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Leon Draisaitl im Interview

"Wir brauchen ein kleines Wunder!"

Lesedauer: 3 Minuten
Leon Draisaitl wird - wie hier bei der WM 2019 - bei den Olympischen Spielen für Deutschland auflaufen.
Leon Draisaitl wird - wie hier bei der WM 2019 - bei den Olympischen Spielen für Deutschland auflaufen. (Foto: dpa/picture alliance)

In einem Pressegespräch äußerte sich der Superstar der Edmonton Oilers über Olympia, seine Chancen als Fahnenträger und die des DEB-Teams.

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Eine Frage, die wohl allen deutschen Nationalspielern im Moment gestellt wird, ist die nach der Qualität des DEB-Olympiateams. Leon Draisaitl beantwortet sie so: "Natürlich sind viele Jungs aus der NHL dabei, die auch in ihren Clubs wichtige Rollen einnehmen. Ob es dann tatsächlich die stärkste Mannschaft ist, wird man sehen. Aber so, wie die Manschaft zusammengestellt ist, ist das schon ziemlich gut." Zum Vergleich mit den anderen Teams sagt er: "Wir sind auf jeder Position gut besetzt, aber ich lehne mich nicht soweit aus dem Fenster zu sagen, dass wir Favorit sind, wenn wir gegen Kanada oder die USA spielen. Aber ich denke schon, dass wir in der Lage sind, die Großen zu ärgern und da mitzuspielen." Hinsichtlich der Chancen der deutschen Mannschaft in diesem außergewöhnlichen Turnier zeigt er sich realistisch, aber auch mit einem gewissen Selbstvertrauen: "Als Sportler gehst Du erstmal in ein Turnier, um zu gewinnen. Aber natürlich wissen wir, dass wir nicht die Favoriten sind uns dass es ein langer Weg wird. Aber wenn ich mit der Einstellung reingehe, dass ich nicht gewinnen will, brauche ich gar nicht erst zu kommen. Wir brauchen ein kleines Wunder und wissen, wo wir stehen mit dem deutschen Eishockey."

Seine eigene Rolle im Team sieht er pragmatisch - und mit dem Selbstvertrauen von mehr als 1000 NHL-Punkten: "Ich bin keiner, der da Forderungen stellt: Ich vertraue mir selbst genug, dass ich jeden Spieler besser machen kann - und mit diesem Verständnis gehe ich auch in das Turnier. Aber wer jetzt genau mit mir in einer Reihe spielt, das sollten wir den Trainern überlassen."

Fahnenträger Leon Draisaitl? Der Kölner zeigt sich demütig und respektvoll gegenüber den anderen Kandidaten: "Erstmal fühle ich mich total geehrt, da überhaupt im Gespräch zu sein. Wann kannst Du als Sportler bei Olympia vorneweg gehen und Dein ganzes Land repräsentieren? Das wäre für mich ein absolutes Highlight. Aber auch die anderen, die in Frage kommen, sind herausragende Athleten - wir müssen einfach schauen, was am Ende herauskommt."

Einer, der zumindest seine letzten olympischen Spiele bestreiten wird, ist Routinier Moritz Müller. Draisaitl sagt über ihn: "Mo ist ein sehr guter Freund, ich kenne ihn schon ewig - wir schreiben uns regelmäßig, seit einigen Wochen noch mehr. Ich freue mich einfach, das Turnier mit ihm, Freddie (Tiffels, d. Red) und den Jungs aus Köln, die ich schon lange kenne, zu erleben." Natürlich verfolgt er aus Nordamerika auch die Saison seines Heimatclubs: "Wenn Du in der Saison so konstant alles wegmachst, dann hat das schon was. Also die Chancen auf die Meisterschaft stehen auf jeden Fall gut, ich drücke dem KEC die Daumen."

Etwas anders fällt seine Analyse der bisherigen Saison der Oilers aus: "Uns fehlt die Konstanz, wir verteidigen nicht gut genug als Mannschaft, Wir haben erst einmal in der Saison drei Spiele am Stück gewonnen, wollen vor der Pause aber noch ein paar Punkte holen." Das hat bei der 2:5-Heimniederlage in der vergangenen Nacht gegen die Toronto Maple Leafs erstmal nicht geklappt. Die Serie von acht Heimspielen vor der Olympiapause haben sie mit einer Bilanz von vier Siegen und ebenso vielen Niederlagen beendet. Zum Abschluss geht es in der kommenden Nacht zum Derby nach Calgary.

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