Schaffen die Graz 99ers die Titelverteidigung?

Am kommenden Freitag ist es wieder soweit. Dann startet die ICEHL in ihre neue Saison 2026/27. Mit dabei: der wieder gegründete HC Mailand. Und auch noch eine gute Meldung kam aus Villach. Der VSV konnte seine Probleme vorerst in den Griff bekommen und ist am Freitag am Start.
Halbfinal/Finalkandidaten
Erster Anwärter auf Platz eins nach der Vorrunde ist natürlich der Titelverteidiger Graz 99ers. Die 99ers verloren zwar mit dem früheren deutschen Nationalspieler Korbinian Holzer (Development Coach in Graz), Anders Koch (Mountfield HK) und Lukas Haudum (Turku) spielerische Qualität, aber auf der anderen Seite glich man diese mit der Erwerbung des norwegischen Nationalspielers Ole Julian Björgvik-Holm und dem Amerikaner Clay Hanus aus. Juniorennationalspieler Jonas Dobnig kam aus Innsbruck, wird aber vermutlich in die AlpsHL nach Kitzbühel ausgeliehen. Dazu kommt eine eingespielte Mannschaft, die sich gerade in der CHL auf hohem europäischen Niveau eingespielt hat.
Weitere Halbfinalkandidaten sind selbstverständlich Altmeister Klagenfurter AC, der im Vorjahr überraschend im Viertelfinale an Fehervar AV 19 gescheitert war. Der KAC hat qualitativ seinen Kader verstärkt, unter anderem mit Travis St. Denis aus Salzburg, Mattias Göransson aus Rögle sowie mit Abwehrspieler Will MacKinnon von den Cleveland Monsters.
Auch bei Red Bull Salzburg wurde im Sommer investiert nach dem peinlichen Ausscheiden gegen den HC Pustertal im Viertelfinale. Vor allem bei den Kontingentspielern fand ein Austausch statt. Man verabschiedete sich von St. Denis (Klagenfurt), Bourke (Modo), Lewington und Coe (Mikulas) und holte dafür die Verteidiger Jayden Lee (Kalamazoo), Olivier Galipeau (Banska Bystrica) und Wyatt Galipeau (Shanghai/KHL). Dazu gesellten sich noch die Angreifer Nick Poisson (Abbotsford) und Adam Brooks (München).
Unser letzter Halbfinalkandidat ist gleichzeitig der Liganeuling, der HC Mailand. Die Nord-Italiener haben sich ausgiebig auf dem Transfermarkt bedient und dabei sehr auf Qualität geachtet. 22 Akteure wurden verpflichtet mit einem Durchschnittsalter von 28,7 Jahren. Neben den zehn heimischen Akteuren zählen noch neun Kanadier und drei US-Amerikaner zum Aufgebot. Diese 22 Spieler haben sich ihre Erfahrungen in acht Ligen geholt, darunter auch der DEL. Gleich vier Spieler waren in Deutschland tätig. Scott Valentine hat von 2015 bis 2022 299 DEL-Spiele absolviert, begann in Krefeld und war dann sechs Jahre in Augsburg. Michael Dal Colle unterstützte von 2023 bis 2025 die Iserlohn Roosters, Nick Caamano war vor zwei Jahren in Wolfsburg und Wade Allison spielte in der letzten Saison noch in Straubing. Neben diesen Akteuren können auch noch Greg McKegg und Alex Grant NHL-Erfahrung vorweisen.
Viertelfinalkandidaten
Da ist in erster Linie der HC Bozen zu nennen. Die Südtiroler sorgten für einen extremen Austausch. 15 gingen, 13 kamen. Auch beim HCB stehen einige Akteure mit DEL-Erfahrung im Kader, wie Topscorer Brad McClure (Augsburg), Matt Bradley (Straubing) und Zac Leslie (Mannheim, Straubing). Der einzige slowenische ICEHL-Vertreter, Olimpija Ljubljana, in der letzten Saison sogar kurz an der Ligaspitze, hat sich besonders in der DEL umgesehen. Die interessantesten Neuzugänge kommen von der Nordseeküste, von den Fischtown Pinguins Bremerhaven: Jan Urbas und Ziga Jeglic. Noch erwähnenswert wären Zach Boychuk (Eisbären Berlin), Reid McNeill (Bremerhaven, Frankfurt) und Blaz Gregorc (Bremerhaven, Augsburg). Eine interessante Personalie wäre noch Marcel Mahkovec. Der 22-jährige Senkrechtstarter war von 2020 bis 2022 beim Krefelder EV U23 in der Oberliga Nord aktiv. Die Vienna Capitals waren zuletzt 2017 Meister, möchten wieder an bessere Zeiten anknüpfen und verpflichteten als Zeichen ihrer Entschlossenheit den schwedischen Keeper Adam Reideborn vom SC Bern. Ein weiterer Kandidat kommt aus Ungarn, Fehervar AV 19. Die Ungarn überraschten in den letztjährigen Play-Offs, als sie ins Halbfinale eindrangen, wo sie am späteren Meister Graz scheiterten. Sogar sie können mit DEL-Erfahrung punkten. Stürmer Istvan Bartalis war von 2016 bis 2019 für Schwenningen aktiv. Ansonsten setzt Fehervar auf eigene Kräfte, von den 31 Aktiven im Aufgebot sind 22 Ungarn. Zuletzt erwähnenswert ist natürlich der letztjährige Finalist, der HC Pustertal. Die Südtiroler möchten ihrem Frust ein Ende setzen, denn in den letzten zwanzig Jahren standen sie insgesamt in acht Finals und unterlagen achtmal. Allerdings wird es in der kommenden Saison nicht leicht werden, denn mit Blum (Landshut), Frycklund (Mailand) und Ticar (Banska Bystrica) verloren die Pustertaler gleich drei Leistungsträger. Immerhin konnte mit David Farrance aus Augsburg ein starker Verteidiger gewonnen werden. Auch die Black Wings Linz sind nicht zu unterschätzen, mussten sie im Sommer fast lediglich auf den Kontingentplätzen Spieler austauschen. Wichtigste Neuzugänge waren Keeper Dylan Wells aus Kansas City und Brady Shaw, der vom Konkurrenten Ferencvarosi TC nach Linz kam. Zuletzt kam der hocherfahrene Tscheche Vojtech Mozik, der Abwehrspieler, der in der letzten Saison ausgesetzt hat und davor bei Sparta Prag angestellt war.
Pre-Play-Off-Kandidaten
Hier sind in erster Linie Ferencvarosi TC Budapest, HC Innsbruck, Pioneers Vorarlberg und der Villacher SV zu nennen, wobei der VSV nach den zuletzt aufgetretenen finanziellen Problemen zur Wundertüte avancieren kann.














