DEL-Vorschau 2026/27: Nürnberg Ice Tigers

Am 17. September startet die DEL in die neue Spielzeit. Hockeyweb stellt täglich eine Mannschaft vor. Heute richtet sich der Blick auf die Nürnberg Ice Tigers.
Die Nürnberg Ice Tigers gehen mit dem Anspruch in die DEL-Saison 2026/27, den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung zu machen. Nach einer Saison, die enttäuschend in den Pre-Playoffs endete, hat Sportdirektor Stefan Ustorf den Kader punktuell verändert und dabei vor allem auf mehr offensive Durchschlagskraft und zusätzliche Tiefe gesetzt. Gleichzeitig blieb ein großer Teil des Grundgerüsts erhalten. Cheftrainer Mitch O’Keefe soll die Mannschaft weiterentwickeln, damit die Franken sich endgültig als Playoff-Team etablieren und nach Möglichkeit nicht nur über die Pre-Playoffs in die entscheidende Saisonphase einziehen.
Tor:
Zwischen den Pfosten gibt es einen Wechsel. Niklas Treutle bleibt den Ice Tigers erhalten und soll weiterhin eine wichtige Rolle übernehmen. Der 34-Jährige gehört zu den erfahrensten deutschen Torhütern der Liga und bringt reichlich DEL-Erfahrung mit. Neu hinzu kommt der 26-Jährige Luis Janett vom Schweizer National-League-Klub EHC Biel und sammelte dort als Backup von Olympiasieger und Weltmeister Harri Säteri wertvolle Erfahrung. Da Janett die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, belastet er zudem keine Importstelle. Die Torhüterposition gehört damit zu den Bereichen, bei denen sich erst zeigen muss, ob Nürnberg tatsächlich einen Schritt nach vorne gemacht hat.
Verteidigung:
In der Defensive setzen die Ice Tigers stark auf Kontinuität. Einer der wichtigsten Bausteine ist Owen Headrick. Der Kanadier entwickelte sich in Nürnberg zu einem der produktivsten und zuverlässigsten DEL-Verteidiger und übernimmt sowohl offensiv als auch defensiv Verantwortung.
Auch der 25-Jährige Julius Karrer hat sich zu einer tragenden Säule der Nürnberger Defensive entwickelt. Dazu kommen mit Marcus Weber und Constantin Braun, der nach seiner Achillessehnenverletzung schmerzhaft fehlte, erfahrene deutsche Verteidiger.
Für frischen Wind und Entlastung für Headrick soll der 27-jährige Kanadier Chris Jandric von Ligakonkurrent ERC Ingolstadt sorgen, wo er den hohen Erwartungen in seiner ersten DEL-Saison noch nicht gerecht wurde. Von ihm erhofft man sich Verstärkung vor allem durch seine spielerischen Qualität und seinem guten ersten Pass. Für den abgewanderten Cody Heiskanen (Ravensburg) verpflichtete man den robusten Ryan Jones der besonders in der eigenen Zone für mehr Stabilität sorgen soll.
Nürnberg verfügt damit über einen interessanten Mix aus Erfahrung, Physis und spielerischer Qualität. Die große Frage wird sein, ob die Defensive über die gesamte Saison konstant genug agiert und von Verletzungen verschont bleibt. Gerade gegen die Topteams der Liga müssen die Ice Tigers ihre Stabilität verbessern, wenn der Sprung in Richtung direkte Playoff-Qualifikation gelingen soll.
Angriff:
Im Angriff haben die Ice Tigers einige interessante Akzente gesetzt, nachdem mit Will Graber (Wolfsburg) und Cole Maier (Iserlohn) zwei Leistungsträger den Verein verließen. Einer der vielversprechendsten Neuzugängen ist William Dufour. Der 24-jährige Kanadier kommt von den Fort Wayne Komets und bringt reichlich Erfahrung aus AHL und ECHL mit. Dort überzeugte er mit starken Offensivwerten und soll in Nürnberg insbesondere im Powerplay für Torgefahr sorgen. Allerdings wird Dufour zunächst fehlen. Der Stürmer zog sich in der Vorbereitung eine Oberkörperverletzung zu und soll voraussichtlich mehrere Wochen ausfallen. Damit verpasst er zumindest den Saisonstart und muss anschließend erst wieder an seine volle Leistungsfähigkeit herangeführt werden.
Mit Jackson Cates kommt ein weiterer Nordamerikaner nach Nürnberg. Der 28-jährige US-Amerikaner bringt Erfahrung aus der AHL mit und soll gemeinsam mit Dufour und Austin Magera für zusätzliche offensive Durchschlagskraft sorgen. Magera kam ebenfalls aus Fort Wayne und kennt Dufour daher bereits aus der vergangenen Saison.
Ein besonders interessanter Neuzugang ist zudem Noah , Bruder von NHL-Spieler Joshua Samanski. Der 20-Jährige wechselte von den Blue Devils Weiden nach Nürnberg und war in seiner ersten Profisaison einer der auffälligsten U21-Förderspieler der DEL2. Der junge Mittelstürmer soll in Nürnberg nun den Sprung in die DEL schaffen. Daneben konnte man mit Nikolaus Heigl, Zwillingsbruder von Thomas Heigl, einen weiteren sehr talentierten deutschen Stürmer verpflichten.
Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der bewährten Offensive um Topscorer Evan Barratt (16 Tore, 50 Vorlagen) erhalten. Samuel Dove-McFalls und Thomas Heigl gehören zu den wichtigsten deutschen Angreifern im Kader. Greg Meireles und Tyler Spezia bleiben ebenfalls in Nürnberg. Spezia war in der vergangenen Saison mit 18 Toren einer der besten Nürnberger Torschützen, während Meireles vor allem als Vorbereiter (24 Vorlagen) überzeugte. Auch Jake Ustorf bleibt an Bord. Der 28-Jährige geht in seine sechste Saison in Nürnberg und gilt vor allem als vielseitig einsetzbarer Mannschaftsspieler.
Die Offensive besitzt damit durchaus Potenzial. Entscheidend wird allerdings sein, ob die neuen Importspieler sofort produzieren und und die etablierten Kräfte ihre Leistungen konstant abrufen können. Gerade Dufour könnte mit seiner Torgefahr eine Lücke schließen, die Nürnberg in der vergangenen Saison immer wieder spürte.
Ein weiterer wichtiger Baustein bleibt die Entwicklung junger Spieler. Neben Samanski stehen weitere junge Kräfte im Kader, die den nächsten Schritt machen sollen. Die Verpflichtung Samanskis passt dabei zum Nürnberger Ansatz, jungen deutschen Spielern langfristig eine Perspektive in der DEL zu bieten.
Prognose:
Die Ice Tigers verfügen über einen ausgewogenen Kader mit viel DEL-Erfahrung und interessanten Neuzugängen. Gelingt es, die Offensive um Dufour, Cates und Magera schnell zu integrieren und defensiv konstant aufzutreten, ist die direkte Playoff-Qualifikation diesmal realistisch.











-tm.webp)
