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Die kleine Sommerserie, Teil 4

Was war vor 50 Jahren? Die Eishockey-Saison 1976/77

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In der Saison 1976/77 wurde Erich Kühnhackl Deutscher Meister mit dem Kölner EC.
In der Saison 1976/77 wurde Erich Kühnhackl Deutscher Meister mit dem Kölner EC. (Foto: dpa/picture alliance/Roth)

Unsere kleine Zeitreise macht wiederum einen Sprung um zehn Jahre nach vorne, so dass wir uns jetzt im Sommer 1976 befinden. Wenige Monate zuvor, im Februar gab es bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck eine Riesenüberraschung, als Deutschland eine Medaille gewann. Hauchdünn, mit dem um 0,042 besseren Punktequotienten gab es Bronze, das punktgleiche Finnland landete auf dem undankbaren vierten Platz.

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In der Bundesliga hatte innerhalb der letzten zehn Jahre ein Wechsel stattgefunden. Die bis 1973 sportlich führenden südbayrischen Vereine mussten mit ansehen, wie der Westen sowie der Berliner SC die Führung an sich rissen. Ein Jahr zuvor war der Traditionsverein EC Bad Tölz abgestiegen und der Berliner SC hatte sich den Titel geholt. Und 1976/77 wurde es aus Sicht des Südens richtig schlimm. Der gebürtige Braunschweiger Jochem Erlemann hatte den Kölner EC als Präsident übernommen und wollte unbedingt den Meistertitel. Also holte er den besten deutschen Spieler an den Rhein, Erich Kühnhackl. Für die Rekordablösesumme von 650.000 DM kam dieser aus Landshut und sorgte schnell für Schlagzeilen. Am Saisonende kam der Wunderstürmer auf 73 Punkte, darunter 47 Tore und doch konnte er sich den Scorertitel nicht abholen. Den kassierte ein Kanadier, der noch heute bei vielen ein Träumen erzeugt, der Krefelder Dick Decloe. Der Holland-Kanadier hatte am Ende 75 Punkte, darunter sagenhafte 57 Tore, in seiner Bilanz stehen.

Die Verteidigerkrone ging an den Stabilitätsfaktor des KEC, an Udo Kießling, der zusammen mit seinem Vater Gerhard Kießling, ehemals Bundestrainer, in Köln erfolgreich wirkte. Bester Offensivverteidiger war ebenfalls eine bundesdeutsche Ikone, Ignaz Berndaner. Der Garmischer erzielte sagenhafte 21 Tore in der Saison 1976/77.

Die Vorrunde in der Bundesliga wurde jedenfalls am Rhein entschieden und da setzten sich die Kölner mit drei Punkten Vorsprung dem Krefelder EV durch. Die DEG landete auf Rang drei, Titelverteidiger Berliner SC auf vier. Und die Bayern? Die belegten die Ränge sechs bis zehn.

In der folgenden Meisterrunde zeigten dann die Kölner noch einmal ihre ganze Klasse. Dabei gab es zum Start in die Runde erst einmal eine Niederlage. Mit 4:3 gewann die DEG vor fast 11.000 Zuschauern an der Brehmstraße. Es war neben einem 3:5 gegen Landshut die einzige Kölner Niederlage und am Ende standen acht Punkte Vorsprung vor Krefeld auf dem Tableau. Eine Überraschung erbrachte noch der EV Landshut, auch ohne Erich Kühnhackl. Die Niederbayern unterlagen nur Bad Nauheim mit 2:7, holten 17 Punkte und krönten die Aufholjagd mit Platz drei im Endklassement.

Und am Tabellenende? Da die Punkte aus der Vorrunde mitgenommen wurden, hatte der SC Riessersee schnell den Klassenerhalt geschafft, hatte zum Ende gar 15 Punkte Vorsprung auf Füssen. Der EVF jedoch konnte am Ende froh über den achten Platz sein, denn er war in der Abstiegsrunde der schwächste Verein. Rosenheim schaffte mit einem Kraftakt den Erhalt, während Neuling Augsburger EV gleich wieder den Marsch in die Zweitklassigkeit antrat.

In dieser 2. Bundesliga kam es am Ende zu einer Überraschung, denn nach der Vorrunde führte noch der Favorit aus Bad Tölz die Runde an vor dem Mannheimer ERC und dem ESV Kaufbeuren. Vierter wurde übrigens jener Verein, der sich heute gerne als das „gallische Dorf“ bezeichnet, der EC Peiting. Dahinter gingen die beiden nördlichsten Ligavertreter über die Ziellinie, der EC Deilinghofen sowie der Duisburger SC. In der Meisterschaftsrunde schwächelten jedoch die Tölzer drastisch. Während die Kaufbeurer wie in der Vorrunde 31 Zähler holten und damit Meister wurden, konnte Bad Tölz lediglich 18 Punkte holen und auch Mannheim sicherte sich nur 19 Punkte, was am Ende Platz vier bedeutete. Die Überraschung hier kam aus Deilinghofen, einem Vorort von Hemer bei Iserlohn. Der ECD sicherte sich mit 26 Punkten im Schlussspurt Platz zwei hinter dem ESVK. Eigentlich wäre jetzt Kaufbeuren der rechtmäßige Aufsteiger gewesen, aber die Allgäuer verzichteten, sodass der EC Deilinghofen aufstieg.

In der Abstiegsrunde zeigte sich schnell, dass der TSV Straubing, der EV Landsberg und der EHC 70 München wenig mit dem Abstieg zu tun haben werden. Das entscheidende Spiel fand am 13. Februar 1977 in Nürnberg zwischen der SGN und dem EV Pfronten statt und ging mit 4:3 an den EVP. Damit musste sich die SG Nürnberg mit dem Oberligadritten um den Aufstieg messen und hier blieb die SG Nürnberg gegen den EHC Essen mit einem 8:8 und 8:5 vorne. Der Absteiger aus der 2. Bundesliga war der TEV Miesbach. Oberligameister und Aufsteiger wurde damals der ERC Freiburg, unter anderem mit Martin Angerer im Tor, den Abwehrspielern Bob Burns, Wilbert Duszenko, Jürgen Steckmaier und den Angreifern Ernst Köpf und Klaus Weber.

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