Starke Zuschauerzahlen: Eagles Essen-West und Eisadler Dortmund mischen Regionalliga auf

Fußball ist im Ruhrgebiet die Sportart Nummer 1. Doch in den Städten Essen und Dortmund entwickelt sich im Eishockey eine Fankultur.
1.Advent. Eisporthalle am Westbahnhof. Regionalliga West. Spitzenspiel. ESC Eagles Essen-West gegen Eisadler Dortmund. 2.719 Zuschauer. Grandiose Stimmung. Der Grund, warum das Sportler- bzw. Eishockey-Herz im Ruhrgebiet schlägt.
Regionalliga-Neuling Eagles Essen-West :
Nach dem Aus der Moskitos Essen wurde innerhalb kürzester Zeit ein neuer Verein unter dem Namen ESC Eagles Essen-West gegründet, der mithilfe des Eishockeyverbandes NRW in der Regionalliga West starten durfte. Zu Recht wie die bisherigen Ergebnisse zeigen. Vor dem Duell gegen die Eisadler gab es teilweise sehr hohe Siege. 14:0, 18:0, 10:0 und 20:0. Nur das Spiel gegen den letztjährigen Meister aus Ratingen ging vor 2.644 Zuschauern im Penaltyschießen verloren. 92 Tore in zehn Spielen verdeutlichen, dass dieser Kader für mehr bestimmt ist.
Vizemeister Eisadler Dortmund:
Ähnliche Ambitionen finden sich auch im knapp 35 Kilometer entfernten Dortmund wieder. In den letzten zwei Jahren blieb den Eisadler nach den Niederlagen gegen die Ratinger Ice Aliens der Titel verwehrt. Hier geht es zum Artikel über das Saisonfinale 2024/25...
Dieses Jahr legten sie zuschauermäßig nochmal zu. Zweimal knackten sie bereits in der Hauptrunde die 2.200 Zuschauer. Doch warum zieht Eishockey im Ruhrgebiet die Zuschauer an?
Essens Geschäftsführer und 1. Vorsitzender Thomas Böttcher äußerte sich gegenüber Hockeyweb wie folgt: „Einen Vorteil sehe ich in der Anzahl der Spiele. Familien können sich nicht jede Woche den Eintritt mit Currywurst und Bier leisten. Vier bis fünf Heimspiele im Monat sind in der heutigen Zeit finanziell schwer stemmbar.“
Wie gut, dass es Derbys gibt. Diese locken aufgrund der regionalen Nähe auch viele Gästefans an. „300 Fans der Eisadler waren am Sonntag vor Ort. Das Weihnachtssingen im Dortmunder Stadion verhinderte, dass die 3.000-Zuschauer-Marke geknackt wurde“, ist sich Böttcher sicher.
Oberliga-Ambitionen?
Über einen eventuellen Aufstieg in die Oberliga zu sprechen, dafür ist es noch zu früh. Zwar gewann Essen am Sonntag mit 2:1 und zählt zu den Mitfavoriten. Doch sowohl Dortmund als auch Ratingen könnten Stolpersteine sein. „Wir müssen abwarten, wie sich die Saison, die Play-offs und die Strukturen in der Oberliga entwickeln. Ein Mindestetat von einer Million Euro ist nötig, da Verbandsabgaben und Kosten höher als in der Regionalliga sind.“ Böttcher sieht diesbezüglich den Deutschen Eishockey-Bund in der Pflicht, die Strukturen und Kosten in der Oberliga anzupassen. Vor drei Jahren spielten noch 15 Mannschaften in der Oberliga Nord. Bei einem Aufstieg der Hannover Scorpions oder Hannover Indians würden die Zahl wahrscheinlich auf zehn schrumpfen. Ein weiterer Negativaspekt sind die Dienstagsspiele, die von weniger als 1.000 Zuschauern besucht werden und schon aufgrund des benötigten Personals für Verluste in den Kassen sorgen.
Sollte sich am Ende gegen den Aufstieg entschieden werden, bleiben diese Derbys, bei denen in den Play-offs mit Sicherheit das Schild „Ausverkauft“ vor den Stadiontoren hängen wird, etwas Besonderes.













