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Fast nur Favoritensiege am zweiten Spieltag

Slowenien sorgt für erste große WM-Überraschung

Lesedauer: 6 Minuten
Marcel Mahkovec bejubelt seinen Siegtreffer für Slowenien gegen Tschechien.
Marcel Mahkovec bejubelt seinen Siegtreffer für Slowenien gegen Tschechien. (Foto: dpa/picture alliance/Keystone)

Das hatten sich die Tschechen anders vorgestellt: Slowenien sorgte für ein Ausrufezeichen bei der Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 in der Schweiz.

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In der Gruppe A starteten Gastgeber Schweiz und Finnland mit der optimalen Punktebilanz in die Eishockey-Weltmeisterschaft. Dahinter folgt Österreich. Aufsteiger Großbritannien hält die „Rote Laterne“. In der Gruppe B führt Kanada nach dem problemlosen Erfolg gegen Italien, Tschechien hält, wie zu erwarten war, Platz zwei, musste sich aber Slowenien nach Verlängerung geschlagen geben und muss um das Viertelfinale bangen. Slowenien dagegen kann sich über Platz vier freuen und steht sogar vor Schweden.

Gruppe A:

Österreich – Großbritannien 5:2 (3:2, 2:0, 0:0)

Dank eines starken Spielauftakts konnte sich Österreich gegen den WM-Aufsteiger die ersten wichtigen Punkte sichern. Die Österreicher starteten mit viel Schwung und überraschten die Briten, ging sogar mit 3:0 in Führung. Dann schlich sich Bruder Leichtsinn in die spielfreudigen österreichischen Linien und die Briten nutzten die Fehler, um ihrerseits erfolgreich den Anschluss zum 2:3 herzustellen. Die Antwort der Österreicher kam prompt. Erst traf Peter Schneider zum 4:2 und dann Leon Wallner zum Endstand. Damit übernahmen, zumindest kurzfristig, die Österreicher die Spitzenposition in der Gruppe A. Österreich trifft als nächstes am 17. Mai (16.20 Uhr) auf Ungarn, Großbritannien spielt ebenfalls am 17. Mai um 12.20 Uhr gegen die USA.

Tore: Österreich: Peter Schneider (2), Paul Huber, Benjamin Nissner, Leon Wallner; Großbritannien: Liam Kirk, David Clements

Finnland – Ungarn 4:1 (0:0, 3:1, 1:0)

Überraschend schwer tat sich Mitfavorit Finnland gegen Ungarn. Besonders im ersten Drittel, als die Physis noch reichte, hielt der Underdog stark mit. Das bis dahin gerechte 0:0 hielt im zweiten Drittel jedoch nur 46 Sekunden. Dann traf Ville Heinola zur finnischen Führung, die drei Minuten später der beste Finne, Jesse Puljujärvi, auf 2:0 erhöhte. Obwohl die Finnen deutlich überlegen waren, gelang den Magyaren mit der 28. Minute durch Balazs Sebok der überraschende Anschlusstreffer. Finnland behielt jedoch den bis dahin aufgebauten Druck weiter und belohnte sich mit dem 3:1 durch Janne Kuokkanen vier Minuten vor Drittelende. Jesse Puljujärvi war es dann noch vorbehalten, mit seinem Tor zum 4:1 kurz nach Drittelbeginn den Schlusspunkt des Tages zu setzen. Witziges Detail am Rande: Im letzten Abschnitt war Finnlands Torhüter Joonas Korpisalo wohl dankbar, dass er in einer Halle spielte, denn den Ungarn gelang in dieser Phase kein einziger Torschuss. Ungarn spielt nun als nächstes am 17. Mai um 16.20 Uhr gegen Österreich, Finnland trifft am 18. Mai um 16.20 Uhr auf die USA.

Tore: Finnland: Jesse Puljujärvi (2), Janne Kuokkanen, Ville Heinola; Ungarn: Balasz Sebok

Schweiz – Lettland 4:2 (0:0, 2:1, 2:1)

Genau 30 Minuten dauerte es, denn wurden die 10.000 Fans in der Zürcher Swiss-Life-Arena endlich mit Toren belohnt. Wie zu erwarten war, zeigte sich die Schweizer Nationalmannschaft überlegen, konnte diese Überlegenheit (12:5 Schüsse) im ersten Drittel jedoch nicht erfolgreich umsetzen. Im zweiten Abschnitt ging es so weiter, aber erst Timo Meier in der 31. Minute konnte die lettische Defensivmauer um Keeper Kristers Gudlevskis (Bremerhaven) überwinden. Umso schockierender, dass ausgerechnet ein Einheimischer für den lettischen Ausgleich sorgte. Rudolfs Balcers, während der Saison bei den ZSC Lions unter Vertrag, gelang das 1:1 und die Nati brauchte danach sieben Minuten und ein Powerplay, um sich wieder den Vorsprung zu holen. Damien Riat brachte die Schweiz wieder in Front. Das letzte Drittel hatte kaum begonnen, da hatte Dean Kukan sogar auf 3:1 erhöht und als Damien Riat in der 51. Minute gar auf 4:1 erhöhte, war die Frage nach dem Sieger geklärt. Aber das letzte Highlight des Spieles setzte der bereits erwähnte Rudolfs Balcers, der in der Schlussminute ein Powerplay für das zweite Tor der Letten nutzte. Die Schweiz trifft nun am 18. Mai um 20.20 Uhr auf Deutschland, während die Letten bereits morgen, ebenfalls um 20.20 Uhr, gegen das deutsche Team spielen.

Tore: Schweiz: Timo Meier, Damien Riat (2), Dean Kukan, ; Lettland: Rudolfs Balcers (2)

Gruppe B:

Slowakei – Norwegen 2:1 (1:0,0:1,1:0)

Ein mühevoller Auftaktsieg gelang dem Weltmeister von 2002, der Slowakei. Obwohl die Norweger die Partie optisch klar ausgeglichen gestalteten, gingen die Slowaken bereits nach neun Minuten durch Kristian Pospisil in Führung. Danach entwickelte sich ein kampfintensives Spiel, in dem echte Torchancen Mangelware blieben. Auch im dritten Drittel schien die Slowakei den Vorsprung halten zu können, bis 13 Sekunden vor der zweiten Phase Tunis Luc Korollar doch noch der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich gelang. In der 49. Minute traf Marek Riviera nach einem Konter zur zweiten Führung, die bis zum Ende Bestand hatte. Die Slowaken treffen nun am 17. Mai um 12.20 Uhr auf Italien, während sich Norwegen am gleichen Tag um 20.20 Uhr mit Slowenien misst.

Tore: Slowakei: Marek Hrivik, Kristian Pospisil; Norwegen: Tinus Luc Koblar

Kanada – Italien 6:0 (3:0, 3:0, 0:0)

Keine Chance ließ der Rekordweltmeister Italien. Wie überlegen der Sieg ausfiel, zeigt auch das Schussverhältnis von 41:19. Bester Spieler der Italiener war im übrigen Keeper Davide Fadani, der eine noch höhere Niederlage verhinderte. Ebenfalls ein bisschen hilfreich war, dass die Kanadier ein bisschen brauchten, um ins Spiel zu kommen. Dann ließen sie es aber krachen. Innerhalb von nur 47 Sekunden trafen Dylan Holloway und Fraser Minten, dem Macklin Celebrini in der 17. Minute das 3:0 folgen ließ. Im zweiten Abschnitt ging es dann etwas zügiger. Nach nur 129 Sekunden erhöhte wiederum Macklin Celebrini auf 4:0 und nach einer kurzen Pause machten die Kanadier in Form von Evan Bouchard und Ryan O`Reilly mit einem zweiten Doppelschlag, diesmal innerhalb von nur 25 Sekunden Ernst. Im letzten Drittel sparten beide Teams Kraft und beließen es bei dem für die Italiener gnädigen Ergebnis.

Tore: Kanada: Ryan O`Reilly, Evan Bouchard, Macklin Celebrini (2), Fraser Minten, Dylan Holloway; Italien: -

Tschechien – Slowenien 2:3 (0:1, 2:0, 0:1, 0:1) n.V.

Von der drittklassigen deutschen Oberliga in den internationalen Fokus. Solche Geschichten kann die WM schreiben und so eine Story wurde heute geschrieben. Die Rede ist von Marcel Mahkovec. Der in Bled geborene 22-Jährige gelang in der 62. Minute das Siegtor für Slowenien und dieser Marcel Mahkovec spielte mit dem Krefelder EV U23 von 2021 bis 2022 in der deutschen Oberliga. Zuvor hatten die Tschechen das Spiel zwar mit 34:17 Torschüssen dominiert, aber die Slowenen gingen durch Matic Torok eiskalt im ersten Drittel in Führung. Im zweiten Abschnitt drehten die Tschechen durch Martin Kaut (25.) und Lukas Sedlak (38.) das Spiel, aber die Slowenen gaben nicht auf, nutzten Unsicherheiten bei den favorisierten Tschechen und tatsächlich gelang Altmeister Anze Kuralt bereits in der 49. Minute der Ausgleich. Und da Lukas Horak im Tor der Slowenen über sich hinauswuchs, retteten sich die Slowenen in die Verlängerung, um dann durch Mahkovec das Spiel sogar zu gewinnen.

Tore: Tschechien: Martin Kaut, Lukas Sedlak; Slowenien: Matic Torok, Anze Kuralt, Marcel Mahkovec

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