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Jetzt zählt nur noch Schweden.

Sieben Siege, stille Stärke. Jetzt wartet der Elchtest.

Lesedauer: 3 Minuten
Roman Josi brauchte für seinen Hattrick nur vier Minuten und 45 Sekunden.
Roman Josi brauchte für seinen Hattrick nur vier Minuten und 45 Sekunden. (Foto: dpa/picture alliance/Sipa USA)

Die Schweizer Nati hat eine Vorrunde gespielt, wie man sie sich eher erhofft als erwartet hat: kontrolliert, reif und erstaunlich konstant. Sieben Spiele, sieben Siege. Das klingt nach Euphorie, fühlt sich aber erstaunlich bodenständig an.

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Diese Nati erinnert an klassische Schweizer Tugenden: organisiert, ruhig, präzise und verlässlich. Kein unnötiger Lärm, keine wilde Selbstdarstellung. Sondern eine Mannschaft, die ihren Weg konzentriert geht und dabei härter, mutiger und selbstverständlicher wirkt als frühere Generationen. Das letzte Gruppenspiel gegen Finnland passte perfekt in dieses Bild. Der Start war beinahe ideal: frühe 2:0 Führung. Doch Finnland fand zurück. Aleksander Barkov nutzte zwei Fehler eiskalt aus und glich aus. Solche Momente waren früher oft gefährlich für die Schweiz. Diesmal blieb die Mannschaft stabil. Sie verlor kurz den Rhythmus, aber nicht die Ordnung und entschied die Partie spät durch Jäger.

Nicht perfekt. Aber erwachsen. Diese Vorrunde zeigt, dass die Schweiz nicht mehr bloss von einzelnen NHL-Stars lebt. Natürlich prägen Hischier, Josi, Meier oder Niederreiter das Gesicht. Doch die eigentliche Stärke liegt in der Tiefe. Spieler wie Jäger, Biasca oder Bertschy bringen Energie, Tempo und Klarheit in ihren Rollen. Die Schweiz wirkt wie ein Team, das auf verschiedene Arten gewinnen kann. Wichtig ist auch, Patrick Fischer nicht zu vergessen. Diese Entwicklung begann nicht erst bei und mit Jan Cadieux. Fischer hat über Jahre Identität, Mut und internationales Selbstverständnis gegeben. Er hat aus einer Mannschaft, die überraschen wollte, ein Team geformt, das heute selbstverständlich gegen grosse Nationen bestehen will. Cadieux führt diesen Weg weiter. Er stellt sich nicht über die Mannschaft, sondern gibt ihr Halt. Genau deshalb wirkt diese Nati nicht neu erfunden, sondern gereift.

Auch das Tribünengezwitscher passte: Wenn Sportgrößen wie Marco Odermatt, Mark Streit oder Beni Huggel in der Halle sind, zeigt das die Strahlkraft dieser Heim-WM. Und wenn Büne Huber, Frontmann von Patent Ochsner, in der Kabine die Starting Six verkündet, bekommt der Abend endgültig Schweizer Seele. «W. Nuss vo Bümpliz» von Patent Ochsner aus dem Jahr 1997 ist längst weit mehr als ein Mundartsong. Für viele gilt er als inoffizielle Schweizer Nationalhymne. Nach jedem Sieg läuft der Song in der Swiss Life Arena, 10’000 Menschen singen mit und plötzlich wird Zürich-Altstetten für einen Moment zum neuen Bümpliz. Genau darin liegt die Magie: Aus einem Stadionabend wird ein gemeinsames Gefühl. Aus Eishockey wird Heimat.

Vielleicht passt genau das erstaunlich gut zu dieser Schweizer Nati. Auch sie funktioniert nicht nur wegen einzelner großer Namen. Ihre Kraft liegt im Zusammenspiel: emotional, bodenständig, fast hymnisch, aber nie abgehoben. Wie der Song aus Bümpliz macht auch diese Mannschaft aus dem Schweizer Alltag etwas Besonderes. Aus Ordnung wird Magie. Aus Disziplin wird Glaube. Aus einer starken Vorrunde wird das Gefühl, dass mehr möglich ist.

Lange hieß es, Finnland werde die erste echte Reifeprüfung. Nach dem 4:2 darf man sagen: Diese Prüfung hat die Schweiz bestanden. Doch jetzt beginnt ein anderes Turnier. Ab dem Viertelfinale gibt es keine Tabellen mehr, keine zweite Chance, kein Morgen. Jetzt ist alles K.O. und mit Schweden wartet nicht einfach der nächste Gegner, sondern der Elchtest dieser Schweizer WM. Finnland zeigte, ob diese Mannschaft reagieren kann. Schweden wird zeigen, ob sie bestehen kann, wenn nichts mehr zu verwalten ist. 

Sieben Siege in sieben Spielen erzählen viel. Das Viertelfinale entscheidet, wie viel sie wert sind.

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