DEB-Frauen drehen Spiel und siegen zum Deutschland-Cup-Auftakt

Das war ein erfolgreicher Auftakt in den Deutschland-Cup 2025 für den Deutschen Eishockey-Bund. Los ging es am Mittwoch mit dem Turnier der Frauen, bei dem die DEB-Auswahl völlig verdient mit 3:2 (1:0, 0:0, 1:2, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gegen Frankreich gewonnen hat. Allerdings: Angesichts der lang andauernden Überlegenheit hätte es auch ein Sieg nach 60 Minuten sein können – oder gar müssen.
Während die deutschen Frauen bei der zurückliegenden Weltmeisterschaft den achten Platz belegt und damit den Klassenerhalt in der Top-Division erreicht hatten, wurden die Französinnen in der Division 1A nur Vierte, verpassten den Aufstieg allerdings nur knapp um einen Punkt. Technisch zeigte sich die deutsche Mannschaft im ersten Abschnitt klar überlegen. Deutschlands Torhüterin Sandra Abstreiter, die in der nordamerikanischen Profiliga PWHL zum Kader von Montreal Victoire gehört, musste erst in der 19. Minute erstmals eingreifen, war aber auf den Punkt da, denn der Tip-in-Versuch der Französin Lore Baudrit war brandgefährlich. Zuvor ließen die Deutschen allerdings zahlreiche Torchancen ungenutzt – die beste Gelegenheit hatte Franziska Feldmeier von den Eisbären Berlin, die bei ihrem Rebound gleich zweimal knapp scheiterte (14.). Der Druck des DEB-Teams wurde immer größer, in einem Powerplay ab der 16. Minute brannte es vor dem Gästetor lichterloh, der Puck fand aber nicht den Weg ins Netz. Dennoch gingen die Gastgeberinnen mit einer Führung in die erste Pause: Elf Sekunden vor der Sirene stand Emily Nix, die für den Frölunda HC in Schweden aufläuft, goldrichtig und staubte zum 1:0 ab.
Mit dem zweiten Abschnitt waren die DEB-Frauen dann weniger zufrieden. „Sandra Abstreiter ist eine Wand, das gibt uns viel Sicherheit“, sagte Verteidigerin Carina Strobel in der zweiten Pause gegenüber Magenta-Sport über die deutsche Torhüterin. „Ich bin aber der Meinung, dass von uns im letzten Drittel mehr kommen muss.“ Zwar waren die Deutschen auch in den zweiten 20 Minuten das bessere Team, doch Frankreich kam besser ins Spiel – das zudem etwas ruppiger wurde. „Das hatten wir aber auch genau so erwartet“, erklärte Strobel. Die beste deutsche Chance des Drittels hatte Kapitänin Daria Gleißner, die wie Strobel für den ECDC Memmingen spielt, als sie frei vor dem Tor zum Abschluss kam (30.).
Das Schlussdrittel begann bitter für die Gastgeberinnen: Bei einem Konter zog Emma Nonnenmacher einfach mal aus der Distanz ab – und glich zum 1:1 aus, weil Sandra Abstreiter am Puck vorbeigriff. In dieser Phase gab das DEB-Team das Spiel aus der Hand: Zunächst ließen die Deutschen ein Powerplay ungenutzt. Nachdem Frankreich wieder komplett war, zog Clara Rozier von der linken Bande nach innen und traf in den Winkel zum 2:1. In der Schlussphase hatten Laura Kluge (56.) und Celina Haider (57.) gute Chancen auf den Ausgleich, trafen aber nicht. Mit einer sechsten Feldspielerin auf dem Eis klappte es aber doch noch – und das auch noch besonders schick: Franziska Feldmeier legte zurück auf Laura Kluge (Boston Fleet, PWHL), die per Direktabnahme traf.
In der Overtime war das DEB-Team dann wieder klar tonangebend, die Probleme in der Effektivität setzten sich aber fort. So ging es ins Penaltyschießen, in dem Franziska Feldmeier, Laura Kluge und Celina Haider erfolgreich waren. „Das Spiel lief nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Franziska Feldmeier, die zur besten Spielerin der Partie gewählt wurde, „aber am Ende war es eine starke Leistung, wie wir zurückgekommen sind.“ Bundestrainer Jeff MacLeod sagte: „Es spricht für die Mannschaft, dass wir zurückgekommen sind.“
Zum Auftakt des Frauenturniers in Landshut hatte die Slowakei aus der Division 1A am Nachmittag mit 3:2 (0:2, 2:0, 1:0) gegen den WM-Top-Divisions-Absteiger Ungarn gewonnen.
Die deutschen Männer starten am Donnerstag, 6. November, in den Deutschland-Cup. Ab 19.45 Uhr heißt der Auftaktgegner Lettland. Die deutschen Frauen treffen am Freitag um 19 Uhr auf die Slowakei. Die Turnierspiele der Frauen und Männer werden bei Magenta-Sport übertragen.
Tore: 1:0 (19:49) Nix (Weichenhain, Strobel), 1:1 (42:12) Nonnenmacher (Galbrun), 1:2 (47:40) Rozier (Boudin, Duvin), 2:2 (58:55) Kluge (Feldmeier, Gleißner/6-5), 3:2 (65:00) Kluge(entscheidender Penalty).
Strafen: Deutschland 6, Frankreich 10.
Zuschauer: 1320.














