WM-Splitter: Ja wo spielen sie denn??

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Da soll noch einer sagen, es herrsche nur im deutschen Eishockey Ungewissheit und bisweilen auch Chaos in der Ligenzugehörigkeit oder im Modus. Bis gestern wusste kein Mensch, wie die Viertelfinalbegegnungen angesetzt wurden. Fest stand lediglich, dass zwei Spiel in Göteborg und jeweils eine Partie in Jönköping und Karlstad stattfinden werden. Am gestrigen Sonntag sagte uns der langjährige C.W. Lüthi-Mitarbeiter Harald Griebel, dass es nunmehr amtlich sei, dass die deutsche Mannschaft, komme, was da wolle, im Göteborger Scandinavium ihre Viertelfinalpaarung austragen wird. Noch Stunden zuvor bestand Unklarheit. Da waren nicht einmal Pressechef Björn Folin (“es ist nichts klar”) und sein “Vize” Leif Emsjö (“ich glaube, dass es nach Plan geht”) einer Meinung.

Ralph Krueger, in die Schusslinie geratener Schweizer Trainer, äußerte in einem Privatgespräch mit Journalisten die Meinung, dass eine Aufstockung der Kontingentstellen (momentan sind drei Ausländer pro Team erlaubt) einen gesunden Konkurrenzkampf entfachen würde. Die momentane Situation der Eidgenossen ist ein bisschen zu vergleichen mit den Zuständen, die bei uns zu Beginn der DEL herrschten. Drei Ausländer waren erlaubt, alles, was irgendwie geradeaus laufen konnte, bekam einen DEL-Vertrag. Was kam, wissen wir alle: Das deutsche Team schmierte international immer mehr ab. Eine eigene Meinung zum Verhältnis der Deutschen zu den Schweizern hat Hans Zach. “Mit unserer Mentalität wäre die Schweiz Weltmeister; wir wären Weltmeister, wenn wir die Möglichkeiten der Schweizer hätten.”

Gestern bestritt der 38-jährige finnische Stürmer Raimo Helminen sein 321. Länderspiel, überholte somit Udo Kießling und führt nunmehr die Liste der internationalen Einsätze an. Während die Fans dem Evergreen stehend bei der Ehrung applaudierten, blieben die Medienvertreter bis auf ganz wenige Ausnahmen regungslos auf ihren Stühlen sitzen. Jeder blamiert sich, so gut er kann! Und wie wichtig der Oldtimer für Team Suomi ist, bewies die Schlussphase des “Jubiläumsspiels”: Als beide Mannschaften beim Stande von 1:0 für Finnland gegen Russland nur jeweils drei Spieler auf dem Eis hatten, war einer der Weiß-Blauen eben dieser Raimo Helminen von Ilves Tampere.

Für das heutige Spiel gegen die USA (Beginn: 15 Uhr) hat Bundestrainer Hans Zach einige Änderungen gegenüber dem letzten Match vorgenommen. Im Tor steht der Mannheimer und Neu-Krefelder Robert Müller (Zach: “Seliger hat konzentrationsmäßig viel geleistet. Jetzt hat er Pause.”), Jan Benda geht wieder in die Verteidigung zurück. Die Sturmreihen sind flexibel, da nur drei Rechtsaußen (Kathan, Kreutzer und Blank) sowie jeweils vier Center (Soccio, Reichel, Ustorf, Hynes) und Linksaußen (Morczinietz, Rumrich, Lewandowski und Loth) zur Verfügung stehen. “Wir spielen mit der bekannten Einstellung und halten uns aus allen Platzierungskämpfen heraus”, so Zach angesichts der Tatsache, dass der Achte bei der nächsten WM wieder in der gleichen Gruppe wie der Fernostvertreter spielt. “Die USA wird uns sicherlich mehr abverlangen als in Köln beim Freundschaftsspiel; sie waren gestern robust genug, gegen den Weltmeister einen 1:4-Rückstand auszugleichen.”

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