EVR steigt nach Herzschlagfinale in die Bayernliga auf

EVR zieht nach Zitterpartie ins Bayernkrug-Finale einEVR zieht nach Zitterpartie ins Bayernkrug-Finale ein
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Spannend, mitreißend, atemberaubend! Mit einem 4:2-Erfolg gegen den EV Lindau sicherte sich der EV Regensburg vor 4086 begeisterten Zuschauern den Aufstieg in die Bayernliga.

Die Ausgangslage vor der Partie war klar. Gewinnen die Regensburger oder spielen unentschieden stehen sie bereits als sicherer Aufsteiger in die Bayernliga fest. Bei einem Sieg der Lindauer hätten diese an ihrem letzten Spieltag am kommenden Sonntag gegen den 1. EV Weiden mit einem Erfolg ihrerseits alles perfekt machen können.

Für ausreichend Brisanz war also gesorgt und dementsprechend körperbetont ging es auch zur Sache. Die Gäste wollten den Druck der Regensburger von der ersten Sekunde an unterbinden, was ihnen zumeist aber nur durch unerlaubte Mittel gelang. Folgerichtig sprach das Schiedsrichtergespann zahlreiche Strafen gegen die Schwaben aus. In den resultierenden Überzahlspielen taten sich die Hausherren gegen die unbequemen Gäste allerdings erstaunlich schwer. Aufgrund der starken Lindauer Defensive schafften es die Regensburger nur selten, in ihre geordnete Powerplayformation zu kommen. Nur vereinzelt sprang bei numerischer Überlegenheit ein Verzweiflungsschuss heraus, mit denen Routinier Waldemar Quapp im Gästekasten allerdings keinerlei Mühe hatte. Von Minute zu Minute wurden die Regensburger nun stärker, doch selbst beste Tormöglichkeiten ließ man ungenutzt. Glück hatten die Lindauer in der neunten Minute, dass ihr Stürmer David Volek nach einem Stockschlag gegen Thomas Daffner nicht vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Doch auch die daraus resultierende zweiminütige Überzahlmöglichkeit brachte nicht den gewünschten Erfolg. Kurz darauf wurden die Regensburger dann für ihre fahrlässige Chancenauswertung bestraft, als Lindaus bester Spieler den Führungstreffer erzielten konnte. Kristoffer Bäckström sorgte mit seinem Treffer zum 1:0 für riesige Freude im gut gefüllten Lindauer Fanblock. Danach agierten die Hausherren ein wenig aggressiver und mussten nun selbst einige Strafzeiten schlucken, konnten diese brenzligen Situationen jedoch geschickt überbrücken. Als Sven Gerike kurz vor Ende des ersten Drittels nach feiner Einzelleistung von Andreas Dörfler den viel umjubelten Ausgleich erzielte, stand die Donau-Arena Kopf.

Als Kapitän Thomas Daffner seine Regensburger in der 35. Minute mit 2:1 in Front bringen konnte, lagen sich die Fans in den Armen und feierten das Hausherrenteam. Nur Sekunden nach dem Führungstreffer durften sich die Regensburger bei ihrem Goalie Jonas Leserer bedanken, der mit einem starken Reflex gegen Tobias Zappe retten konnte. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem im Schlussabschnitt ausgerechnet Waldemar Quapp zur tragischen Figur wurde. So vertändelte der Torhüter hinter seinem eigenen Gehäuse die Scheibe und Martin Ritter hatte wenige Probleme, den Vorsprung mit seinem Schuss ins verwaiste Lindauer Tor auf 3:1 auszubauen.

Als wiederum Kristoffer Bäckström in der 51. Minute auf 2:3 verkürzen konnte, witterten die Gäste noch einmal Morgenluft. Diese Hoffnung zerschlug sich aber spätestens nach dem vierten Regensburger Treffer. Bei einem Alleingang wurde EVR-Stürmer Christian Setz kurz vor Waldemar Quapp zu Fall gebracht und bekam einen Penalty zugesprochen. Diese Chance ließ er sich nicht entgegen und überwand Quapp mit großer Abgeklärtheit zum 4:2 (52.). Den Vorsprung retteten die Regensburger nun gekonnt über die Zeit. Auch die Herausnahme von Waldemar Quapp zugunsten eines sechsten Feldspielers sollte nichts mehr am Spielstand ändern. Das Regensburger Publikum zählte schließlich lautstark die letzten Sekunden herunter. Kurz nach 20 Uhr hatte Sven Gerike mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die Bayernliga unter Dach und Fach gebracht.

Die Freude der Zuschauer kannte nun kein Halten mehr und zu Hunderten strömten die Fans auf die Eisfläche, um noch lange nach Spielende mit ihren Schützlingen zu feiern. Sowohl die Lindauer Spieler als auch das Lindauer Publikum erwiesen sich trotz der hoch gekochten Emotionen angesichts der Wichtigkeit der Partie als faire Verlierer und gratulierten den Hausherren zum verdienten Aufstieg in die Bayernliga. (Michael Pohl)