Franz Reindl bewirbt sich erneut als IIHF-Präsident

Am 2. Oktober wird auf Teneriffa der neue Präsident des Eishockey-Weltverbandes IIHF gewählt. Mit Franz Reindl tritt auch ein deutscher Kandidat an.
Neun Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge des Franzosen Luc Tardif, der nach einer Amtsperiode nicht mehr antritt. Einer von ihnen ist Franz Reindl. Der langjährige Funktionär und frühere Nationalspieler war bereits 2021 bei der Präsidentenwahl angetreten und stellt sich nun erneut zur Wahl.
Für Reindl ist die Wahl damit die zweite Chance, an die Spitze des Weltverbandes zu rücken. Er ist ist im internationalen Eishockey seit Jahrzehnten eine feste Größe. Nach seiner aktiven Karriere wechselte der ehemalige Nationalspieler ins Management und übernahm unter anderem beim SC Riessersee sowie beim Deutschen Eishockey-Bund verschiedene Führungsaufgaben. Von 1994 bis 1996 war er erster Geschäftsführer der neu gegründeten DEL, später Sportdirektor und Generalsekretär des DEB. Von 2014 bis 2022 stand Reindl als Präsident an der Spitze des Verbandes. In dieser Zeit war er unter anderem an der Organisation der Weltmeisterschaften 2001, 2010 und 2017 in Deutschland beteiligt. International gehört Reindl seit 2016 dem IIHF Council an. Bereits 2021 kandidierte er für das Präsidentenamt des Weltverbandes und erreichte im damaligen Wahlkampf den zweiten Platz hinter Luc Tardif.
Neben Reindl gehören unter anderem der Däne Henrik Bach Nielsen, Petr Briza aus Tschechien, Sergey Goncharov aus Belarus und Frank González aus Spanien zum Kandidatenfeld.
Besonders interessant aus deutscher Sicht ist auch Petr Briza. Der Tscheche ist im deutschen Eishockey kein Unbekannter. Als Torhüter spielte er viele Jahre in der DEL und sammelte dabei umfangreiche Erfahrungen auf höchstem Niveau. Heute ist Briza als Funktionär im internationalen Eishockey aktiv und gehört ebenfalls zu den Kandidaten für das IIHF-Präsidentenamt.
Bei der Wahl auf Teneriffa geht es allerdings nicht nur um das Präsidentenamt. Auch die Vizepräsidenten und das Council werden neu bestimmt. Gerade die Wahl des Councils besitzt große Bedeutung, da das Gremium wichtige Entscheidungen zwischen den Kongressen treffen kann.
30 Kandidaten haben sich für die zehn offenen Council-Posten beworben – deutlich mehr als bei der Wahl 2021, als 17 Bewerber antraten. Zu den Themen, mit denen sich das neue Gremium beschäftigen könnte, gehört unter anderem die weitere Behandlung der Suspendierungen der russischen und belarussischen Verbände.
Fest steht bereits, dass sich das Gesicht des IIHF-Councils verändern wird. Neben dem scheidenden Präsidenten Luc Tardif tritt auch der kanadische Vizepräsident Bob Nicholson nicht mehr an. Zudem scheiden Pavel Bure (Russland) und Raeto Raffainer (Schweiz) aus dem Council aus.
Für Franz Reindl geht es am 2. Oktober damit um weit mehr als eine Personalentscheidung: Der Deutsche erhält erneut die Gelegenheit, die Führung des internationalen Eishockeys zu übernehmen. Die Konkurrenz ist allerdings groß – und mit Petr Briza steht ihm unter anderem ein Kandidat gegenüber, der durch seine lange DEL-Vergangenheit auch hierzulande bestens bekannt ist.














