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Der Hockeyweb-Countdown zum Saisonstart

DEL-Vorschau 2026/27: Iserlohn Roosters

Lesedauer: 5 Minuten
Torhüter Hendrik Hane (links) und Verteidiger Robin Norell (rechts) sollen für Stabilität in der Roosters Defensive sorgen.
Torhüter Hendrik Hane (links) und Verteidiger Robin Norell (rechts) sollen für Stabilität in der Roosters Defensive sorgen. (Foto: dpa/picture alliance/Eibner-Pressefoto)

Am 17. September startet die Deutsche Eishockey Liga (DEL) in die neue Saison. Hockeyweb stellt täglich eine Mannschaft vor. Heute geht der Blick auf die Iserlohn Roosters.

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Die vergangene Saison beendeten die Iserlohn Roosters auf Rang zwölf und verpassten damit erneut die Play-offs. Ausschlaggebend war vor allem der schwache Saisonstart. Insgesamt kamen die Roosters in der Hauptrunde auf 58 Punkte.

Nachdem die Sauerländer Ende November das wichtige Kellerduell bei den Dresdner Eislöwen mit 6:1 gewonnen hatten, ging es aufwärts. Das neue System von Trainer Stefan Nyman griff zunehmend besser. Der deutliche Erfolg in Dresden galt als Wendepunkt. Aus den letzten 30 Spielen holte die Mannschaft 44 Punkte und wäre mit dieser Ausbeute ein sicherer Play-off-Kandidat gewesen.

In der neuen Spielzeit geht es nun darum, diese Entwicklung zu bestätigen. Die Roosters müssen über einen längeren Zeitraum konstant auftreten und ihren Anhängern das Gefühl vermitteln, dass die Play-offs tatsächlich ein realistisches Ziel sind.

Trainer

In den vergangenen Jahren war die Halbwertszeit der Trainer am Seilersee kurz. Mit Stefan Nyman setzten sie dagegen auf Kontinuität. Der Schwede erhielt die notwendige Zeit, um gemeinsam mit seinem Trainerteam seine Vorstellungen umzusetzen. Auch in der Saison 2026/27 bleibt Nyman Cheftrainer, unterstützt von Janne Kujala und Tony Zabel.

Diese Geduld könnte sich nun auszahlen. Die Mannschaft hat die Abläufe unter dem Cheftrainer verinnerlicht, muss sich allerdings nicht nur spielerisch weiterentwickeln, sondern vor allem konstanter werden.

Tor

In ihre dritte gemeinsame Saison gehen die Torhüter Andreas Jenike und Hendrik Hane. Mit dem 38-jährigen Jenike verfügen die Iserlohner über einen erfahrenen Rückhalt, während Hane weiter auf dem Weg ist, sich als verlässliche Nummer eins zu etablieren.

Hane konnte in der vergangenen Saison mit starken Leistungen überzeugen und kam auf eine Fangquote von 90 Prozent. Jenike erreichte 89,6 Prozent und zeigte ebenfalls eine solide Saison. Beide bringen unterschiedliche Qualitäten mit und können sich entsprechend ergänzen.

Entscheidend wird sein, ob Hane den nächsten Entwicklungsschritt macht und Jenike sein Niveau trotz seines fortgeschrittenen Alters halten kann. Gelingt beides, verfügen die Roosters über ein durchaus solides Torhüterduo, das keine Importlizenz in Anspruch nimmt.

Verteidigung

Besser aufgestellt als zuletzt wirkt die Defensive. Mit Emil Johansson (Dresdner Eislöwen) kommt ein Verteidiger hinzu, der die Liga kennt und gut in die schwedisch geprägte Spielidee des Trainerteams passt. Johansson spielte zuletzt für die Dresdner Eislöwen und wurde zuvor mit dem EHC Red Bull München Deutscher Meister.

Mit Mac Hollowell (ZSKA Moskau) kommt ein weiterer interessanter Neuzugang hinzu. Der Kanadier ist beweglich, spielstark und verfügt über einen guten Schuss, der als Verstärkung für das Aufbauspiel und die Überzahl geholt wurde.

Auch die jungen Verteidiger Lua Niehus, Norwin Panocha (Eisbären Berlin) und Gordejs Radionovs sollen Verantwortung übernehmen.

Der italienische Nationalspieler Peter Spornberger (ERC Ingolstadt) bringt nach seinen DEL-Stationen in Schwenningen und Ingolstadt die nötige Ligaerfahrung mit und sorgt dank seines deutschen Passes für Flexibilität bei der Kaderplanung.

Die Mischung aus Erfahrung, offensiver Qualität und jungen Spielern könnte für mehr Stabilität sorgen.

Angriff

Im Angriff wiegt der Verlust von Daniel Fischbuch (Kölner Haie) und Eric Cornel (Schwenninger Wild Wings) besonders schwer. Cornel spielte fünf Jahre im Sauerland. Als Nationalspieler nahm Fischbuch eine besondere Rolle ein, schoss 18 Tore und steuerte 45 Scorerpunkte bei. Mit Tyler Boland und Christian Thomas blieben jedoch zwei Spieler, die ihre Qualitäten unter Beweis gestellt haben und weiterhin als wichtige Stützen gelten.

Justin Scott (Straubing Tigers) und Cole Maier (Nürnberg Ice Tigers) sollen zusätzliche Qualität bringen. Sie bringen ein gutes Gesamtpaket mit und sollen in die Rolle von Fischbuch und Cornel schlüpfen.

Peter Quenneville (Ilves Tampere) dürfte die wichtigste Personalie im Angriff sein. Mit seinem Team erreichte er das Finale um die finnische Meisterschaft und konnte in seiner Zeit dort 78 Scorerpunkte in 129 Partien aufs Papier bringen. In der deutschen Eishockeyszene ist er kein Unbekannter. In der Spielzeit 2021/22 ging er für die Lausitzer Füchse auf Torejagd. In Überzahl soll er helfen, mehr Gefahr als im Vorjahr zu entfachen, und ein Spieler sein, der Lösungen findet, wenn das Spiel über Kampf und Einsatz zu gewinnen ist.

Tempo und Dynamik bringt Kevin Bicker (Adler Mannheim) mit. Für ihn gilt es, zu alter Stärke zu finden und der Mannschaft Geschwindigkeit zu geben. Dennis Lobach (Löwen Frankfurt) und Johannes Krauß (ERC Ingolstadt) komplettieren diesen Teil.

Gerade im deutschen Sektor liegt viel Potenzial. Aber auch ein großes Fragezeichen. Schaffen mehrere Spieler einen deutlichen Sprung, kann der Angriff deutlich gefährlicher werden.

Prognose

Die Iserlohn Roosters haben einen jungen, entwicklungsfähigen Kader. Die Play-offs sind erreichbar, wenn Iserlohn vom Saisonstart an konstanter auftritt. Gelingt mehreren jungen Spielern der nächste Schritt, ist eine Rückkehr in die Top Ten möglich. In der ausgeglichenen DEL gilt allerdings auch der Blick in den Rückspiegel. Läuft es nicht wie erhofft, kann aus dem Kampf um die Play-offs schnell der Kampf um den Klassenerhalt werden.

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