Vollgas Richtung WM: Österreichs Nationalteam im WM-Check

Die IIHF-Eishockey-Weltmeisterschaft 2026 in der Schweiz steht vor der Tür, und für Österreichs Nationalmannschaft beginnt die heißeste Phase der Saison. Während die Vorfreude auf das Turnier immer größer wird, wirft der Blick auf den Kader gemischte Gefühle auf: Österreich muss heuer ohne seine prominentesten Aushängeschilder auskommen.
Bei der WM 2026 wird das österreichische Nationalteam ohne seine NHL-Legionäre auskommen müssen. Mit Marco Kasper (Detroit Red Wings) und Marco Rossi (Vancouver Canucks) fehlen die zwei Superstars des österreichischen Nationalteams verletzungsbedingt. Marco Kasper kämpft momentan mit einem Knieproblem, welches einen WM-Einsatz für ihn unmöglich macht.
Marco Kasper: „Ich wäre sehr gerne bei der WM dabei gewesen. Es macht mich immer richtig stolz, für Österreich zu spielen und vor allem mit den Jungs an dem Turnier teilzunehmen. Ich glaube, es wird sicher wieder ein richtig gutes Turnier werden."
Ähnlich schmerzhaft ist die Situation bei Marco Rossi. Der Center der Vancouver Canucks brach sich bereits im Oktober den Fuß. Nach einer längeren Pause und einem Trade von den Minnesota Wild zu den Canucks, ist seine Hoffnung auf eine WM-Teilnahme nach einem erneuten Rückschlag verloren. Besonders bitter: Die WM hätte in Zürich stattgefunden, wo Rossi seine Jugendjahre verbracht hat.
Marco Rossi: „Es ist einfach sehr schade, aber Gesundheit geht natürlich immer vor. Ich wünsche der Mannschaft natürlich das Beste – wir haben jetzt wirklich viele Jahre bewiesen, dass wir in der Top-Division oben sein können und auch für Überraschungen sorgen können."
Auch David Reinbacher und Vinzenz Rohrer stehen den Österreichern derzeit noch nicht zur Verfügung, da sie momentan mit dem Farmteam der Montreal Canadiens (Laval Rocket) in den AHL-Playoffs um den Viertelfinaleinzug kämpfen. Bei ihnen besteht jedoch noch eine kleine Chance, dass sie an der WM teilnehmen können. Sollten die Laval Rocket ausscheiden, so könnten beide noch vor dem WM-Start zum Nationalteam stoßen. So schmerzhaft diese Ausfälle auch sind, so klar ist für Österreich auch, dass diese keine bedeutende Rolle spielen dürfen.
Endspurt in der Vorbereitung
Die WM-Vorbereitung des ÖEHV-Teams ist bereits in vollem Gange. Nach den Testspielen gegen Lettland (4:3, 0:1), Italien (3:2) und Tschechien (1:5, 0:4) stand am Donnerstag in Zell am See für die österreichischen Cracks ein Kräftemessen gegen das deutsche Nationalteam an. Nachdem man sie beim Deutschland-Cup 2025 noch mit 5:2 schlagen konnte, sollte auch diesmal ein gutes Ergebnis her. Dabei zeigte Österreich trotz einer knappen 3:4-Niederlage einen klaren Aufwärtstrend. Nach einem frühen Rückstand arbeitete sich das Team von Head Coach Roger Bader durch Treffer von Patrick Söllinger, Mario Huber und Thimo Nickl zwischenzeitlich sogar eine Führung heraus, musste sich am Ende aber dennoch geschlagen geben. Gerade im Vergleich zu den intensiven Testspielen gegen Tschechien, in denen die Österreicher vor allem defensiv gefordert waren, präsentierten sie sich deutlich offensiver und waren über weite Strecken auf Augenhöhe. Bereits am Samstag folgt in Garmisch-Partenkirchen das Rückspiel gegen Deutschland, ehe noch ein abschließendes Testspiel gegen Slowenien ansteht. Danach geht es direkt zur Weltmeisterschaft nach Zürich.
Ein Spieler, der im ersten Vorbereitungsspiel gegen Tschechien bereits aufhorchen ließ, war Leon Kolarik. Der 18-jährige Stürmer der Peterborough Petes (OHL), nur einer von vielen Youngsters im Team, konnte im Testspiel das einzige Tor für die Österreicher und auch das erste Nationalmannschaftstor seiner noch jungen Karriere erzielen. Eine Szene, die Lust auf mehr macht.
Leon Kolarik: „Es fühlt sich natürlich toll an, gleich im ersten Spiel das erste Tor zu machen. Der Ian [Scherzer] hat mir einen super Pass gegeben, und dann habe ich einfach geschaut, die Scheibe zum Tor zu bekommen – und sie ist reingegangen."
Pünktlich zum Endspurt der Vorbereitungsphase gab es nun auch personelle Verstärkung. Mit Tim Harnisch, Lenz Moosbrugger und Paul Stapelfeldt stießen drei Akteure vom ICEHL-Meister der Moser Medical Graz99ers zum Team. Auch Gregor Biber (Rögle BK) und Paul Huber (Graz99ers) werden voraussichtlich in der letzten Vorbereitungswoche zum Teamcamp anreisen. Gleichzeitig muss das ÖEHV-Team aber auch den nächsten bitteren Rückschlag hinnehmen: Laut Head Coach Roger Bader fällt Benjamin Baumgartner für die Weltmeisterschaft nun definitiv aus. Der Offensivspieler des SC Bern war nach einer langwierigen Unterkörperverletzung zuletzt zwar wieder voll ins Teamtraining eingestiegen, klagte jedoch weiterhin über zu starke Schmerzen. Deshalb konnte er bereits im Testspiel gegen Deutschland nicht mitwirken und wird die Reise zur WM nicht antreten können.
Klassenerhalt als Maßstab
Nachdem Österreich bei der WM 2025 in Stockholm mit dem Viertelfinaleinzug den bis dato größten Erfolg seiner jüngeren Geschichte feierte, ist der Hunger auf mehr groß. Mit Siegen über Frankreich, Slowenien, Slowakei sowie einem eindrucksvollen 6:1 gegen Lettland im Qualifikationsspiel zog Österreich erstmals seit 1994 in die Runde der besten Acht ein. Erst die Schweiz beendete im Viertelfinale den Lauf der Österreicher.
Genau an diesen Erfolg möchte das ÖEHV-Team bei der diesjährigen WM anknüpfen. Österreich will sich in Gruppe A gegen USA, Schweiz, Finnland, Deutschland, Lettland, Ungarn und Großbritannien behaupten und im Idealfall erneut das Viertelfinale anvisieren. Realistisch betrachtet wird das jedoch schwierig – unmöglich ist es aber nicht, wie Österreich in den vergangenen Jahren immer wieder bewiesen hat. Das Mindestziel bleibt jedoch klar definiert: der Klassenerhalt. Alles darüber hinaus wäre ein Bonus, aber einer, den man diesem Team durchaus zutrauen darf.
Kader Stand 29.04.2026:
Tor: David Kickert, Atte Tolvanen, Florian Vorauer;
Verteidigung: Dominic Hackl, Thomas Klassek, David Maier, Thimo Nickl, Ramon Schnetzer, Patrick Söllinger, Devin Steffler, Clemens Unterweger, Phillipp Wimmer, Bernd Wolf, Paul Stapelfeldt;
Offensive: Mario Huber, Leon Kolarik, Henrik Neubauer, Benjamin Nissner, Maximilian Rebernig, Ian Scherzer, Peter Schneider, Simeon Schwinger, Lucas Thaler, Finn Van Ee, Leon Wallner, Dominic Zwerger, Lenz Moosbrugger, Tim Harnisch;














