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Der Hockeyweb-Countdown zum Saisonstart DEL

DEL-Vorschau 2026/2027: Löwen Frankfurt

Lesedauer: 4 Minuten
Konrad Abeltshauser (r.) wechselte aus München nach Frankfurt. (Foto: dpa/picture alliance/Eibner-Pressefoto)

Am 17. September startet die Deutsche Eishockey Liga (DEL) in die neue Saison. Hockeyweb stellt täglich eine Mannschaft vor. Heute geht der Blick auf die Löwen Frankfurt.

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Mit "Kini Kone" (König Konrad) zurück in die Play-Offs - die Vorsaison der Löwen Frankfurt verlief mit Platz 13 und vielen deutlichen Niederlagen enttäuschend, entsprechend groß war der Umbruch im Sommer. Dabei wurden Routiners wie eben Konrad Abeltshauser aus München und Björn Krupp aus Wolfsburg verpflichtet - und bekannte Namen aussortiert. So muss sich Carter Rowney - immerhin Stanley Cup-Sieger und eines der Gesichter der Löwen - einen neuen Arbeitgeber suchen, Namensvetter und Publikumsliebling Carter Proft steht ebenfalls nicht mehr im Kader der Hessen. Auch auf der Torwartposition nahmen die Verantwortlichen am Main Veränderungen vor. Mit einem runderneuerten Kader, der auf den ersten Blick stärker daherkommt als der aus der vergangenen Saison, wollen die Löwen nun wieder die Play-Offs ins Visier nehmen.

Trainer

Tom Pokel übernahm während der Saison von Tom Rowe. Nun steht seine erste komplette Spielzeit als Headcoach bevor. Im Sommer hatte er die Chance, den Kader nach seinen Wünschen zusammenzustellen, um seine Spielidee umsetzen und seine Handschrift deutlich(er) machen zu können. Das gelang nach seinem Amtsantritt in Frankfurt punktuell schon ganz gut, aber der Rückstand war bereits zu groß, um noch ernsthaft in den Kampf um die Play-Off-Plätze einzugreifen.

Tor

Cody Brenner, der in der vergangenen Saison 20 Spiele (Fangquote 89,7 Prozent, 3,37 Gegentore) im Tor der Löwen absolviert hat, ist geblieben und geht in seine dritte Saison am Main. Mit dem US-Amerikaner Adam Scheel wurde eine potenzielle Nummer Eins verpflichtet, zudem kam der junge Nico Pertuch aus Ingolstadt. Scheel absolviert seine erste Station in Deutschland, der 1,93-Hüne kommt vom KHL-Club Astana nach Frankfurt und war zuvor in der ECHL und AHL aktiv.

Verteidigung

Zwei - auch im Wortsinn - große Namen mit reichlich Erfahrung wurden für die Abwehr verpflichtet: Björn Krupp aus Wolfsburg und der viermalige deutsche Meister Konrad Abeltshauser aus München kommen zusammen auf mehr als 1000 DEL-Spiele, beide verfügen über ein Gardemaß jenseits der 190 Zentimeter, wie auch der junge Fabio Kose und der dienstälteste Löwe Daniel Wirt, der seit 2019 für die Hessen aufläuft.

Ob diese körperliche Robustheit auch mehr Stabilität - 196 Gegentore in der letzten Saison, nur Absteiger Dresden kassierte mehr - bringt, wird sich zeigen müssen. Abwehr-Chef und Antreiber Maksim Matushkin hatte für seine Verhältnisse eine eher durchwachsene Saison. Findet er unter Pokel zurück zu alter Stärke und knüpft der zum Verteidiger umgeschulte Linus Fröberg an seine guten Leistungen an, könnte die Abwehr in der Kombination mit den beiden neuverpflichteten Routiniers wieder sattelfester werden.

Angriff

Auch im Angriff lief es zuletzt nicht optimal: Mit 132 eigenen Treffern lag man ebenfalls am Ende der Tabelle, nur die Iserlohn Roosters (131) und Dresden (109) waren weniger effektiv vor dem Tor des Gegners. Dem wollen die Hessen mit zwei durchaus bemerkenswerten Transfers Abhilfe schaffen. Brandon Biro kommt vom KHL-Club Spartak Moskau, Austin Wagner spielte ebenfalls in der KHL in Shanghai. Bei Wagner stehen zudem 178 NHL-Spiele unter anderem für die Chicago Blackhawks und Los Angeles Kings in den Büchern. Mit einer Mischung aus hohem Tempo, Qualitäten im Abschluss und im Forecheck sollen sie die Offensive ankurbeln.

NHL-Erfahrung kann Neuzugang Anthony Romano nicht vorweisen, er wechselt aber vom ECHL-Champion Florida Everblades an den Ratsweg, für die er auf dem Weg zum Titel in 20 Play-Off-Spielen zwölf Treffer erzielte.

Der aus Köln verpfllichtete Dominik Uher bringt viel Erfahrung mit und könnte zusammen mit Cameron Brace, dem dienstältesten Angreifer der Hessen, eine Führungsrolle in der Löwen-Kabine übernehmen und dabei helfen, dass Akteure wie Ty Glover, Markus Schweiger, Matthew Wedman und Daniel Pfaffengut wieder die eine oder andere Schippe drauflegen können.

Prognose

Aus den bisherigen vier Testspielen gehen die Löwen Frankfurt mit einer ausglichenen Bilanz: Beim Gäuboden-Cup in Straubing verloren sie zunächst gegen die Grizzlys Wolfsburg, gewannen dann aber gegen die Nürnberg Ice Tigers und belegten Rang drei in diesem traditionellen Sommer-Turnier. Dem folgten eine 1:5-Niederlage in Köln und ein 4:2-Sieg in Augsburg. Den letzten Test bestreiten die Löwen am kommenden Samstag - erstmals auf eigenem Eis - gegen den ERC Ingolstadt. Tom Pokel zeigte sich bisher mit dem Spiel Fünf gegen Fünf durchaus zufrieden, sah aber noch Luft nach oben in Unterzahl.

Wenn die Neuen gut einschlagen und das umgestaltete Team - jeweils zehn Ab- und Zugänge - schnell zueinander findet, könnte es mit der Play-Off-Qualifikation klappen, allerdings wohl "nur" für die erste Runde. Ein Platz unter den ersten Sechs scheint (noch?) außer Reichweite.

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