Das ändert sich im Regelwerk zur Saison 2026/27

Der Deutsche Eishockey-Bund übernimmt zur Saison 2026/2027 mehrere Änderungen und Klarstellungen aus dem offiziellen IIHF-Regelbuch in der deutschen Version V1.3, mit dem Stand von September 2026.
Die Anpassungen betreffen unter anderem die Regeln zu Kapitänen, Torerkennung, Anspielen und Strafen und wurden in den Schulungen mit den Schiedsrichtern besprochen und umgesetzt. Ein Teil der Änderungen ist rein sprachlicher Natur und dient einem einheitlicheren Verständnis der bestehenden Regeln.
Stefan Velkoski, Director Officiating des DEB, erklärt: „Jede Saison bringt kleinere Anpassungen im Regelwerk mit sich, das ist ein ganz normaler Vorgang. Wir haben die Neuerungen in den Schulungen mit unseren Schiedsrichtern besprochen – einige davon sind sprachliche Präzisierungen. Für die Fans, die ihren Teams die Daumen drücken, wird sich dadurch kaum etwas ändern, aber wie so oft geht es auch bei diesem Thema um Details. Wir freuen uns jetzt alle auf die neue Saison.“
Die Anpassungen im Regelwerk in der Übersicht:
Angezeigte Strafe
Eine „angezeigte Strafe“ soll nur im Spiel signalisiert werden und nicht mehr im Unterbruch.
Regel 6.1: Kapitän
Ein Team darf entweder einen Kapitän und zwei Assistenzkapitäne oder keinen Kapitän und drei Assistenzkapitäne haben.
Regel 33.2: Tore und Assists
Wenn ein angreifender Spieler kurz davor ist, einen freien Puck zu erreichen, und durch ein Foul am Torschuss auf das leere Tor gehindert wird, was zur Anerkennung eines Tores führt, wird dem gefoulten Spieler das Tor gutgeschrieben.
Regel 34: Spielzeitnehmer (Pfiff bei Tor bzw. Pointen)
Während des Spiels startet der Spielzeitnehmer die Uhr mit dem Einwurf des Pucks und stoppt die Uhr, wenn der Pfiff der Offiziellen auf dem Eis ertönt oder ein Tor erzielt wird. In der PENNY DEL, DEL2, DEB-Oberliga und blossom-ic DFEL erfolgt künftig kein Pfiff mehr nach einem erzielten Tor. Der Schiedsrichter pointet stattdessen mit seiner Hand in das Tor. Im Nachwuchsbereich bleibt der Pfiff bei einem Tor bestehen.
Regel 40 ff.: Spieldauerdisziplinarstrafen
Ein Spieler, der in irgendeiner Weise vorsätzlich körperliche Gewalt gegen einen Offiziellen anwendet, die den Offiziellen verletzen kann, einen Offiziellen körperlich erniedrigt oder der vorsätzlich körperliche Gewalt gegen einen Offiziellen nur zu dem Zweck anwendet, sich während oder unmittelbar nach einer Auseinandersetzung von einem Spiel-Offiziellen zu befreien, erhält eine Spieldauerdisziplinarstrafe. (Hier wurde der Begriff „absichtlich“ durch „vorsätzlich“ ersetzt.)
Regel 46: Faustkampf
Zur Verbesserung der Verständlichkeit wurden umfangreiche redaktionelle Änderungen vorgenommen. Es werden keine Änderungen bei der Anwendung der Regel erwartet.
Regel 60.1: Hoher Stock
Die Definition von „Hoher Stock“ wurde präzisiert. Eine Strafe wegen hohen Stocks kann nur verhängt werden, wenn sich die Schulter des Gegenspielers auf Hüfthöhe oder höher befindet.
Regel 76: Anspiele
Bei einem Verstoß während eines Anspieles wird der Center der fehlbaren Mannschaft vom Anspiel ausgeschlossen und ersetzt. Dies gilt nicht bei einem Anspiel nach einem Icing-Pfiff. Hier wird der Spieler verwarnt und kann am zweiten Anspiel als Center teilnehmen. Unverändert bleibt jedoch der Ablauf, bei dem zuerst der verteidigende Spieler den Schläger auf das Eis bringen muss und dann erst der angreifende Spieler. Eingeworfen wird erst, wenn beide Schläger gleichzeitig das Eis berühren.
Regel 79.1: Handpass
Wenn die Schiedsrichter auf dem Eis der Meinung sind, dass der Puck von der Hand eines Spielers abgefälscht wurde und die Mannschaft daraus keinen Vorteil erlangt hat, stellt dies keinen Regelverstoß im Sinne dieser Regel dar.
Regel 81: Icing
Bei einem Icing signalisiert die vordere Linesperson den Unterbruch mit dem Heben eines Armes.
Regel 83.1: Abseits
Ein angreifender Spieler, der die Angriffszone vor dem Puck betritt, muss den Puck mit seinem Schläger kontrollieren, um nicht im Abseits zu sein.
Regeln 102.7, 202.7: Frauen-Eishockey und Nachwuchs-Eishockey
Die speziellen Regeln für den Juniorenbereich bezüglich der Nichteinhaltung von Ausrüstungsvorschriften wurden gestrichen. Damit gelten nun dieselben Regeln für Senioren- und Juniorenspiele. Regel 12.1 findet jetzt auf alle Spiele Anwendung.













