Kanada sichert sich Einzug ins Viertelfinale7:2 gegen China

Kanada setzte sich souverän gegen China durch. (Foto: dpa/picture alliance/ASSOCIATED PRESS)Kanada setzte sich souverän gegen China durch. (Foto: dpa/picture alliance/ASSOCIATED PRESS)
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So muss sich der Veranstalter bereits nach vier Partien aus dem Turnier verabschieden, während auf die Kanadier als nächster Gegner Schweden wartet.

Der Favorit aus Kanada wurde seiner Rolle früh gerecht und dominierte das Geschehen in den ersten fünf Minuten. Die Chinesen (davon 16 aus Kanada, den USA und Russland eingebürgerte Spieler) blieben zunächst passiv, hatten in der sechsten Minute aber die Gelegenheit zur Führung: Den Gastgebern wurde ein Penalty zugesprochen, der allerdings nicht verwertet werden konnte. Somit blieb es vorerst beim 0:0. Nachdem die Kanadier von dort an wieder die Kontrolle der Partie übernommen hatten, erzielte Jordan Weal (7.) den Führungstreffer zum 1:0. Die Nordamerikaner ließen sich danach etwas fallen und das Team von Trainer Ivano Zanatta schnupperte am Ausgleich. Gerade als China dem 1:1 immer näher kam, klingelte es auf der anderen Seite zum zweiten Mal. Wieder war es Weal (10.), der die Kanadier jubeln ließ. Die Chinesen waren weiterhin im Spiel und ihre Mühe war in Form von diversen Chancen erkennbar. Diese machten sich nach knapp 16 Minuten bezahlt: Der gebürtige US-Amerikaner Cory Kane (heute An Jian) traf zum Anschlusstreffer für das Land aus der Mitte. Mehr war für China nicht drin, auch weil Matt Tomkins mehrfach souverän parierte.

Während China dem Druck der Kanadier im ersten Drittel noch gewachsen war, änderte sich dies im zweiten Durchgang schlagartig. Das Team von Claude Julien drängte auf den dritten Treffer, welcher durch Adam Tambellini (27.) fiel. Und der Rögle-Stürmer setzte nur wenige Sekunden später nach, indem er auf 4:1 erhöhte (29.). Die Kanadier gerieten in einen regelrechten Torrausch, sodass Eric O’Dell (33.) schließlich zum 5:1 traf. Chinas Spiel war indes von Scheibenverlusten und Fehlpässen geprägt. Letztlich war ein 5-gegen-3 zum Nachteil Kanadas notwendig, damit Jian (39.) seinen zweiten Treffer zum 2:5 erzielen konnte. Zuvor waren die wenigen Schüsse der Chinesen zu unpräzise gewesen und von der Gegenwehr aus dem ersten Durchgang war nichts mehr zu sehen. Speziell in puncto Zweikampfstärke machte sich das unterschiedliche Niveau der Teams bemerkbar.

Im Schlussdrittel konzentrierten sich die Kanadier dank des soliden Vorsprungs vor allem auf die Defensive. Trotz des 2:5-Rückstands mangelte es den unterlegenen Chinesen nicht an Kampfgeist und Willen. Es waren vielmehr Fehlpässe und fehlendes Durchsetzungsvermögen in den Zweikämpfen, was den Kanadiern enorme Vorteile verschaffte. China kreierte weiterhin Chancen (etwa durch Kane) doch häufig wurde im entscheidenden Moment ein Fehlpass gespielt. Tomkins musste mehrfach eingreifen (50., 52.) und sein Team vor dem dritten Gegentreffer retten. Erst kurz vor Schluss zeigten sich die Favoriten wieder und erhöhten durch den ehemaligen NHL-Star Eric Staal (56.) auf 6:2. Das Tor zum Endstand von 7:2 folgte wenig später, als Jack McBain (59.) einen Abpraller ins Tor beförderte.

Chinas Team setzte die Hoffnungen in die eingebürgerten Akteure, die mehr als 60 Prozent des gesamten Kaders ausmachten. Während Deutschland von dieser Praxis hin und wieder profitieren durfte, verhalf sie den Chinesen nicht zum erwünschten Erfolg und das Turnier im eigenen Land ist nach nur vier Partien vorbei. Die Erwartungen sind auch vor den Spielen nicht hoch gewesen. So freute sich Jack Chelios (Sohn der NHL-Legende Chris) bereits über die Teilnahme an Olympia: „Nicht viele bekommen die Chance, hier dabei zu sein für den Gastgeber.“ Während China die Teilnahme feiert, kann sich Kanada über den Einzug ins Viertelfinale freuen, wo bereits Schweden warten, das als bester Gruppenzweiter automatisch qualifiziert war.

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