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Nach der Kreis-Trennung

Wer könnte neuer Bundestrainer werden?

Lesedauer: 4 Minuten
Ralph Krueger wurde gerade erst in die IIHF Hall of Fame aufgenommen, ist aber leider an Parkinson erkrankt.
Ralph Krueger wurde gerade erst in die IIHF Hall of Fame aufgenommen, ist aber leider an Parkinson erkrankt. (Foto: dpa/picture alliance)

Nach der Trennung von Harold Kreis, dessen an sich noch bis 2027 laufender Vertrag als Bundestrainer aufgelöst wird, ist der Deutsche Eishockey-Bund auf Trainersuche. Da stellt sich die Frage: Wer könnte es werden? Wer passt zum Konzept? Und vor allem: wer ist bezahlbar?

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Gerade angesichts der Misserfolge durch das zweimal hintereinander verpasste Viertelfinale bei einer Weltmeisterschaft und dem enttäuschenden Verlauf der Olympischen Winterspiele in Mailand, als dem DEB-Team der wohl beste Kader aller Zeiten zur Verfügung stand, ist ein Aspekt, der zu beachten ist: Wie findet die Nationalmannschaft wieder zurück in die Spur, auf die sie Marco Sturm einst gebracht hat? Sturm galt als eher junger Trainer und impfte dem Team ein Sieger-Gen ein. Versuchte es Hans Zach einst damit, stets zu betonen, dass man den großen Nationen weit hinterherhinkt (womit er freilich recht hatte), sorgte Sturm dafür, dass die Qualität, die es aber nun einmal ebenso gibt, optimistisch und kreativ in Erfolge überführt wird. Die Folge war der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2018.

Toni Söderholm hat diese Erfolgsgeschichte weitergeführt, wechselte dann ins Vereinstrainergeschäft, ehe Harold Kreis übernahm und 2023 WM-Silber gewann. Allerdings schien die Verbindung aus DEL- und NHL-Profis in den letzten Jahren nicht mehr so recht zu zünden. Also: Der neue Mann müsste am besten so sein wie Marco Sturm oder Toni Söderholm. Jemand mit frischen Ideen, der auch ein gutes Standing bei den Spielern hat und sich nicht eine Absage nach der anderen einhandelt.

Da Sturm wohl kaum die NHL verlassen wird: Was macht eigentlich Toni Söderholm? Für den Finnen ging es nach seiner Zeit bei DEB zum SC Bern, dann recht schnell zum EHC Red Bull München. Seit 2025 ist er Trainer bei TPS Turku. Dort steht er auch für die kommende Saison unter Vertrag. Ob er diesen Vertrag auflösen würde?

Ein Name, der seit vielen Jahren reflexartig bei der Suche nach einem Bundestrainer genannt wird, ist Ralph Krueger. Der Mann, der seine Trainerlaufbahn einst als Spielertrainer beim Duisburger SV 87 in der Zweitliga-Saison 1989/90 begonnen hat, die VEU Feldkirch zum Europapokalsieg führte und über viele Jahre das Schweizer Eishockey als Nationaltrainer prägte und schließlich auch das Team Europa beim World Cup of Hockey 2016 mit mehreren deutschen Nationalspielern ins Finale führte, ist zum einen schon 66 Jahre alt, wäre aber aufgrund seiner Verdiente, auch als ehemaliger NHL-Trainer, über jedes Maß anerkannt. Leider ist der Mann, der kürzlich durch die IIHF geehrt worden ist, an Parkinson erkrankt. Eine großartige Lösung wäre er wohl, aber die Gesundheit steht nun einmal über allem.

Aber was hat die Schweiz denn noch so zu bieten? Da wäre natürlich Patrick Fischer, der die „Nati“ zu einem Spitzenteam geformt hat, aber kurz vor der WM gefeuert wurde, weil er zu Pandemiezeiten mit einem offenbar gefälschten Dokument zu den Olympischen Spielen 2022 nach Peking gereist war. Fachlich ein Topmann. Kürzlich soll er in Russland beim KHL-Team Lokomotive Jaroslawl im Gespräch gewesen sein. Allerdings soll der Club nach Medienberichten aufgrund der Gehaltsvorstellungen abgewunken haben. Ob sich der DEB also ein entsprechendes Gehalt leisten könnte?

Jedenfalls wird der Verband darauf erpicht sein, einen Trainer zu finden, der die Heim-WM 2027 zu einem Erfolg führen kann. Da wäre freilich Serge Aubin, der die Eisbären Berlin gerade mal wieder zur Deutschen Meisterschaft gecoacht hat. Er hat aber gerade erst beim SC Bern unterschrieben. Alexander Sulzer kennt das Team, war aber als Co-Trainer am nicht gerade erfolgreichen Verlauf der jüngsten Turniere beteiligt.

Könnte es also eine „Doppellösung“ geben – sprich: könnte ein Vereinstrainer zusätzlich das DEB-Team übernehmen? Thomas Popiesch hat lange Zeit in Bremerhaven hervorragende Arbeit geleistet, ist gerade mit den Krefeld Pinguinen aufgestiegen. Dallas Eakins macht in Mannheim einen guten Job.

Oder wäre der DEB bereit – wie einst bei Uwe Krupp – auf einen Trainerneuling zu setzen, der sich als Spieler hervorgetan hat? Wie Christian Ehrhoff beispielsweise.

Der DEB weiß, worum es geht. Nun bleibt abzuwarten, auf welche Karte der Verband setzt.

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