Schweizer wieder nur „Zweitgenossen“ – Finnland ist Weltmeister

Wieder nur „Zweitgenossen“! Die Schweiz hat das Finale der Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 im eigenen Land gegen Finnland mit 0:1 (0:0, 0:0, 0:0, 0:1) nach Verlängerung verloren und ist nach 1935, 2013, 2018, 2024 und 2025 wieder „nur“ Vizeweltmeister – was freilich nichtsdestotrotz eine außergewöhnliche Leistung ist. Ein überragendes Turnier mit zunächst neun Siegen in Serie fand damit nicht seine Krönung. Finnland hat dagegen zum fünften Mal nach 1995, 2011, 2019 und 2022 WM-Gold gewonnen.
Zwar hatten die Schweizer früh im ersten Drittel eine gute Gelegenheit durch Simon Knak, doch in diesem Abschnitt gaben ganz klar die Finnen den Ton an. Knapp wurde es, als Olli Määttä einen Tip-in-Versuch knapp verpasste. In der zwölften Minute schienen die Nordeuropäer bereits vorne zu liegen, die Schiedsrichter hatten auch bereits auf Tor entschieden, nachdem Suomi mit Ablauf einer Schweizer Strafzeit getroffen hatte. Doch schnell war klar: Dieser Treffer würde keinen Bestand haben. Und so war es dann auch. Nach Ansicht der Videobilder annullierten die Unparteiischen den Treffer, da Anton Lundell den Puck beim Torschuss über Lattenhöhe gespielt hatte. Fünf Sekunden vor der ersten Drittelpause wurde es hitzig – mit der Folge eines aus schweizerischer Sicht glücklichen 5:3-Powerplays, da die Schiedsrichter in dem Getümmel ein Foul des Eidgenossen Timo Meier übersehen hatten.
Doch diese große Gelegenheit zu Beginn des Mitteldrittels ließen die Gastgeber ungenutzt. Finnland verteidigte die Situation unaufgeregt und effektiv. Allerdings traten die Nordeuropäer offensiv nun kaum noch in Erscheinung, während die Schweiz mutiger wurde, je länger das Drittel andauerte. Die beste Gelegenheit, die Halle beben zu lassen, ließ Pius Suter in der 36. Minute ungenutzt, als er von halb rechts zum Nachschuss kam, das zunächst fast leere Tor aber nicht traf. Bemerkenswert: Finnlands Torhüter Justus Annunen kam derart schnell herüber, dass er den Schuss wohl auch gehalten hätte.
Im Schlussdrittel hatten beide Teams den ersten Treffer auf dem Schläger. Bei Finnland waren es Patrik Puistola und Mikael Granlund, die ganz nach dran waren (50.), auf Seiten der Schweiz zog Roman Josi eng vors Tor, scheiterte aber an Justus Annunen (53.); auch Pius Suter (56.) hätte das Spiel entscheiden können.
In der Overtime trafen beide Teams en Pfosten, erst Jesse Puljujärvi für Finnland (61.), dann Damien Riat für Finnland (64.). Dann aber entschied Konsta Helenius die Partie in der 71. Minute. Ein minimaler Trost für die Schweiz: Die Eidgenossen übernehmen die Führung in der IIHF-Weltrangliste.
Endplatzierung: 1. Finnland, 2. Schweiz, 3. Norwegen, 4. Kanada, 5. Tschechien, 6. Lettland, 7. Schweden, 8. USA, 9. Slowakei, 10. Deutschland, 11. Österreich, 12. Dänemark, 13. Slowenien, 14. Ungarn, 15. Italien, 16. Großbritannien.














