DEL-Vorschau 2026/27: Grizzlys Wolfsburg
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Am 17. September startet die Deutsche Eishockey Liga (DEL) in die neue Saison. Hockeyweb stellt täglich eine Mannschaft vor. Heute geht der Blick auf die Grizzlys Wolfsburg.
Nach Platz acht in der vergangenen Hauptrunde möchten die Grizzlys Wolfsburg in der Saison 2026/27 wieder einen Schritt nach vorne machen. Mit 73 Punkten sicherten sich die Niedersachsen im Vorjahr die Teilnahme an der ersten Play-off-Runde, mussten sich dort allerdings den Schwenninger Wild Wings geschlagen geben.
In den Jahren zuvor hat Wolfsburg zunehmend den Anschluss an die Spitzengruppe verloren. Ziel ist es, dauerhaft wieder zum oberen Mittelfeld der DEL zu gehören.
Trainer
Seit März 2026 ist Tyler Haskins als Cheftrainer für die Autostädter verantwortlich. Der ehemalige Kapitän übernahm zunächst interimsweise für Mike Stewart und erhielt anschließend einen Vertrag bis 2028. Haskins kennt den Verein bestens: Zwischen 2010 und 2018 führte er die Mannschaft selbst als Kapitän aufs Eis und arbeitete nach seiner aktiven Karriere als Scout und Assistenztrainer.
Nun steht seine erste komplette Saison als Headcoach bevor. Er muss seiner Mannschaft wieder eine eigene Handschrift und eine klare Spielidee vermitteln.
Tor
Im Tor setzen die Grizzlys auf Dustin Strahlmeier und Hannibal Weitzmann. Strahlmeier, dem in der vergangenen Spielzeit das erste selbst erzielte Tor eines Torhüters in der Ligageschichte gelang, bleibt dabei die klare Nummer eins. Er gehört zu den erfahrensten deutschen Torhütern, wurde 2022 zum besten Schlussmann gewählt und war Teil der deutschen Silbermannschaft bei der WM 2023.
Mit Weitzmann steht ihm ein erfahrener Backup zur Seite, der bereits 131 DEL-Spiele absolviert hat und Strahlmeier entlasten kann, wenn er gebraucht wird.
Insgesamt ist Wolfsburg auf dieser Position gut aufgestellt, bleibt allerdings von der Leistung und der Gesundheit Strahlmeiers abhängig.
Verteidigung
Mit Les Lancester (Eisbären Berlin) und Madison Bowey (Augsburger Panther) wurde die Defensive gezielt verstärkt. Lancester ist ein offensiv ausgerichteter und spielstarker Verteidiger, der in Überzahl eine wichtige Rolle übernehmen soll.
Bowey gilt als physischer Spieler. Der Kanadier soll dem Team mehr Robustheit und Härte verleihen.
Ansonsten bleibt ein großer Teil der bisherigen Verteidigung erhalten. Tommy Pasanen (Löwen Frankfurt) ist mit seinen 24 Jahren noch ein junger Akteur. In seiner ersten DEL-Saison steigerte sich der Deutsch-Finne im Saisonverlauf und soll vor allem defensiv sowie in Unterzahl für Stabilität sorgen.
Der 21-jährige Leo Hafenrichter könnte sich zu einer interessanten Personalie entwickeln. Nachdem er sich in der Saison 2025/26 etablieren konnte, wurde er langfristig bis 2029 an den Verein gebunden.
Die Verteidigung wirkt ausgeglichener als im Vorjahr. Vor allem die Verpflichtungen von Lancester und Bowey könnten sich als wichtige Ergänzungen erweisen. Die Frage wird allerdings sein, wie schnell die neu zusammengestellte Defensive funktioniert.
Angriff
Im Angriff setzen die Autostädter weitestgehend auf Kontinuität, haben sich mit Will Graber (Nürnberg Ice Tigers) und dem Rückkehrer Tyler Morley (EHC Kloten) aber zusätzliche Optionen geschaffen.
Spencer Machacek bleibt das Gesicht der Mannschaft. Der langjährige Kapitän ist mit inzwischen mehr als 400 Einsätzen für Wolfsburg einer der wichtigsten Führungsspieler im Kader. Tyler Gaudet gehört ebenfalls zu den Leistungsträgern und soll im Angriff seine Kreativität ausspielen.
Neu ist Will Graber. Der 29-jährige US-Amerikaner ist als physisch starker Center interessant. Vor seiner Zeit in Europa sammelte er Erfahrungen in der AHL und ECHL sowie in Finnland. In Nürnberg entwickelte er sich zu einem etablierten DEL-Spieler.
Für Aufsehen sorgte die Rückkehr von Morley. Nach seiner Zeit in der Schweiz freut man sich in Wolfsburg auf seine Tore und Assists. In 133 Partien über drei Jahre erzielte er für die Grizzlys 70 Scorerpunkte. Er kann auf allen drei Angriffspositionen eingesetzt werden.
Auch junge Spieler wie Dustin Willhöft (Sakatoon Blades), Timo Ruckdäschel , Til Raab und Robin Veber sollen schrittweise größere Rollen übernehmen. Besonders Willhöft gilt als interessantes Talent. Der 19-Jährige überzeugte bei der U20-Weltmeisterschaft und soll nun den nächsten Schritt im Profibereich machen.
Allerdings bleibt die Offensive ein Fragezeichen. Mit 156 Toren gehörten die Wolfsburger nicht zu den offensivstärksten Mannschaften der vergangenen Saison. Morley und Graber sollen hier für mehr Durchschlagskraft sorgen.
Prognose
Die Grizzlys Wolfsburg dürften erneut um die direkte Play-off-Qualifikation kämpfen. Für die Spitzengruppe fehlt allerdings noch etwas offensive Durchschlagskraft. Gleichzeitig ist der Kader tief genug, um sich gegenüber den Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich zu behaupten.
Ein Platz zwischen sechs und neun erscheint realistisch.









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