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Die kleine Sommerserie, Teil 3

Was war vor 60 Jahren? Die Eishockey-Saison 1966/67

Lesedauer: 4 Minuten
Eishockey auf dem Rasen? Hier gratuliert der Kapitän von Fortuna Düsseldorf, Reinhold Straus (links), dem DEG-Kapitän Peter Gregory (rechts) zum Gewinn der Deutschen Eishockeymeisterschaft 1966/67.
Eishockey auf dem Rasen? Hier gratuliert der Kapitän von Fortuna Düsseldorf, Reinhold Straus (links), dem DEG-Kapitän Peter Gregory (rechts) zum Gewinn der Deutschen Eishockeymeisterschaft 1966/67. (Foto: dpa/picture alliance/United Archives)

Und wieder machen wir in unserer Sommerserie einen kleinen Zeitsprung nach vorne, überspringen zehn Jahre und befinden uns jetzt im Sommer 1966.

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Allerdings sind die Sorgen in der Welt in der Zwischenzeit nicht kleiner geworden. In Südostasien droht wiederum ein Krieg und in den deutschen Universitäten wird, gegen vieles, auf die Barrikaden gegangen. Und auch im Eishockey hat sich einiges geändert. Der DEB hat dabei eine Vorreiterrolle übernommen und seiner höchsten Spielklasse im Sommer 1958 einen Namen gegeben, der sich bundesweit durchsetzen sollte: Bundesliga.

Dieser Name ersetzte die Oberliga, die ab sofort nur noch der Name für die zweithöchste Spielklasse war. Die dritte Liga hieß fortan kurzfristig Gruppenliga und ab 1964 Regionalliga.

Die Eishockeyfans waren heute vor 60 Jahren davon überzeugt, dass der nächste Deutsche Meister wiederum EV Füssen heißen würde, auch wenn der Konkurrent aus Bad Tölz heftig an dessen Vorherrschaft sägte. Wer jedoch kaum in Betracht kam, war eine Macht im Westen, die sich klammheimlich punktuell verstärkt hatte und auch an der Bande mit dem späteren Bundestrainer Hans Rampf über viel Kompetenz verfügte, die Düsseldorfer EG.

Diese DEG, erst im März 1965 in die Bundesliga aufgestiegen, wollte unbedingt an die Spitze und verstärkte sich natürlich im Süden. Wichtigster Transfer war jedoch bereits ein Jahr zuvor der von Otto Schneitberger gewesen. Der Verteidiger brachte dem Neuling die dringend gebrauchte Stabilität und das konnte man an den erzielten Ergebnissen auch schnell erkennen. Vor der Saison kam lediglich noch Rief aus Kaufbeuren. Entscheidend war jedoch, dass die Eigengewächse wie Torhüter Hans-Joachim Schmengler, sich deutlich verbessert hatten. Die DEG startete mit Siegen gegen den Berliner SC (9:2) und bei Preußen Krefeld (8:2) und bestand die Feuertaufe in der Gruppe Nord im November, als erst der Krefelder EV mit 2:1 besiegt werden konnte und es danach beim ärgsten Verfolger Mannheimer ERC ein seltenes 0:0 gab. Die Nord-Vorrunde ging somit an die DEG vor dem Mannheimer ERC und dem Krefelder EV. Die Preußen und der Berliner SC mussten in die Relegation.

Im Süden beherrschten die Füssener wie üblich das Geschehen, überquerten die Vorrundenziellinie als Erste vor Bad Tölz und Landshut. In die Relegation mussten hier Riessersee und Kaufbeuren. 

Nach der Trennung in der Vorrunde in die Gruppen Nord und Süd begann dann am 7. Januar 1967 die Meisterrunde, und die gleich mit einem Paukenschlag. Die DEG gewann in Bad Tölz 4:2, und auch Füssen startete mit zwei Siegen. Am 13. Januar 1967 kam es dann zum Spitzentreffen in Düsseldorf und die DEG gewann vor ausverkauftem Haus, es sollen über 11.000 Zuschauer an der Brehmstraße gewesen sein, 3:1. Überhaupt die Brehmstraße. Der Kartenvorverkauf für alle Heimspiele soll innerhalb einer Stunde vorbei gewesen sein. Als dann die Füssener ihren Roadtrip in den Westen mit einem 3:4 in Krefeld beendeten, schwante den südlichen Experten Böses und tatsächlich, Füssen unterlag auch im Rückspiel der DEG, diesmal mit 2:3 und war aus dem Rennen. Jetzt war die DEG im Rausch, holte noch sieben weitere Siege, ehe es am 17. Februar 1967 ein 1:3 in Landshut gab. Doch am Ende stand der Titelgewinn für die DEG. Füssen dagegen wurde in der Tabelle durchgereicht und am 19. Februar unterlag man zuhause Bad Tölz sogar noch mit 3:9, beendete die Meisterschaft mit einem für sie indiskutablen vierten Platz.

In der zweitklassigen Oberliga wurde ebenfalls strikt geografisch begonnen. Im Norden beherrschte der VfL Bad Nauheim das Geschehen, gewann vor Eintracht Frankfurt und dem Kölner EK, im Süden holte sich der Augsburger EV den Vorrundensieg vor Bayern München und der SG Oberstdorf/Sonthofen. Das Finale entschieden die Augsburger deutlich mit 4:2 und 6:1 gegen Bad Nauheim für sich.

In der drittklassigen Regionalliga, in der im Norden sieben, im Süden gar nur vier Teams antraten, gewannen der EC Hannover und der ERV Ravensburg die regionalen Titel. Im Finale blieb Ravensburg mit 4:3 und 11:1 gegen den ECH Sieger.

In der Relegation zur Oberliga setzte sich im Norden der Mannheimer SC vor dem EC Deilinghofen, der SG Nürnberg und dem EC Hannover durch. Im Süden dürften die vier Regionalligateilnehmer alle in der Relegation mitantreten, und hier überraschte der ERV Ravensburg, der sich überraschend nur dem EHC Holzkirchen geschlagen geben musste. Den dritten Aufstiegsplatz sicherte sich Ziegelwies Füssen. Den Relegationstitel holte sich der EHC Holzkirchen, der den Mannheimer SC mit 8:2 und 4:2 auf Distanz hielt.

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