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Peter Kathan: „Das Resultat tut dem Frauen-Eishockey gut“

Lesedauer: 3 Minuten
Berichte aus der Frauen-Bundesliga

Peter Kathan genoss die letzte Pressekonferenz in Norrköping, tauschte Nettigkeiten mit seinem Trainerkollegen Paul Strople aus, philosophierte über deutsches und chinesisches Essen und pries die Gastfreundlichkeit der Schweden.

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Peter Kathan genoss die letzte Pressekonferenz in Norrköping, tauschte Nettigkeiten mit seinem Trainerkollegen Paul Strople aus, philosophierte über deutsches und chinesisches Essen und pries die Gastfreundlichkeit der Schweden. Grund für die Gelassenheit des 56-Jährigen aus Bad Tölz waren die Vorstellungen seiner Eishockey-Frauen zum Ende der Weltmeisterschaft 2005. Nach dem etwas enttäuschenden vierten Platz nach der Vorrunde besannen sich die von Kathan trainierten Nationalspielerinnen auf ihre Stärken, schickten erst Russland mit einer 1:2-Niederlage vom Eis und ließen später ein klares 3:0 gegen China folgen. Die Revanche für das magere 3:3 zum Ende der Gruppenspiele. Russland stürzte dermaßen in ein Tief, dass es sogar gegen den „kleinen Bruder“ Kasachstan verlor und absteigen musste. „Ein Wahnsinn“, kommentiert Kathan den Niedergang des Weltranglistenfünften.

Auf diesen Platz hat der Tölzer nun sein Team geführt. „Wir sind absolut happy“, betont der Bundestrainer. „Vor Olympia war das für uns sehr wichtig. Wenn wir als Siebter oder sogar nur Achter und damit Absteiger heimfahren würden, hätte uns das sicher geschadet.“ Und das nicht nur sportlich: Denn vom Erfolg bei internationalen Wettbewerben hängt auch die Förderung dieser Sportart ab. „Das Resultat tut dem Frauen-Eishockey gut, vielleicht bekommt es dadurch sogar einen kleinen Schub.“

Die Rahmenbedingungen sind freilich aber auch nur eine Komponente. „Der fünfte Platz war auch unheimlich positiv für die Psyche der Mädchen“, betont Kathan. Vor allem, da der Start ins WM-Turnier nicht der beste war. „Das war alles ein bisschen ängstlich, nach den zwei Niederlagen und dem Unentschieden gegen China waren wir ein bisschen unten“, gibt der DEB-Coach zu.

Nun können Kathan und die Spielerinnen beruhigt in den Sommer gehen. Ein untätiger wird dies nicht sein. Schon in der kommenden Woche stehen nochmals Leistungstests für die Nationalspielerinnen auf dem Terminplan in den Olympia-Stützpunkten. „Wir müssen jetzt richtig weitermachen“, erklärt der Bundestrainer. „Denn Athletik und Schnelligkeit sind schon noch ein Problem.“

Neben der Verbesserung der Fitness hat Kathan ein weiteres Ziel für die Olympia-Saison: „Ich will schauen, ob die jungen Spielerinnen es packen können.“ Dabei hat er zum Beispiel die jungen Verteidigerinnen Jennifer Tamas (Schweinfurt) und Jessica Hammerl (Landshut) oder die Stürmerinnen Monika Bittner (SC Riessersee) und Nina Kamenik (Berlin) im Auge. Mit den Youngstern rechnet er in der Zukunft. „Das werden wir alles schon einmal testen.“

Es bleibt also noch viel zu tun bis Turin 2006. Einer wird Peter Kathan da auf jeden Fall fehlen: sein „neuer Freund“ Paul Strople. Dessen Chinesinnen haben die Qualifikation für die Winterspiele verpasst. Vielleicht kann Kathan dann aber ganz gelassen über italienisches Essen diskutieren.
(Aus Norrköping Christian Fellner)

Stimmen zum WM-Abschneiden der deutschen Mannschaft:

Michaela Lanzl (DSC Oberthurgau): „Es ist ein super Gefühl. Ich war noch nie Fünfte, weil ich 2001 ausgelassen und mich aufs Abitur vorbereitet habe. Ich denke, wir haben uns dieses Resultat verdient. Es ist nur schade, dass wir es uns immer selbst so schwer machen und erst auf den letzten Drücker zusammenreißen. Wir haben in jeden Fall viel dazu gelernt, zum Beispiel wie man als Team defensiv spielt und wie man mit Druck umgeht. Jetzt müssen wir nur noch konstanter werden, das ist der nächste Schritt. Das war ein erfolgreicher Saisonabschluss für uns.“

Sara Seiler (TV Kornwestheim): „Wir sind alle ganz zufrieden mit der Weltmeisterschaft, auch wenn es am Anfang nicht so gelaufen ist. Das Ziel, das wir uns gesteckt hatten, haben wir erreicht: Platz fünf. Ein Grund war sicherlich, dass wir von Spiel zu Spiel gelernt haben, unsere dummen Fehler zu verringern. Und endlich haben wir richtig diszipliniert und kämpferisch stark gespielt.“

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