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Die kleine Sommerserie, Teil 5

Was war vor 40 Jahren? Die Eishockey-Saison 1986/87

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In der Saison 1986/87 verteidigten die Kölner Haie ihren Meistertitel. Vorne in der Mitte: KEC-Kapitän Udo Kießling.
In der Saison 1986/87 verteidigten die Kölner Haie ihren Meistertitel. Vorne in der Mitte: KEC-Kapitän Udo Kießling. (Foto: dpa/picture alliance/Roth)

Die Hälfte ist geschafft, wir wenden uns jetzt jenen Zeiten zu, die die meisten von uns erlebt haben. Im Sommer 1986 wurde fast täglich in den Nachrichten über den Reaktorunfall im April in Tschernobyl berichtet, in Deutschland war Helmut Kohl Bundeskanzler und in den USA hatte Ronald Reagan das Sagen.

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In der Eishockey-Bundesliga galt der Meister von 1986 auch gleich als Favorit für die kommende Saison. Der Kölner EC war einfach zu stark besetzt, glaubten jedenfalls die meisten Fachleute und auch das Publikum.

Beim Saisonstart zeigte sich dann, dass das Starensemble der Kölner sich erst einmal wieder finden musste. Nach vier Spieltagen hatte der KEC bereits zwei Niederlagen (3:4 in Schwenningen und 1:5 in Kaufbeuren) in der Bilanz stehen, aber dann sah es besser aus, bis zum 12. Oktober 1986. Es folgte der Tiefpunkt mit einem 4:7 beim späteren Absteiger SC Riessersee und danach gleich noch ein 2:3 ausgerechnet in Düsseldorf. Es kriselte beim KEC und Trainer Hardy Nilsson zog die Zügel an, wobei es immer wieder kleine Pleiten gab wie ein 3:5 beim Aufsteiger Eintracht Frankfurt. Am Ende standen die Kölner zwar ziemlich weit oben, aber nur auf Rang zwei.

Die Pole-Position hatte sich der bayrische Konkurrent Sportbund DJK Rosenheim gekrallt. Mit einem Punkt Vorsprung vor den Rheinländern. Interessant: Auch die Oberbayern starteten schwach, gewannen von den ersten fünf Spielen nur zwei, gewannen dann aber am 7. Dezember 1986 sage und schreibe mit 8:2 in Köln und feierten in dieser Phase mit elf Siegen in Folge eine exzellente Serie. Erst Landshut stoppte den bayrischen Konkurrenten am 16. Januar 1987 mit einem 7:4. Kaum zu glauben, aber noch schlechter als das Duo Köln/Rosenheim startete der Geheimfavorit, die DEG in die Spielzeit. Nach den ersten sieben Spielen stand nur ein Sieg (6:2 gegen Riessersee) zu Buche und erst vier Wochen später feierten die Fans Erfolg Nummer zwei mit einem 6:4 gegen Landshut. Dann folgte ein 3:2 gegen Köln und dann brach es aus den bis dahin verhinderten Scharfschützen der DEG. Beginnend mit einem 11:1 in Riessersee schossen sie in nur sieben Spielen 57 Tore, ehe sie in Köln Mitte November mit einem 4:8 gestoppt wurden. Am Ende stand Platz drei für die DEG. Den vierten Rang sicherte sich der Mannheimer ERC, dahinter folgten mit Kaufbeuren, Iserlohn, Schwenningen und Landshut auch einige positive Überraschungen. Aufsteiger Eintracht Frankfurt musste jedoch Lehrgeld zahlen, gewann am Ende neun von 36 Spielen und musste zusammen mit Schusslicht Riessersee in die Relegation.

In den Play-Offs zeigte sich, dass die Teams der Platze fünf bis acht zwar mithalten konnten, aber nicht die Stärke aufwiesen, um die Platzhirsche in einer Best-of-Five-Serie in Schach zu halten. Die ersten vier kamen alle weiter und im Halbfinale überschlugen sich die Ergebnisse. Die mit Spannung erwartete Rheinserie zwischen den Haien und der DEG ging mit 3:0 (8:1, 9:1, 7:3) überdeutlich an die Kölner und Vorrundenmeister Rosenheim, während der Saison dreifacher Sieger gegen Mannheim, musste gegen die Kurpfälzer eine 0:3-Serienniederlage (2:3, 1:3, 3:4) hinnehmen und war auf einmal raus. Damit hatte der MERC sein Pulver verschossen und sah im Finale gegen die Kölner Haie kein Land. Mit 5:0, 6:2 und 9:2 gewann der KEC und konnte somit seinen Titel verteidigen – und das ohne jede Niederlage in den Play-offs.

Das Team des KEC: Helmut de Raaf, Thomas Bornträger, Alexander Lange; Udo Kießling, Andreas Pokorny, Werner Kühn, Rene Ledock, Brian Young, Justyn Denisiuk, Tom Thornbury; Doug Berry, Marc Otten, Miroslav Sikora, Christoph Augsten, Boguslaw Maj, Helmut Steiger, Holger Meitinger, Gerd Truntschka, Thomas Gröger, Dieter Hegen, Udo Schmid. Trainer: Hardy Nilsson.

Den Scorertitel holte übrigens der Kaufbeurer Pavel Richter (66) vor dem DEG-Star Chris Valentine (63) und Iserlohns Jaroslav Pouzar (60).

In der Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga kam es dann in Garmisch zum Blackout. Der SCR, vielfacher deutscher Meister, zuletzt 1981, hatte gegen den finanzstarken Berliner SC Preußen keinerlei Chance und stieg als Sechster in der Runde ab. Eintracht Frankfurt konnte dagegen, hauchdünn mit einem Punkt Vorsprung auf Zweitligasüdmeister EHC Freiburg, die Liga erhalten. Der SV Bayreuth, Erstligaabsteiger 1986, hatte mit der Entscheidung trotz eines fünften Platzes nichts mehr zu tun.

Die 2. Bundesliga, in Nord und Süd geteilt, sah im Norden einen überlegenen BSC Preußen, dahinter wurde es jedoch äußerst knapp. Die ESG Kassel konnte sich schließlich knapp durchsetzen vor dem Krefelder EV und dem EC Bad Nauheim. Im Süden hatte der EHC Freiburg mit sieben Punkten Vorsprung deutlich die Nase vorn. Den Vizetitel holte sich der Augsburger EV vor dem SV Bayreuth und dem EV Füssen.

Hochspannung auch in der drittklassigen Oberliga. Im Norden ging der Titel an den EC Ratingen vor dem EC Dinslaken. Platz drei nahmen die Vorgänger des heutigen DEL-Club Grizzlys Wolfsburg, der ESC, ein und der EC Hannover belegte Platz vier. Damals existierte auch eine Oberliga Mitte und hier setzte sich der EV Stuttgart durch vor dem Heilbronner EC. Unglaublich: Die Stuttgarter erzielten in 28 Spielen 350 Tore und verloren nur einmal, und zwar in Heilbronn. In der Oberliga Süd wurde der ERC Ingolstadt Meister vor dem EV Dingolfing, dem EHC 80 Nürnberg und dem EC Peiting. Der spätere deutsche Meister Hedos München kam nur auf Rang fünf. Für die Münchner eigentlich eine verlorene Saison, sie hatten sich mehr erhofft. Aber nun spielte ihnen das Schicksal in die Karten.

In der Relegation zur 2. Bundesliga Süd gab es zwei Gruppen. In der ersten setzte sich der EC Bad Tölz durch vor dem EV Stuttgart und dem ERC Sonthofen. Vierter wurde der EHC 80 Nürnberg. In der zweiten Gruppe holte sich Selb den ersten Platz vor Landsberg, Heilbronn und Hedos München. Nachdem die Schalker Haie schon während der Vorrunde in der 2. Bundesliga Nord Insolvenz anmelden mussten, passierte im Süden nach der Saison das gleiche beim Augsburger EV und dem VERE Selb. Erster Nachfolger wäre der ERC Sonthofen gewesen, aber diese trauten sich nicht und so nutzten Nürnberg und München die Aufstiegschance. Zwei Teams, die am Ende mit so viel Glück nicht gerechnet hatten.

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