Dave Rich: "Ich liebe Eishockey und diesen Job"

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Vergleicht man die Ära von Dave Rich (40) mit der über 80-jährigen Tradition des EV Füssen, so waren die beiden Jahre, in denen der Deutsch-Kanadier die Geschicke der Allgäuer lenkte, doch eine eher kurze Zeit. Trotzdem prägte Rich das Eishockey in dieser Region nachhaltig. Er soll eine neue Euphorie entfacht haben, wie Fans des EVF zu berichten wissen -  sein offensives System hätte wieder bessere Besucherzahlen in das Bundesleistungszentrum gebracht. Spiele gegen den Erzrivalen ESV Kaufbeuren spülten nicht nur Geld in die doch recht klammen Kassen, auch die Siege wurde teilweise mit Autokorsos bis in die tiefe Nacht gefeiert.

Nach dem Farmteam der Eisbären Berlin, den Eisbären Juniors, war der EV-Füssen die bereits zweite Station, in der Rich als Chefcoach fungierte.

Wie Hockeyweb berichtete steht nun fest, dass das Füssener Urgestein Georg Holzmann wieder als Trainer an seine alte Wirkungsstätte zurückkehren wird. Entsprechend wurde der Vertrag mit Dave Rich nicht verlängert.

Hockeyweb-Redakteur Oliver Koch unterhielt sich kurz nach der Veröffentlichung dieser Entscheidung mit dem Ex-EVF Trainer:

Herr Rich, die Tatsache dass Ihr Vertrag beim EV Füssen nicht verlängert wurde, war für Viele überraschend. Auch für Sie?

Ja, es hatte mir hier in Füssen als Trainer sehr gefallen. Ich wäre gerne geblieben.

Wann und wie haben Sie erfahren, dass mit ihnen beim EV Füssen nicht mehr geplant wird?

Ich hatte zuerst dem Vorstand ein Angebot gemacht. Drei Tage später sagte mir der Präsident, dass sie jemand anders für den Trainerposten haben.
 
In der Pressemitteilung des EV Füssen stand, dass mit Georg Holzmann ein Wunschtrainer verpflichtet wurde. Wie hart trifft Sie diese Aussage?

Ich finde das in Ordnung. Ich kenne Georg und ich konnte verstehen, dass er in seiner Heimatstadt wieder Trainer werden wollte. Ausserdem war es der Wunsch des Vorstands. Ich akzeptiere dies und wünsche Georg und dem EVF viel Erfolg in der kommenden Saison.
 
Mit Sicherheit waren die Zeiten in Füssen nicht gerade einfach, zumal der Etat auch nicht gerade große Sprünge zugelassen hatte?

Ich wusste als ich hier anfing, dass wir nur ein kleines Budget zur Verfügung hatten. Aber jeder Spieler den wir verpflichteten, hatte seinen Platz in dem System. Ein System, womit wir in der Oberliga konkurrieren konnten. Dies hatten wir in den letzten beiden Jahren bewiesen.
 
Für viele Füssener Fans haben Sie das Eishockey in dieser Region positiv geprägt. Möchten Sie den Fans noch etwas sagen?

Ich möchte mich bei allen Fans und Spielern die ich hier in Füssen hatte bedanken. Ich freue mich dass dieser traditionsreiche Klub wieder Erfolge feiern konnten.

Wie geht es für Sie nun weiter, was nehmen sie an Erfahrungen aus Füssen mit?

Ich habe jedes Jahr als Trainer dazugelernt. Wichtig ist, immer darauf Einfluss zu nehmen, dass die Spieler besser werden. Das bringt einen auch als Trainer weiter. Momentan weiß ich aber noch nicht, wie es bei mir weitergeht. Ich hoffe ich kann irgendwo in Deutschland als Trainer weiterarbeiten. Ich liebe Eishockey und diesen Job.

Sie haben auch viele Erfahrungen im Nachwuchsbereich. Einige ihrer damaligen Spieler der Eisbären-Juniors wurden jetzt mit den Eisbären Berlin Deutscher Meister. Könnten Sie sich vorstellen, wieder ein Team zu trainieren in dem junge Spieler integriert werden?

Ja, es war für mich großartig zu sehen, dass Spieler die ich in Berlin hatte nun die Meisterschaft gewannen. Viele von ihnen wissen wie hart der Weg bis dorthin war. Sie mussten viel arbeiten. Ich hoffe das viele jungen Spieler aus Füssen und anderen Teams davon gelernt haben. Man muss hart auf dem Eis arbeiten um erfolgreich zu sein. Geschenkt wird einem nichts. Das denke ich!

Zum Abschluss noch eine Frage zum aktuellen Eishockeygeschehen: Sie beobachten gerade die Eishockey-WM und die NHL-Play-offs. Wer sind Ihre Favoriten? Wer wird Weltmeister und welches Team gewinnt den Stanley-Cup?

Es ist schwer zu sagen in der NHL. Ich bin Fan der New Jersey Devils. In den Play-offs brauchst zu seinen sehr heißen Torhüter und eine Menge Glück. Ich denke aber, dass entweder Detroit oder Pittsburgh den Cup gewinnen werden. Mein Weltmeistertipp ist Kanada.

(ovk - Foto by City-Press)