DEL2: Der groHeute: Löwen Frankfurt

Hexer im Löwen-Kasten:  Brett Jaeger Foto: picture allianceHexer im Löwen-Kasten: Brett Jaeger Foto: picture alliance
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Der Start der Deutschen Eishockey Liga 2 (DEL2) in die Saison 2017/18 verspricht gleich ein meisterliches Kräftemessen: Zum Saison-Start am Freitag, den 15. September, gibt es die Neuauflage des Playoff-Finales aus der vergangenen Spielzeit. Die Bietigheim Steelers reisen zum amtierenden Meister — den Löwen Frankfurt. Ein Hammer-Duell, das bestimmt Lust auf mehr macht. Die Liga verspricht wie immer Tradition pur. Wie zum Beispiel bei Aufsteiger Tölzer Löwen. Ein Team, das die Eishockeygeschichte atmet, fühlt, lebt. Hockeyweb testet alle 14 Teams auf Herz und Nieren.

Heute: Meister Löwen Frankfurt

Neuauflage des Finales: Hammerstart in die neue Saison

Wirft man einen Blick auf das Resümee der DEL 2-Vorschau der Löwen Frankfurt vergangener Saison, so stellt man fest, dass laut dieser aller guten Dinge bzw. Anläufe nicht nur drei wären, sondern auch, dass den Löwen bei Ruhe im Umfeld eine lange Saison ins Haus stehen könnte. Nicht nur Ruhe im Umfeld war dabei ausschlaggebend, auch sportlich lieferten die Löwen eine gute Hauptrunde. Der erfahrene Trainer-Haudegen Paul Gardner führte die Mainstädter in ruhiges Fahrwasser und damit letztlich zur Meisterschaft.  Doch nun tauschen die Rollen: die Löwen werden vom Jäger zum Gejagten, während gleichzeitig eine kleine Verjüngungskur im Kader der Löwen stattfand.

Bereits Anfang März verlängerte Sportdirektor Rich Chernomaz mit seinem hauptverantwortlichen Trainer Paul Gardner um eine weitere Saison. Damit wird der DEL 2-Meistertrainer auch in der Saison 17/18 an der Bande der Löwen stehen. Im Sommer verpflichteten die Löwen zudem mit Brian Patafie einen neuen Equipment Manager, der neben dieser genannten Aufgabe ebenfalls als Physiotherapeut für die Frankfurter tätig sein wird. Zuvor war dieser für die Calgary Flames tätig. Doch auch das Spielerkarussell drehte sich trotz Meisterschaft- wenn auch nicht allzu schnell.

Jaeger macht den Kasten dicht

Defensive: Im Tor konnten die Löwen ihren Playoff-Garanten Brett Jaeger halten, der nicht selten mit der ein oder anderen Glanzparade begeisterte und damit einen großen Teil dazu beitrug, das letzte Spiel der Saison zu gewinnen. Dieser erhält nun doppelte Unterstützung: der unter den Löwen-Fans durchaus beliebte Florian Proske, letzte Saison lange verletzt ausgefallen, wird mit Hannibal Weitzmann das Back-Up-Duo bilden. Proske wie auch Weitzmann kommen per Förderlizenz aus Mannheim und Köln. Beide sollen sich einen Konkurrenzkampf um die Position hinter Nummer Eins-Torhüter Brett Jaeger liefern. Proske geht in seine zweite Löwen-Saison als Back-Up, Weitzmann wird erstmals für die Löwen als Back-Up auflaufen und war zuvor Back-Up-Torhüter hinter Kevin Nastiuk bei den Dresdner Eislöwen.  In der Verteidigung ließen die Löwen ihren offensivstärksten und spielantreibenden Kontingent-Verteidiger Matt Tomassoni zum HC Bozen ziehen. Nach vier Jahren im Löwen-Dress wechselte der zuletzt stabilere David Cespiva in seine Heimat zum Oberligisten EV Duisburg. Auch Joel Keussen folgte nach drei Jahren DEL 2 der Heimatluft und wechselte nah an seinem Heimatort Duisburg, indem er bereits früh in der Saison bei den Krefeld Pinguinen in der DEL unterschrieb. Drei Namen verließen damit die Löwen, deren Defensiv-Pfeiler die Löwen erstmal ersetzen mussten. Doch die Löwen scheinen sich nicht lumpen lassen zu wollen. Aus Kanada holten die Löwen mit Rechtsschütze Dalton Yorke einen kantigen Defensiv-Verteidiger, der zugleich einen deutschen Pass besitzt und keine Kontingentstelle der Löwen besetzt. Der 21-jährige Yorke sammelt nun erstmals Erfahrung auf europäischem Eis und ist in Kanada als harter, abräumender Verteidiger bekannt. Die namhafteste Defensiv-Verstärkung dürfte jedoch der Ex-Düsseldorfer Tim Schüle sein, der nach acht Jahren DEL (Nürnberg Ice Tigers & Düsseldorfer EG) und im besten Sportler-Alter von nur 26 Jahren nun in die DEL 2 nach Frankfurt wechselte und den nach Bozen gewechselten Matt Tomassoni ersetzen soll. In Sachen Spielaufbau und Offensiv-Gefahr dürfte Schüle diesem nicht allzu viel nachstehen. In seine dritte Löwen-Saison geht Mike Card. Dominic Tiffels wird als Förderlizenz-Spieler vom neuen Kooperationspartner Kölner Haie über die Saison in Frankfurt geparkt. Der erfahrene polnische Nationalspieler Pawel Dronia, der abgeklärte und außerdem Offensiv-Akzente setzende Eric Stephan (beste Plus-Minus-Bilanz aller Löwen-Verteidiger und zweitbeste Plus-Minus-Bilanz im gesamten Team) sowie Maximilian Gläßl (Förderlizenz aus Straubing) komplettieren die Löwen-Verteidigung. Mit Yorke, Gläßl, Stephan und Tiffels werden vier der sieben unter Vertrag stehenden Verteidiger als U23-Spieler auflaufen und damit eine relativ junge Löwen-Verteidigung aufbieten.

Wer ersetzt Flügelflitzer Richie Mueller?

Angriff: Im Sturm mussten die Löwen Publikumsliebling und Flügelflitzer Richie Mueller ins Werdenfelser Land zum SC Riessersee ziehen lassen, die Mueller schon früh in der abgelaufenen Saison mit einem nicht unerheblich höher dotierten Zweijahres-Vertrag überzeugen konnten. Christoph Gawlik zog es wieder in den Süden und wird dort bei einem DEL-Verein unterkommen, Jungtalent Lukas Laub probiert sich in der DEL bei der Düseldorfer EG. Der lange mit einer Verletzungspause ausgefallene Dennis Reimer erhielt kein neues Angebot der Löwen, genauso wie Eddy Rinke-Leitans. Beide sind noch vertraglos. Nach seiner einjährigen Zwangspause und mit neu operierter Hüfte hängte der zwei Saisons für die Löwen aufgelaufene Top-Center Nick Mazzolini seine Schlittschuhe an den Nagel und nahm ein Angebot als Cheftrainer in den USA an. Roman Pfenning wechselte nach Hannover zu den Indians, Ricco Ratajczyk zu den Kassel Huskies. Neben der Aufgabe, junge Offensiv-Spieler für die U23-Fraktion zu ersetzen, mussten auch namhafte Abgänge kompensiert werden.

Halten konnten die Löwen ihre Top-Reihe der vergangenen Saison um den zuletzt zu Top-Form aufgelaufenen Brett Breitkreuz und Matt Pistilli, die ihre Verträge nach der Saison um eine weitere Spielzeit verlängerten, sowie CJ Stretch und Patrick Jarrett, die jeweils noch ein Jahr Vertragslaufzeit hatten. Auch Bretts Bruder Clarke bleibt trotz einer eher durchwachsenen Saison ein Löwe. Dienstältester Löwe Nils Liesegang geht in seine sechste Löwen-Saison. Lucas DuMont sowie Eric Valentin komplettieren als Förderlizenz-Spieler mit dem bereits DEL-erprobten Vladislav Filin die U23-Riege der Löwen in der Offensive. Vor allem Filin zeigte in Dresden bereits in der Saison 15/16, welches Offensiv-Potenzial in ihm steckte. Aus Heilbronn konnten die Löwen sich die Dienste des vielversprechenden Centers Tyler Gron sichern, der mit Matt Pistilli zur Saison 15/16 in Dänemark bereits ein kongeniales Sturm-Duo bildete. Besonders freuen sich die Löwen sowie deren Fans sich auf Wade MacLeod, der nach überstandener Tumor-Behandlung im zweiten Anlauf nun für die Löwen auflaufen soll und auf seinen alten Bekannten aus Rosenheimer Zeiten CJ Stretch trifft. MacLeod, Stretch, Pistilli und Jarrett werden die vier Kontingentstellen der Löwen besetzen.

Neuzugänge Filin, Gron und MacLeod im Fokus

Fazit: Inwieweit die namhaften Abgänge mit Lukas Laub, Christoph Gawlik und Richie Mueller durch die vielversprechenden Zugänge wie Vladislav Filin, Tyler Gron, und Wade MacLeod adäquat ersetzt werden können, wird sich ab Winter der Saison herausstellen — und vor allem, wie weit sie in den Playoffs als Einheit agieren können, um eine lange Saison spielen zu können. Sicher dürfte sein, dass die Löwen unter den ’Top Vier“ der Liga mitspielen und wahrscheinlich ist auch das Halbfinale drin. Ab dort wird es wieder eng — vermutlich enger als letzte Saison, als die Löwen die Kassel Huskies sweepen konnten. Tiefer besetzt als in der vergangenen Saison sind die Löwen durch U23-Spieler vom Kooperationspartner aus Köln. Und dann entscheidet neben der Kadertiefe die Form, taktische Entschiedenheit und nicht zuletzt das Glück darüber, wer es wie weit und letztlich zum letzten gewonnenen Spiel der Saison schafft. (Autor: M.H.)


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