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Der Hockeyweb-Countdown zum Saisonstart

DEL-Vorschau 2026/27: Krefeld Pinguine

Lesedauer: 5 Minuten
Marcel Müller (rechts) und Max Newton (links) zählen zu den Routiniers im Team.
Marcel Müller (rechts) und Max Newton (links) zählen zu den Routiniers im Team. (Foto: dpa/picture alliance/osnapix)

Am 17. September startet die Deutsche Eishockey Liga (DEL) in ihre 33. Saison. Hockeyweb stellt täglich eine Mannschaft vor. Heute geht der Blick auf die Krefeld Pinguine.

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Zum Jubiläum „90 Jahre Krefelder Eishockey“ sind die Pinguine zurück in der DEL. Nach vier Spielzeiten in der DEL2 gelang mit zwölf Siegen in zwölf Play-off-Spielen die perfekte Rückkehr in die höchste deutsche Spielklasse. Der EV Landshut im Viertelfinale, die Eisbären Regensburg im Halbfinale und die Kassel Huskies im Finale waren dabei die Gegner.

In den Jahren vor dem Abstieg 2022 gehörten die Pinguine in der DEL regelmäßig zu den Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich. Mit der neuen Euphorie und den jüngsten Erfolgen soll nun ein neues Kapitel beginnen. Der Meister von 2003 und Gründungsmitglied der DEL möchte sich wieder dauerhaft in der Liga etablieren.

Trainer

Seit Sommer 2024 ist Thomas Popiesch der Verantwortliche hinter der Bande. Somit fällt ein Großteil des Erfolgs auf seine Arbeit zurück. Innerhalb von zwei Jahren entwickelte er den KEV von einem ambitionierten DEL2-Team zu einem Aufsteiger. Seine Erfahrungen aus Bremerhaven, wo er acht Jahre lang arbeitete und die Fischtown Pinguins 2024 zur Vizemeisterschaft führte, gelten dabei als Beispiel.

Tor

Auf der Torhüterposition gehen die Krefelder mit Felix Bick und Juha Jatkola (Koo Koo) in die neue Saison. Beide bringen unterschiedliche Erfahrungen mit und sollen gemeinsam für Stabilität zwischen den Pfosten sorgen. Zum Kader gehört auch Nachwuchskeeper Ole Blumenkamp.

Der erst 23-jährige Finne Jatkola kommt aus der finnischen Liga nach Krefeld. Dort sammelte er Erfahrungen auf hohem Niveau und gilt als entwicklungsfähiger Torhüter. Mit Bick steht ihm ein erfahrener Schlussmann gegenüber, der seit Jahren zu den besten der DEL2 zählt. Zuletzt stand er in der Saison 2016/17 für die Düsseldorfer EG in der DEL im Tor.

Insgesamt ein interessantes Torhütergespann. Mit jugendliche Dynamik und internationale Erfahrung bei Jatkola auf der einen Seite, jahrelanger Konstanz beim 33-jährigen Bick auf der anderen.

Verteidigung

In der Verteidigung gibt es mit Max Gildon (HC Bozen) und Stuart Percy (HC Pilsen) zwei Neuzugänge.

Percy absolvierte bereits 379 AHL-Spiele und zwölf Partien in der NHL. In der vergangenen Saison kam der Kanadier in Tschechien auf 16 Punkte in 51 Einsätzen. Er gilt als offensiv ausgerichteter Verteidiger und soll auch in Krefeld viele Akzente setzen.

Gildon kennt die DEL bereits aus seiner Zeit bei den Adlern Mannheim, für die er 2023/24 43 Spiele absolvierte. Zuletzt spielte er in Südtirol und kam dort in 53 Spielen auf 41 Scorerpunkte.

Ansonsten gibt es in der Defensive wenig Neues. Viele Leistungsträger aus der Aufstiegsmannschaft blieben erhalten. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die vorhandene Qualität ausreicht, um in der DEL dauerhaft zu bestehen.

Positiv ist die Personalie Davis Vandane zu bewerten, der auf zwei starke DEL2-Jahre zurückblickt und bereits 2022/23 für die Löwen Frankfurt in der DEL starke Leistungen zeigte. In Krefeld hat sich der Verteidiger zu einem festen Bestandteil entwickelt und seinen Vertrag bis 2028 verlängert.

Angriff

Mit dem Abgang des 39-jährigen Jonathan Matsumoto müssen die Pinguine einen Verlust hinnehmen. Trotz seines Alters gehörte er zu den produktivsten Spielern und war ein wichtiger Faktor. In der Hauptrunde 2025/26 erzielte er 36 Punkte in 44 Spielen, in den Play-offs kamen in zwölf Partien weitere 13 Punkte hinzu.

Neu dabei ist Tanner Kero (Kölner Haie), der mit 134 NHL- und über 402 AHL-Spielen enorm viel Erfahrung mitbringt. Er ist auf mehreren Positionen einsetzbar, verfügt über eine hohe Spielintelligenz und kam mit den Kölner Haien in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale. In 41 Spielen brachte er es auf 29 Punkte.

Bei den Kontingentspielern müssen hingegen Max Newton, Mathew Santos, C. J. Suess und Tanner Kero liefern. Newton war in der vergangenen Saison mit 73 Punkten in 50 Hauptrundenspielen der Topscorer der DEL2 und wurde anschließend mit 18 Punkten in zwölf Play-off-Spielen zum Play-off-MVP gewählt.

Eine physische Spielweise bringt Adam Payerl mit. Der 35-Jährige könnte ein Spieler sein, der mit seiner Präsenz und seinem körperbetonten Spiel auch das Publikum mitreißen kann, wenn es einmal eine schwierige Phase gibt.

Mit Luca Hauf (ERC Ingolstadt), Yannick Proske (Adler Mannheim) und Kevin Wall (Tahoe Knight Monsters) kommen drei junge Talente hinzu. Hauf, der seine Jugendzeit beim KEV 81 verbrachte, kehrt in die Seidenstadt zurück. In der nordamerikanischen Juniorenliga WHL sowie beim ERC Ingolstadt spielte er zuletzt.

Ansonsten fällt im Angriff die Altersstruktur auf. Der aktuelle Kader umfasst 15 Stürmer. Mit Mark Zengerle (37), Marcel Müller (38), Philip Gogulla (39) und Alexander Weiß (39) sind vier Spieler bereits mindestens 37 Jahre alt.

Prognose

Mit Thomas Popiesch hat der KEV einen erfahrenen und erfolgreichen Eishockeytrainer unter Vertrag. Nun wird sich zeigen, wie gut er seine Mannschaft in der DEL etablieren kann.

Krefeld wird anders als die Dresdner Eislöwen in der vergangenen Saison vermutlich lange um die Chance kämpfen, die Klasse zu halten. Dresden, das 2025 aufgestiegen war, stand bereits sieben Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde als sportlicher Absteiger fest. Die Pinguine bringen dagegen eine Mannschaft mit, die in der DEL2 nicht nur Meister wurde, sondern die Play-offs ohne eine einzige Niederlage absolvierte.

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