Verdienter Erfolg der Hannover Indians im Verfolgerduell5:2 gegen die Saale Bulls Halle

(Foto: TKH Photography)(Foto: TKH Photography)
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Es war eines dieser sogenannten Sechs-Punkte-Spiele, für Halle wie für die Indians. Beide Vertretungen wussten um die Bedeutung und so war es kein Wunder, dass beide mit Vollgas in die Partie gingen. Besonders in den ersten Minuten forcierten die Gäste die Spielgeschwindigkeit, wollten über eine Menge Power den Indians ihr Spiel aufzwingen und vielleicht schon eine Vorentscheidung herbeiführen. Das dies am Pferdeturm klappen kann, hatten schon Tilburg und die lokalen Gegner aus dem Großraum Hannover gezeigt und warum sollte es nicht wieder klappen. Die Indians, die ohne die Defender Mund und Bovenschen antreten mussten (Indians-Coach Soccio: „Das kann mit Bovenschen noch zwei bis drei Wochen dauern. Eine Aussage zu Mund ist im Augenblick nicht möglich“), hatten nach der 1:4 Pleite von Duisburg ihr Aufgabenheft scheinbar pflichtbewusst abgearbeitet. Sie standen sicher in der Abwehr und verteidigten ihr Tor äußerst diszipliniert. Nach diesen ersten Wellen, in denen die Indians lediglich Konter versuchten, änderte sich das Spielgeschehen ab der zehnten Minute, als Pfennings und Pohanka innerhalb von Sekunden Torchancen hatten, aber der gute Bulls-Keeper Justin Schröers mit exzellentem Stellungsspiel aufpasste. Was aber auch auffiel, war eine harte Spielweise der Gäste, wobei vor allem der Ellenbogencheck von Pietsch gegen Hein, im Übrigen ungeahndet, auffiel. Aber auch andere Hannoveraner begannen bereits in dieser Phase einen Kampf, den sie nicht gewinnen konnten. Besonders Michael Knaub, der mit bisher 73 Strafminuten zu den bösen Fünf der Liga gehört, und immer wieder gerne provoziert wird, muss sich langsam fragen, was er noch machen darf, nachdem er mittlerweile für jeden Check auf die Strafbank muss. Viele ältere Indians-Fans werden sich noch an die achtziger Jahre erinnern, wo Frank Rädler ähnlich agierte und diese Erfahrungen mit dem Schiedsrichterwesen machen musste. Noch einmal Indians-Coach Soccio: „Michael Knaub darf sich mittlerweile nichts mehr erlauben. Die Krönung ist jedoch, dass der Schiedsrichter mir mitteilt, dass er bei dem nächsten Einsatz von Michael Knaub diesem sofort mit einer Strafe belegen wird.“

Nachdem somit die ersten zwanzig Minuten torlos vergingen, änderte sich dies im zweiten Drittel. Zunächst hatte Halle die Hosen an und als Eric Hoffmann in der 25. Minute nur knapp an Kevin Beech im Indians-Tor, der im Übrigen heute endlich eine tadellose Leistung zeigte, scheiterte, da schien dies ein Fanal für die eigenen Stürmer zu sein, endlich den Torsack zu öffnen. Als Antwort gab es ein Doppelpack, bei dem zunächst Roman Pfennigs und eine Minute später Thore Weyrauch als Hauptdarsteller auftraten. Das war ein Schock für die Bulls, die sich in dieser Phase nur knapp dem 0:3 entziehen konnten. Dass man auch Glück haben kann, bewies die 35. Minute, als Michal Schön in Unterzahl einen blitzschnellen Konter erfolgreich abschloss. Wer jetzt befürchtete, dass die Indians die Spielkontrolle wieder abgeben würden, täuschte sich. Bereits zwei Minuten später bediente Morczinietz seinen Sturmpartner Brent Norris und dieser überwand Schröers zum 3:1.

Das letzte Drittel begann mit zwei Paukenschlägen, die letztendlich spielentscheidend waren. Zunächst überwand Michal Schön, neben Schröers bester Hallenser, bereits nach 17 Sekunden Beech zum 2:3. Und wieder zeigten die Indians die richtige Reaktion, indem sie sofort mit ihrem nächster Treffer konterten. Andreas Morczinietz erzielte dabei nach Vorlage von Norris mit einer unglaublichen Abgeklärtheit das 4:2 und schoss dabei vermutlich das schönste Tor des Abends. Bulls-Coach Dave Rich: „Nach unseren beiden Toren fielen sofort, praktisch im Anschluss, wieder zwei Gegentore, so dass wir die meiste Zeit mit zwei Toren Rückstand spielen mussten. Das war nicht gut und hat uns am Ende viel Kraft gekostet.“ Das kann man so stehen lassen, denn obwohl die Bulls viel investierten und Ehemann und Francis noch gute Anschlusstorchancen hatten, sie scheiterten an ihren eigenen Nerven, an der Kraft und an der heute starken Indians-Defensive.

Zuletzt soll noch das fünfte Tor Erwähnung finden. Schiedsrichter Janssen, der zwischendurch Indians-Coach Soccio mit einer Zwei-Minuten-Strafe drohte, wenn er mit seinen Armen Emotionen zeigt, schickte 103 Sekunden vor Schluss Halles Zille für ein Foul an Pohanka vom Eis. Bulls-Coach Rich, seiner letzten Option fast beraubt, versuchte es trotzdem, nahm seinen Keeper vom Eis und musste mitansehen, wie Indians-Stürmer Igor Bacek fast von der Mittellinie den Puck zum 5:2 in die Maschen setzte.

Bulls-Coach Dave Rich: „Es war ein gutes Spiel, dass die Indians verdient gewonnen haben. Wir haben alles gegeben, aber die zwei Tore jeweils nach unseren Anschlusstoren waren nicht aufholbar.“

Indians-Coach Lenny Soccio: „Ein wichtiger Sieg für meine Mannschaft. Wichtig für das Punktekonto und wichtig für die Moral. Jetzt, so kurz vor den Play-Offs geht es um jeden Punkt und das hat die Mannschaft verinnerlicht.“

Tore: 1:0 (26:21) Pfennings (Pohl, Peleikis), 2:0 (27:27) Weyrauch (Valasek, Peleikis/5-4), 2:1 (35:08) Schön (Mosienko, Burns/4-5), 3:1 (37:43) Norris (Morczinietz, V. Knaub), 3:2 (40:17) Schön (Burns, Mosienko/5-4), 4:2 (41:07) Morczinietz (Norris, Finkel), 5:2 (58:36) Bacek (Ziolkowski, Pohanka/ENG). Strafen: Hannover 10+10 (M.Knaub); Halle: 16. Zuschauer: 2109.

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