Scorpions behaupten sich im Derby Hannover Scorpions

Scorpions behaupten sich im Derby Scorpions behaupten sich im Derby
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Am Ende stand waren beide Trainer um mindestens eine Erkenntnis reicher. Lenny Soccio, Übungsleiter beim Titelverteidiger, kann sich darüber freuen, dass seine Defensive den Namen auch verdient. Ein Gegentor in drei Spielen ist aller Ehre wert und in diesem Zusammenhang passt auch noch Erkenntnis Zwei: Sein Back-up Dennis Korff kann problemlos die eigentliche Nr. 1 Jimmy Hertel ersetzen. Die Leistung der Scorpions-Feldspieler soll nicht geschmälert werden, aber ohne den Top-Act von Korff wäre es deutlich, vor allem im dritten Drittel, enger geworden.

Die Erkenntnis des Tages bei dem Pendenten von Soccio, Trainer Peter „Peewee“ Willmann von den Indians war nicht so rosig. Seine Defensive stand zwar in fünfzig der sechzig Minuten wie eine Eins, aber in den verbleibenden zehn war von Sicherheit nicht viel zu spüren. Dazu kam, dass das Aufbauspiel viel zu passiv war und lediglich der erste Sturm für gefährliche Momente sorgte. Auch in Sachen Körperkontakt müssen die Indians noch zulegen. Von den ersten Minuten einmal abgesehen, kamen die Pferdetürmler in den ersten beiden Dritteln physisch gesehen gar nicht ins Spiel. Die Scorpions mussten nur auf die Indians-Fehler warten und machten reiche Beute.

Allerdings ist es in diesem Jahr auch deutlich schwerer, die Scorpions richtig einzuschätzen und taktisch in den Griff zu bekommen. Die personelle Neuausrichtung hat Lenny Soccio auf den Punkt genau abgeschlossen und die spielerische Überlegenheit der Vorsaison hat sich in eine gnadenlose Effizienz gewandelt. Vor einem Jahr, beim ersten hannoverschen Derby, standen noch 60 Schüsse der Scorpions 20 der Indians gegenüber. Beim heutigen Spiel war es andersrum. Diesmal brachten die Indians 50 Schüsse auf das gegnerische Tor zustande, die Scorpions nur deren 31. Trotzdem stand es am 3:0 und mit dieser Statistik konnten heute nur die Gastgeber zufrieden sein. Peter Willmann jedenfalls musste feststellen, dass sein Team in drei Spielen zwar 153x das gegnerische Tor anvisiert hatte, aber ganze fünf Tore heraussprangen. Ein Effizienzwert von 3,5% ist unterirdisch und zeigt das Trainingsprogramm für die nächste Woche an.

Auch beeindruckend, dass die Scorpions ohne Kontingentspieler auskamen, was Lenny Soccio auf der Pressekonferenz mit dem Satz: „Es reichte auch ohne Ausländer“ süffisant kommentierte. Bei den Indians spielten dafür beide Ausländer Nick Anderson und Oliver Duris.

Das Spiel selbst war lediglich in den ersten fünf Minuten ausgeglichen. Die gut startenden Gäste gaben danach, völlig unverständlich, die Spielführung an die Scorpions ab, was diese natürlich gerne annahmen. Trotzdem blieben erst einmal Chancen Mangelware. Lediglich kurz nacheinander hätten Robin Ringe (Scorpions) und Christoph Koziol (ECH) ihre Farben in Führung bringen könnten, versäumten aber den Sack zuzumachen. In der 17. Minute dann die Vorentscheidung. Hemmes und Pape brachten die Scheibe vor das Tor des guten aber nicht immer sicheren Ackers und letztendlich schoss Keven Gall mit einem Rückhandroller das 1:0. Der Schock über den Rückstand war bei den Indians so groß, dass sie fünfzig Sekunden später Lehmann und Scorpions-Neuzugang Danny Reiss gewähren ließen, diesen den völlig frei vorm Tor postierten Andreas Morczinietz fanden und der den chancenlosen Boris Ackers austanzte. Das 2:0 zu diesem Zeitpunkt war in der Höhe mehr als glücklich aber noch gab es vierzig Minuten Spielzeit. Meinten die Indians-Fans, die geschockt miterleben mussten, wie demoralisiert ihr Team das zweite Drittel gestaltete, bzw. reagierte. Von der ersten Sekunde an zurückhaltend, ließ man die Gastgeber gewähren, die zur Freude ihrer Anhänger jederzeit das Spiel kontrollierten. Bereits in der 25. Minute war dann das Spiel entschieden, als Ex-Indian Sebastian Lehmann einen Angriff mit einem Rückhandschuss in das rechte Eck von Boris Ackers zum 3:0 abschloss. In der Folgezeit verwalteten die Scorpions problemlos die Führung.

In der zweiten Pause muss es in der Indians-Pause lauter gewesen sein, denn im letzten Drittel deuteten die Gäste an, warum sie höhere Ziele haben. Das Schussverhältnis von 22:10 zeigt, welches Tor im Mittelpunkt stand und in diesem stand Dennis Korff. Oliver Duris, Artur Grass, Nick Anderson und Andre Gerartz, um nur vier zu nennen, scheiterten mit Großchancen an Korff, der neben seinem Können auch gehörige Portionen Glück in Anspruch nahm.

Am Ende stand ein 3:0 zu Buche, dass um mindestens ein Tor zu hoch ausfiel, am hochverdient war. Die Scorpions sind auf dem Weg der Titelverteidigung. Die Hannover Indians dagegen, die weiterhin auf die Dienste von Bob Wren verzichten müssen, sollten jedoch schnellstens, am besten bereits am Sonntag gegen Rostock, den Hebel umlegen. Das Rüstzeug ist vorhanden, muss aber auch eingesetzt werden.

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