„Eineinhalb“ Überraschungen: Italien ärgert Schweden

Ob es am Olympia-Modus liegt, nach dem keines der zwölf Teams die K.o.-Phase verpasst und es „nur“ darum geht, das Viertelfinale auf direktem Wege zu erreichen? Jedenfalls begann das Eishockey-Turnier der Herren in Mailand mit „eineinhalb“ Überraschungen. Die Slowakei besiegte Finnland – und Italien ärgerte die freilich klar überlegenen Schweden erstaunlich lange.
Aus Sicht der Gastgeber war es freilich schade, dass die Italiener vor 11.251 Zuschauern nichts mitnehmen konnten und den Schweden letztlich mit 2:5 (1:2, 1:1, 0:2) unterlagen. Allerdings zeigte diese Partie in Mailand eben auch, dass selbst eine qualitativ hochwertige Auswahl von – ausschließlich – NHL-Spielern eine gewisse Zeit braucht, um sich einzuspielen. So brachte Luca Frigo, der in der ICEHL für den HC Bozen aufläuft, die Italiener nach knapp fünf Minuten sogar in Führung. Freilich war Schweden das klar bessere Team, verbuchte allein im ersten Abschnitt 27:3 (!) Torschüsse, führte zur Pause nach Treffern von Gabriel Landeskog und Gustav Forsling aber nur mit 2:1. Und tatsächlich düpierte Matt Bradley – der gebürtige Kanadier spielt ebenfalls für Bozen – den haushohen Favoriten nach nur 37 Sekunden im Mitteldrittel ein weiteres Mal und traf zum 2:2. Bradley hatte sogar die italienische Führung auf dem Schläger, sein Abpraller fand den Weg von der Kufe Victor Hedmans aber nicht ins schwedische Netz. Die Skandinavier gaben den Ton an, taten sich aber schwer, hatten zudem bei einem Lattentreffer von Philip Broberg Pech. Gut drei Minuten vor der zweiten Pause traf dann aber William Nylander per Abstauber doch noch zur 3:2-Führung des Drei-Kronen-Teams.
Stark präsentierte sich Italiens erst 21 Jahre junger Torhüter Damian Clara, der bei den Anaheim Ducks unter Vertrag steht, aber in der schwedischen Liga für Brynäs IF spielt. Beispielsweise parierte er im Schlussabschnitt einen Unterzahl-Alleingang von Elias Pettersson. Allerdings verletzte sich der Goalie dabei im Leistenbereich, sodass der in Mailand geborene Davide Fadani, der die Pucks für den EHC Kloten in der Schweiz fängt, in die Partie kam (45.). Italien wehrte sich weiter tapfer, doch in der 56. Minute entschied Mika Zibanejad von den New York Rangers die Partie mit dem Treffer zum 4:2. Victor Hedman traf schließlich noch ins leere Tor der Gastgeber (58.). Das Schussverhältnis lautete am Ende übrigens 60:22 für Schweden.
Für Schwedens großen Rivalen lief es am Nachmittag deutlich schlechter: Finnland musste sich der Slowakei mit 1:4 (0:1, 1:0, 0:3) geschlagen geben. Nach ausgeglichenem Spielstand zur zweiten Pause brachte Dalibor Dvorsky seine Mannschaft auf die Siegerstraße. Juraj Slafkosvky legte in Überzahl nach, ehe Adam Ruzicka per Empty-Net-Goal den Endstand herstellte. Freilich bringen die Slowaken auch eine Menge Qualität mit: Die drei Torschützen des Schlussdrittels spielen entweder in der NHL oder der KHL. Dass das Schussverhältnis nichts über den Sieger einer Partie aussagen muss, zeigte sich hier: Denn in dieser „Disziplin“ lagen die Finnen mit 40:25 vorne.














