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Die kleine Sommerserie, Teil 2

Was war vor 70 Jahren? Die Eishockey-Saison 1956/57

Lesedauer: 4 Minuten
Foto: dpa

Im zweiten Teil unserer kleinen sommerlichen Zeitreise machen wir einen Sprung um zehn Jahre nach vorne. Wir befinden uns jetzt also im Sommer 1956. Das Chaos nach dem zweiten Weltkrieg war zu 90 Prozent Vergangenheit und die Olympischen Sommerspiele fanden im späten Herbst in Australien statt.

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In der Zwischenzeit hatte sich die Oberliga als höchste deutsche Spielklasse herauskristallisiert und hier zeigten sich die bayrischen Vereine, in allem voran der EV Füssen, überlegen. Die Männer vom Kobelhang hatte bereits von 1953 bis 1956 die Oberliga dominiert und sie waren auch die Favoriten für die Saison 1956/57.

Das bedeutete für den DEB ein kleines Dilemma, denn diese Überlegenheit nahm natürlich die Spannung und sorgte nicht gerade für große Zuschauerzahlen. Also kam der damalige DEB-Präsident, der Krefelder Willi Overrath, übrigens nicht mit dem späteren Fußball-Nationalspieler Wolfgang Overrath verwandt, auf die glorreiche Idee, die Oberliga in eine Nord- und eine Südliga aufzuteilen. In beiden Gruppen sollten je fünf Mannschaften eine einfache Hin- und Rückrunde spielen und danach die drei besten Südteams sich mit den beiden besten Nordteams messen, den Deutschen Meister ausspielen.

Der Start in die neue Saison wurde am 7. November 1956 mit der Begegnung EV Füssen gegen ESV Kaufbeuren vollzogen, wobei der EVF dem Neuling erst einmal deutlich die Leviten las. Das Spiel endete 15:1 und so ging es munter weiter. In der zweiten Partie bezwang Füssen den SC Weßling mit 17:3 und dann ging Kaufbeuren in Bad Tölz gleich mit 4:19 baden. Als dann am 21. November Füssen auch noch den starken Rivalen Bad Tölz mit 12:4 abkanterte, war klar, dass die Südvorrunde an Füssen gehen würde. Klar? Nein, denn ausgerechnet gegen den SC Riessersee leisteten sich die Füssener ein 2:3 und am 30. Dezember in Garmisch sogar ein 2:11. Das bedeutete im Klassement für den EVF nur Rang zwei und war für den Siegesverwöhnten Dauermeister ein kleiner Schock.

Im Norden gab es auch eine absolute Überraschung. Nicht Favorit Mannheimer ERC oder die Düsseldorfer EG machte das Rennen, sondern der VfL Bad Nauheim. Das Team um die Brüder Leo und Toni Barczikowski sowie Helmut Langsdorf, Georg Kowarik und Kurt Schmolinga gewann alle zehn Spiele, darunter beide Begegnungen gegen Mannheim. Allerdings waren hier die Partien härter als im Süden umkämpft, es gab kaum zweistellige Siege. Den höchsten Erfolg holte der Mannheimer ERC beim Kölner EK mit 12:0.

Wer jetzt jedoch gedacht hätte, dass der Norden eine kleine Chance im Kampf um die Meisterkrone haben würde, sah sich schwer enttäuscht. Beide Nordvertreter, Bad Nauheim und Mannheim, wurden zum Spielball der Südbayern. Beide Teams holten nur drei Punkte, wobei Bad Nauheim alle gegen die Mannheimer gewann (5:4, 1:1). Der MERC überraschte jedoch am letzten Spieltag am 9. März 1957 mit einem 7:4 in Bad Tölz. Dabei brillierte Torhüter Fritz Wargenau. Für die Torgefahr der Kurbadener sorgten Bruno Guttowski, Eriks Koneckis und Kurt Sepp, ein gebürtiger Füssener.

Die wirkliche Musik wurde jedoch wieder in Füssen und Garmisch gespielt. Zwar starteten die Füssener mit einem mühevollen 3:2 gegen Bad Tölz, aber nach dem 13:0 gegen Bad Nauheim war wieder Stimmung im Spiel. Riessersee dagegen wirkte, völlig untypisch, wie gelähmt. Der Tiefpunkt war am 2. Februar 1957 ein 3:10 gegen Bad Tölz und als es am 16. Februar gar ein 2:5 gegen Füssen setzte, war allen SCR-Fans klar, dass der Meister wieder einmal vom Kobelhang kommen würde. Am Ende resultierte der einzige Punktverlust des EVF aus einem 1:1 am 27. Februar in Bad Tölz. Das Meisterteam des EV Füssen: Tor: Wilhelm Bechler, Karl Fischer; Verteidigung: Martin Beck, Ernst Eggerbauer, Paul Ambros, Ernst Eggerbauer; Sturm: Markus Egen, Georg Guggemos, Fritz Kleber, Walter Krötz, Oskar Mayrhans, Max Pfefferle, Siegfried Schubert, Ernst Trautwein und Xaver Unsinn.

In der damaligen Regionalliga, der zweithöchsten Spielklasse, setzte sich im Süden der EV Landshut durch. Im Norden gewann der Berliner SC das Finale gegen den EHC Düsseldorf mit 3:1, unterlag aber im Relegationsspiel in Krefeld gegen die Preußen Krefeld mit 2:6. Somit verblieben die Preußen in der höchsten deutschen Spielklasse.

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