vor 10 Jahren? Die Eishockey-Saison 2016/17

Lesedauer: 6 Minuten
In der Saison 2016/17 verteidigte der EHC Red Bull München mit Trainer Don Jackson die Meisterschaft erfolgreich.
In der Saison 2016/17 verteidigte der EHC Red Bull München mit Trainer Don Jackson die Meisterschaft erfolgreich. (Foto: dpa/picture alliance/Sven Simon)

Im letzten Teil unserer kleinen Sommerserie beleuchten wir die Saison von vor zehn Jahren. Ende April 2016 hatten sich das Team von EHC Red Bull München zum Deutschen Meister küren lassen und sieben Monate später wurde Donald Trump erstmals US-Präsident. Was niemand im Sommer 2016 ahnte, dass sich die Finalpaarung München gegen Wolfsburg ein Jahr später wiederholten sollte.

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Der Start war für die erfolgsverwöhnten Münchner jedoch durchwachsen. Gleich zum Auftakt gab es ein 1:3 in Köln und nach drei Siegen als Antwort ging man in Straubing mit 2:3 als Verlierer vom Eis. So ging es mit einigen Aufs und Abs weiter, bis sich im November endlich mal eine Siegesserie mit neun Erfolgen einstellte. Trotzdem standen die Münchner immer an der Spitze, machten es aber zum Ende noch einmal spannend, als sie kurz vor dem Hauptrundenende gegen den Mannheimer Verfolger zuhause mit 3:5 den Kürzeren zogen. Am Ende reichte es jedoch mit einem Punkt Vorsprung. Rang drei holte sich überraschend die Nürnberg Ice Tigers vor den Kölner Haien. Vizemeister Wolfsburg kam auf Platz fünf über die Ziellinie und den sechsten Platz holte sich, auch das eine Überraschung, Augsburg. Einen Vorgeschmack auf die kommenden Jahre lieferten die Traditionsvereine aus Düsseldorf und Krefeld ab. Die DEG konnte immerhin noch Rang 11 erreichen, während der KEV am Ende sich sogar den Iserlohn Roosters geschlagen geben musste und die Rote Laterne zu Hause aufstellen durfte.

In den Pre-Play-Offs zeigten sich die Berliner Eisbären wieder in Play-Off-Laune. Sie besiegten die Straubinger mit 2:0, erreichten das Viertelfinale und warfen danach Hauptrundenvizemeister Mannheim mit einem 4:3 aus dem Rennen. Der zweite Pre-Play-Off-Gewinner Bremerhaven (2:0 gegen Ingolstadt) hatte dagegen gegen die Münchner beim 0:4 keine Chance. Die zwei anderen Paarungen waren dagegen auch umkämpft. Nürnberg setzte sich mit 4:3 im Südderby gegen Augsburg durch und die leicht favorisierten Kölner mussten mit dem gleichen Endergebnis Wolfsburg den Vortritt lassen. Im Halbfinale war es dann mit der Berliner Play-Off-Herrlichkeit vorbei. Ein 1:4 gegen München beendete alle Träume und auch Nürnberg sah beim 2:4 gegen Wolfsburg kein Land. Im Finale zeigte sich dann, dass die Wolfsburger mit dem Erreichen des Finals ihre Power aufgebraucht hatten, so dass die Münchner ihre Titelverteidigung mit einem 4:1 (3:2, 3:2, 1:2, 7:2, 4:0) feiern konnten. Das Meisterteam von Red Bull München: Torhüter: Danny aus den Birken, David Leggio, Ilya Sharipov; Verteidiger: Konrad Abeltshauser, Daryl Boyle, Derek Joslin, Florian Kettemer, Deron Quint, Richie Regehr, Yann Sauvé, Matt Smaby; Angreifer: Keith Aucoin, Mads Christensen, Andreas Eder, Jerome Flaake, Jason Jaffray, Dominik Kahun, Maximilian Kastner, Brooks Macek, Jon Matsumoto, Frank Mauer, Steve Pinizzotto, Yannic Seidenberg, Michael Wolf, Tobias Wörle; Trainerstab: Don Jackson, Derek Mayer, Matt McIlvane.

In der DEL2 beherrschten auch die Finalteilnehmer der vorherigen Saison das Geschehen. Einziger Spielverderber waren die Löwen Frankfurt, die sich zwischen Bietigheim und Kassel nach der Hauptrunde platzieren konnten. Ansonsten hatte die zweithöchste Spielklasse durchaus Ähnlichkeiten mit der aktuellen Liga. Einzig der ESV Kaufbeuren, die Bayreuth Tigers, der SC Riessersee und die Heilbronner Falken waren damals noch dabei. Und dann gab es im Sommer 2016 noch einen Umbruch, mit dem zuvor keiner gerechnet hatten. Der DEL-Club Hamburg Freezers musste sich aus der Liga zurückziehen. Dessen Platz nahmen die Fischtown Pinguins Bremerhaven wahr, jener Klub, der im März 2016 im DEL2-Viertelfinale noch mit 3:4 an Dresden gescheitert war. Doch zurück in die DEL2. Hinter Kassel kamen noch direkt in die Play-Offs die Dresdner Eislöwen sowie Kaufbeuren und die Lausitzer Füchse. Einen starken Auftritt hatte auch Neuling Bayreuth Tigers hingelegt. Die Franken wurden auf Anhieb Achter und konnten sich, zusammen mit Freiburg, Riessersee und Ravensburg, für die Pre-Play-Offs qualifizieren. In die Abstiegsrunde mussten Bad Nauheim, Rosenheim, Heilbronn und Crimmitschau.

Und die Pre-Play-Offs gaben schon einen Vorgeschmack auf die Play-Offs, denn beide Paarungen gingen über die volle Distanz. Die sportlichen Favoriten Freiburg und Bayreuth setzten sich mit jeweils 2:1 durch, hatten dann aber im Viertelfinale gegen Frankfurt bzw. Bietigheim keine Chance. Auch Kassel hatte mit den Lausitzer Füchsen beim 4:1 keine Probleme. Die jedoch hatten die Dresdner, die sich den kampfeslustigen Kaufbeurern mit 3:4 geschlagen geben mussten. Das Halbfinale wurde dann zu einer recht langweiligen Angelegenheit. Die Bietigheim Steelers ebenso wie die Frankfurter Löwen entledigten sich ihrer Gegner, Kaufbeuren und Kassel, mit 4:0-Serien. So kam es dann zum Traumfinale zwischen dem Hauptrundenmeister Bietigheim und Frankfurt, und in diesem bewiesen die Hessen ihre Stärke, gewannen die Serie mit 4:2, wobei sie die ersten drei Begegnungen (7:5, 4:0, 4:2) gewannen. Danach kamen die Steelers mit einem 3:2 und 2:1 zurück, ehe die sechste Partie mit 5:2 an die Löwen ging, und damit der Meistertitel nach Frankfurt. Der Aufstieg in die DEL war damals jedoch noch nicht möglich.

Ebenso spannend wie die Meisterrunde ging es beim Abstieg zu. Während Bad Nauheim mit 4:1 deutlich gegen Crimmitschau gewannen, unterlagen die Rosenheimer etwas überraschend Heilbronn mit 2:4. Das war für die Bayern ein Schock und demoralisierte sie derart, dass sie im Abstiegsfinale gegen Crimmitschau zwar mit 2:1 in Führung gingen, danach aber drei Spiele in Folge verloren und somit die Liga verlassen mussten.

In der Oberliga traten im Norden gleich 16 Teams ein. Heute wäre dies ein Wunschwert. Der Hauptrundentitel ging dabei, etwas überraschend, an den Herner EV, der die Tilburg Trappers und die Füchse Duisburg, mit zehn Punkten Vorsprung hinter sich ließ. Die Plätze vier und fünf wurden von den Crocodiles Hamburg und den Moskitos Essen eingenommen, beide heute nicht mehr Oberligamitglieder. Halle und Leipzig folgten und dann kamen die Wedemark Scorpions vor den Hannover Indians durchs Ziel. In der anschließenden Meisterrunde behielt zwar Herne seinen Meisterstatus, aber dahinter überholten die Duisburger und Essener die Trappers und belegten die Ränge zwei und drei. Halle und die Wedemark kamen auf sieben und acht und in der Zwischenrunde Gruppe B setzten sich die Hannover Indians und Erfurt durch. Das bedeutete, dass es in den Pre-Play-Offs zum hannoverschen Duell zwischen den Wedemark Scorpions und den Hannover Indians kommen würde, was letztere mit 2:0 für sich entschieden. Halle gewann derweil gegen Erfurt mit 2:1.

Im Süden zeigten die Tölzer Löwen die beste Kondition. Nach der Hauptrunde noch fünf Punkte hinter den Selber Wölfe, hatten sie nach der Meisterrunde satte fünf Zähler Vorsprung auf die Selber. Auch die Plätze hinter den Porzellanstädtern sind in der Reihenfolge interessant. Es folgten nämlich Regensburg, Peiting, Deggendorf, Sonthofen, Weiden und Landshut. Immerhin eine Aufzählung mit drei heutigen Zweitligisten.

In den gemeinsamen Play-offs hatte am Ende der Norden die Nase vorn mit einem Team ohne Aufstiegsrecht. Die Tilburg Trappers setzten sich insgesamt mit 12:4 Siegen (jede Runde 3:1) durch, zuerst gegen die Crocodiles Hamburg und dann gegen die Selber Wölfe, den ERC Sonthofen und die Tölzer Löwen. Entscheidend war wohl der 3:2-Auftaktsieg in Bad Tölz, dem ein 2:0 in Tilburg folgte. Zwar konnten die Löwen mit einem 4:2 im dritten Spiel zurückschlagen, aber dann machten die Niederländer mit einem 4:3 in Spiel vier den Sack zu. Bereits vor Finalbeginn standen Tölzer Löwen als Aufsteiger in die DEL2 fest.

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