DEL-Vorschau 2026/27: Fischtown Pinguins Bremerhaven

Am 17. September startet die Deutsche Eishockey Liga (DEL) in die neue Saison. Hockeyweb stellt täglich eine Mannschaft vor. Heute geht der Blick auf die Fischtown Pinguins Bremerhaven.
Mit Höhen und Tiefen verlief die Spielzeit 2025/26 für die Fischtown Pinguins Bremerhaven. Im Fernduell mit dem Meister aus Berlin verpassten sie am Ende den Einzug in die Top 6. In der ersten Play-off-Runde setzten sie sich gegen die Nürnberg Ice Tigers mit zwei Siegen durch. Im Viertelfinale gegen die Adler Mannheim endete die Reise allerdings nach fünf Spielen mit einem 1:4 in der Serie aus Sicht der Pinguins.
Zur neuen Saison steht die Mannschaft vor einem großen Umbruch, weil mehrere langjährige Schlüsselspieler wie Jan Urbas, Žiga Jeglič und Ross Mauermann den Verein verlassen haben. Ziel wird es sein, trotz dieser Verluste einen Platz in der oberen Tabellenhälfte zu behaupten.
Trainer
Seit der Saison 2024/25 ist Alexander Sulzer Cheftrainer der Nordseestädter. Der ehemalige Nationalspieler hat seitdem eine Mannschaft geformt, die für hohe Intensität, Disziplin und eine starke Defensive steht. Sulzer steht nun vor der Aufgabe, die zahlreichen Veränderungen im Kader zu integrieren und der Mannschaft neue Impulse zu geben.
Tor
Auf der Torhüterposition setzen die Pinguins weiterhin auf Kristers Gudlevskis und Leon Hungerecker. Vor allem Gudlevskis steht dabei für Konstanz und Qualität. Der Lette gehört seit Jahren zu den Leistungsträgern in Bremerhaven und wurde 2024 und 2025 jeweils zum DEL-Torwart des Jahres gewählt.
Die vergangene Saison verlief für den 34-Jährigen allerdings nicht ohne Rückschlag. Ende Oktober zog er sich eine Schulterverletzung zu und fiel mehrere Monate aus. Damit verpasste er nicht nur einen großen Teil der DEL-Saison, sondern kam auch bei den Olympischen Winterspielen mit der lettischen Nationalmannschaft nicht zum Einsatz. Rechtzeitig zu den entscheidenden Wochen meldete sich der Schlussmann jedoch zurück. In den Play-offs zeigte Gudlevskis wieder seine gewohnt starken Leistungen und unterstrich anschließend auch bei der Weltmeisterschaft im Trikot Lettlands seine internationale Klasse.
Mit Leon Hungerecker steht ihm weiterhin ein verlässlicher Backup zur Seite. Der deutsche Torhüter hat bereits mehrfach bewiesen, dass er Gudlevskis im Bedarfsfall adäquat vertreten kann. Dies stellte Hungerecker auch beim 6:1-Erfolg gegen die Adler Mannheim im vierten Viertelfinalspiel eindrucksvoll unter Beweis. Mit einer souveränen Vorstellung trug er entscheidend zum klaren Erfolg der Pinguins bei und unterstrich damit die Qualität sowie Stabilität auf der Torhüterposition.
Damit verfügen die Bremerhavener zwischen den Pfosten über ein Duo, das Erfahrung, Qualität und Sicherheit vereint.
Verteidigung
In der Verteidigung setzen die Pinguins ebenfalls auf ein weitgehend eingespieltes Gerüst. Mit Akito Hirose, Matthew Abt, Phillip Bruggisser, Ludwig Byström, Nicholas B. Jensen und Vladimir Eminger stehen zahlreiche erfahrene Akteure weiterhin zur Verfügung. Ergänzt wird das Aufgebot durch die beiden Talente Rayan Bettahar und Maxim Rausch, die über großes Entwicklungspotenzial verfügen.
Hirose dürfte erneut eine zentrale Rolle übernehmen. Der Nordamerikaner entwickelte sich in der vergangenen Saison zu einem der wichtigsten Offensivspieler der Nordseestädter und sammelte 38 Scorerpunkte in der Hauptrunde. Mit fünf Toren und 33 Assists war er Topscorer der Bremerhavener und unterstrich seine offensive Qualität. Auch Abt und Bruggisser können regelmäßig Akzente im Spiel nach vorne setzen.
Byström, Jensen und Eminger stehen dagegen vor allem für Stabilität, körperliche Präsenz und defensive Sicherheit. Die Mischung aus Erfahrung, offensiver Qualität und jungen Spielern mit Entwicklungspotenzial macht die Abwehr zu einem vielseitigen Mannschaftsteil.
Dass große Teile der Verteidigung zusammengehalten werden konnten, dürfte ein Vorteil sein. Die vorhandene Eingespieltheit kann für klare Abläufe und mehr Stabilität sorgen. Schon in der vergangenen Saison kam die Qualität dieses Mannschaftsteils zunehmend zum Tragen.
Angriff
Im Angriff steht dagegen ein größerer Umbruch bevor. Mit Jan Urbas (HK Olimpija Ljubljana), Žiga Jeglič (HK Olimpija Ljubljana) und Ross Mauermann (Grizzlys Wolfsburg) verlassen drei besonders prägende Spieler den Verein. Das Trio hat über Jahre hinweg das Gesicht der Bremerhavener geprägt. Die offensive Produktion und die Erfahrung der drei Leistungsträger zu kompensieren, wird daher alles andere als leicht.
Geblieben sind hingegen Miha Verlič, Andy Miele, Alex Friesen, Christian Wejse, Nino Kinder, Bennet Roßmy, Colt Conrad und Nicolas Krämmer. Verlič ist also der einzige verbliebene Teil des „Karawanken-Express“.
Gleichzeitig haben sich die Pinguins gezielt verstärkt. Parker Tuomie (Kölner Haie) bringt Erfahrung, Tempo und Spielintelligenz mit. Mit Roman Kechter (Nürnberg Ice Tigers) wurde zudem ein junger deutscher Center verpflichtet, der mit seiner Dynamik und seinem Entwicklungspotenzial neue Impulse setzen soll.
Für zusätzliche Erfahrung sorgt Alex Broadhurst (Amur Khabarovsk). Der US-Amerikaner war unter anderem in der KHL, AHL und NHL aktiv und soll vor allem als Center Verantwortung übernehmen. Auf ihn wird daher besonders viel Verantwortung zukommen. Broadhurst soll dabei helfen, einen Teil der offensiven Produktion des abgewanderten Trios aufzufangen.
Eine wichtige Rolle könnte auch C.J. Smith spielen. Der Angreifer wurde im Hauptrunden-Endspurt nachverpflichtet und zeigte sowohl dort als auch in den Play-offs starke Leistungen. Jungen Kräften wie Lenny Boos (Youngstown Phantoms) und Florian Reinwald (ESV Kaufbeuren) wird ebenfalls die Chance gegeben, sich auf hohem Niveau weiterzuentwickeln. Beide sammelten bereits Erfahrungen bei den deutschen U-Nationalmannschaften.
Offensiv wiegt der Verlust von Urbas, Jeglič und Mauermann schwer. Die neuen Spieler bringen Qualität und Potenzial mit, müssen die entstandene Lücke jedoch zunächst gemeinsam schließen. Gerade die Mischung aus erfahrenen Neuzugängen und jungen Talenten könnte dabei zum Schlüssel werden.
Prognose
Die Fischtown Pinguins Bremerhaven werden auch in dieser Saison wieder eine Rolle im Kampf um die Play-off-Plätze spielen und ein Wörtchen um den Einzug in die Top 6 mitreden. Das Team verfügt über viel Erfahrung und eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Vor allem die Defensive gehört zu den Stärken der Mannschaft. Offensiv müssen die Leistungsträger entsprechend ergänzt werden. Wenn das gelingt, werden die Pinguins erneut konstant punkten.













