Indians holen sich ersten MatchpuckECH-Sieg im ersten Finale gegen die Scorpions

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Auch wenn es letztendlich nicht der endgültige Showdown für die Hannover Scorpions ist und bereits jetzt Karten für die nächste Runde gegen Leipzig oder Duisburg verkauft werden, den zweiten Oberliga-Nord-Titel nacheinander würde man sich in Langenhagen schon gerne in den Trophäen-Schrank stellen. Nur leider sieht es im Augenblick für eine Titelverteidigung etwas mau aus. Schuld an dieser Misere war natürlich der Lokalrivale, der mit einem verdienten 4:2 (0:0, 4:0, 0:2) vor fast ausverkauftem Haus die Serie nun mit 1:0 anführt und am Sonntag in der komfortablen Situation steht, nicht das Spiel machen zu müssen.

Andererseits haben sich die Indians zwei der drei Niederlagen in der Vorrunde in Langenhagen abgeholt und das allerschlimmste war, vor allem natürlich für die Fans des ECH, dass beide Spiele ohne einen eigenen Torerfolg absolviert wurden. Nach dem heftigen 0:3 vom Oktober folgte im Dezember gar ein 0:8 und die Erkenntnis, dass die Meisterschaft nur über die Hannover Scorpions laufen kann.

In der Zwischenzeit lernten die Indians jedoch unter ihrem Trainer Peter „Peewee“ Willmann förmlich das Fliegen. Bis auf ein 3:4 nach Verlängerung im Harz und das 3:7 von Timmendorf gab es nur Erfolge und somit war Platz eins nach der Vorrunde mehr als verdient, auch wenn die Scorpions einen sauberen Endspurt hinlegten und am Ende nur um vier Punkte geschlagen wurden.

Die bis heute entscheidende Stellschraube wurde am Pferdeturm, natürlich im sportlichen Bereich, bei den Special Teams gedreht und war, gerade heute deutlich sichtbar, entscheidend für den Erfolg. Drei Überzahlspiele gab es und am Ende stand für die Indians eine Erfolgsquote von 100 Prozent. Dem entsprechend schlecht war die Quote der Scorpions, null Prozent bei Powerplay und Penaltykilling.

Dabei hatte die Partie von Anfang an jenen Charakter, der zu erwarten war. Für Oberliga-Nord-Verhältnisse hohes Tempo, knackige Zweikämpfe und vor allem Fairness. Beide Vertretungen ahnten, wozu der Gegner fähig ist, und spielten äußerst diszipliniert. Eigentlich galt dies für das ganze Spiel bis auf zwei Situationen, eine davon bereits in der elften Spielminute. Oliver Duris traf mit hohem Stock Andreas Morczinietz und erhielt vom Hauptschiedsrichter-Duo Apel/Brodnicki eine Fünfer plus Spieldauerstrafe. Eine einmalige Chance für die Langenhagener Titelverteidiger für eine extreme Duftmarke, nur sie wollte nicht fallen. Die aufopfernde Indians-Defensive mit einem überragenden Boris Ackers zwischen den Pfosten verweigerte dem Gegner das Erfolgserlebnis und baute sich gleichzeitig auf.

Das Unheil für die Gäste bahnte sich im zweiten Drittel an, als die Indians immer mehr in die Initiative ergriffen und folgerichtig durch Christoph Koziol (27.) in Führung gingen. Jetzt mussten die Gäste antworten und kamen völlig unter die Räder, besonders jedoch bedingt durch eine Strafe gegen Marvin Knauf. Der am Pferdeturm groß gewordene Abwehrspieler leistete sich gegen den wiederum stark agierenden del Castillo ebenfalls eine Fünfer plus Spieldauer und die Indians schlugen daraus Kapital mir einer unglaublichen Effizienz. Der sich am Ende seiner Karriere befindende Frank Richardt (29., 30.), in den letzten Wochen jedoch in bestechender Form, sorgte in doppelter Zusammenarbeit mit seinen Kollegen Koziol und Hock für das 3:0. Und das sollte nicht genügen. Armin Finkel (32.), ebenfalls Verteidiger und zuletzt in Hochform, erhöhte auf 4:0. Jetzt stand kurzfristig gar ein Debakel für die Scorpions auf dem Programm, aber so weit kam es dann doch nicht. Scorpions-Trainer Len Soccio hatte ein Einsehen mit seinem demolierten Keeper und wechselte Dennis Korff gegen Jimmy Hertel aus. Dieser Wechsel plus eine zurückhaltendere Spielweise der Hannover Indians ließ die Niederlage in erträgliche Dimensionen gleiten. Sebastian Lehmann (56.) und Britt Quellette (59.) konnten noch eine Ergebniskorrektur vermelden, aber am verdienten Erfolg des Vorrundenmeisterns gab es nichts zu rütteln.

Somit fehlt den Hannover Indians im Fight mit dem Lokalrivalen nur noch ein Sieg, was die Dramatik des Sonntagspieles noch weiter erhöht. Sollten die Scorpions die Serie wenden, dann kommt es am Dienstag, 24. März, am Pferdeturm zum endgültigen Showdown und zum Ende eines historischen Finales. Noch nie im deutschen Eishockey wurde ein Finale zwischen zwei Mannschaften aus einer Stadt durchgeführt.


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