HEV muss sich Indians geschlagen gebenZwei Matchstrafen und eine Spieldauerstrafe

(Foto: Julia Henys)(Foto: Julia Henys)
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Es war der erwartete hart umkämpfte und emotional geführte intensive Play-off-Fight zweier Mannschaften, die sich 80 Minuten lang nichts schenkten. Allerdings auch mit unrühmlichen Begleiterscheinungen, die zu zwei Matchstrafen gegen Hannover führten. „Wir haben nur ein Spiel verloren, nicht die Serie. Wir hatten mehr Spielanteile, haben aber unsere Chancen nicht genutzt“ meinte der wegen einiger Begleitumstände sehr aufgewühlte HEV-Coach Frank Petrozza nach der Partie. Am Sonntag folgt am Hannoveraner Pferdeturm ab 19 Uhr das zweite Spiel der Best-of-Five-Serie.

„Den ersten Aufreger gab es bereits nach knapp vier Spielminuten. Aaron McLeod wollte mit Blick auf die ankommende Scheibe einen Pass von Tim Dreschmann an der blauen Linie zum Angriffsdrittel annehmen und wurde dabei von Indians Verteidiger Robert Peleikis in Bandennähe im Bereich der Spielerbänke böse mit einem Check gegen Kopf- und Nackenbereich zu Boden gestreckt“, schildert der HEV die Szene. Der HEV-Stürmer zog sich dabei eine schwere Nasenverletzung zu und musste mit der Trage in die Kabine gebracht werden. In der Folge gab es eine Matchstrafe gegen Robert Peleikis. Danach nahmen die Gysenberger dennoch das Spiel in die Hand und holten sich gute Chancen heraus. So fiel dann auch in der 13. Minute die Führung des HEV. Dominik Luft scheiterte zuerst am erneut hervorragend haltenden Keeper Mirko Pantkowski im Dress der Indians, den Rebound konnte aber Christian Nieberle zum 1:0 verwandeln. Erst in den letzten Minuten des ersten Abschnitts kamen die Gäste stärker auf, aber HEV-Goalie Christian Wendler konnte die knappe Führung bis zu Pause sichern.

Der Herner EV schilderte die nächste brenzlige Szene so: „Das zweite Drittel begann mit dem nächsten Aufreger. Aaron McLeod konnte nach längerer Behandlungspause wieder mitwirken und spielte nun mit einem Gesichtsgitter am Helm. Wieder waren knapp vier Minuten gespielt als bei einem Herner Angriff dieses Mal Indians Verteidiger Nickolas Bovenschen versuchte den schnellen Stürmer aus dem Spiel zu nehmen, indem er grundlos auf ihn einprügelte und mehrere Schläge gegen das Gitter ausführte. Der äußerst unsportliche Kampf konnte erst nach mehrfachen Versuchen der Linesmen unterbunden werden. Der Hannoveraner Spieler bekam ebenso eine Spieldauerdisziplinarstrafe wie HEV-Stürmer Christian Nieberle, der eigentlich dazwischen gehen wollte, um Aaron McLeod zu schützen. Beim Gang in die Kabine reagierte Nickolas Bovenschen auf einige Zuschauerbeschimpfungen mit mehreren Stockschlägen in Richtung Publikum und bekam somit zusätzlich noch eine Matchstrafe.“

Die Indians schildern die Szene, die zur Matchstrafe auf ihrer Homepage wie folgt: „Bovenschen wurde mit einer Spieldauer bedacht und als er durch den Spielertunnel in die Kabine wollte, warf das Herner Publikum mit Schimpfwörtern und Gegenständen um sich. Als Bovenschen mit seinem Schläger in deren Richtung fuchtelte, gab’s noch eine Matchstrafe wegen der Auseinandersetzung mit Zuschauern obendrauf.“

Nach längerer Unterbrechung konnte dann wieder gespielt werden. Der HEV versuchte weiterhin Druck zu machen, holte sich auch die nächsten Chancen heraus, scheiterte aber immer wieder an Mirko Pantkowski im Gästetor. Als in der 34. Minute Carsten Gosdeck plötzlich in Überzahl eine freie Schussposition hatte, nutzte der Routinier diese Chance eiskalt. Mit dem 1:1 war die Partie wieder völlig offen.

Auch den dritten Abschnitt begann der HEV wieder mit viel Angriffsdruck um zur Entscheidung zu kommen, aber auch die Indians blieben mit Kontern gefährlich. Weitere Treffer fielen aber nicht mehr, so dass beide Teams in die zwanzigminütige Overtime gehen mussten. Hier lieferten sich die Gysenberger mit den Indians einen offenen Schlagabtausch. Der HEV musste mit Schwerstarbeit eine zweiminütige Unterzahl überstehen, konnte dann aber selber gleich zweimal ein Powerplay nicht nutzen. Bis zum Ende blieb es äußerst intensiv und umkämpft, es war kein Spiel für schwache Nerven. Zwei Möglichkeiten, zuerst durch Brad Snetsinger und dann durch Robby Hein, beendeten das spannende Play-off-Duell im Spiel. Allerdings immer noch ohne Sieger, so dass das Penalty-Roulette die Entscheidung bringen musste. Die Chronologie: Branislav Pohanka begann auf Hannoveraner Seite und traf, Mirko Pantkowski hielt den Schuss von Stephan Kreuzmann, Tobias Schwab traf wieder für die Indians und Brad Snetsinger scheiterte am Indians Keeper.

Tore: 1:0 (12:07) Nieberle (Luft, Snetsinger), 1:1 (33:24) Gosdeck (Gibbons, Schwab/5-4), 1:2 (80:00) Pohanka (entscheidender Penalty). Strafen: Herne 12 + 5 + Spieldauer (Nieberle), Hannover 6 + 5 + Spieldauer + Matchstrafe (Bovenschen) + Matchstrafe (Peleikis). Zuschauer: 1876.

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