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6:2 in Spiel vier in Pustertal – Lukas Haudum wertvollster Spieler

Graz 99ers holen ihren ersten ICEHL-Meistertitel per Sweep

Lesedauer: 4 Minuten
Korbinian Holzer feiert mit den Graz 99ers die Meisterschaft in der ICEHL.
Korbinian Holzer feiert mit den Graz 99ers die Meisterschaft in der ICEHL. (Foto: dpa/picture alliance/EXPA/APA/picturedesk.com)

Premiere in der ICEHL. Erstmals holten die Graz 99ers den Titel in der internationalen österreichischen Liga. Es ist, wenn man die frühere österreichische Bundesliga mit einbezieht, der erste Titel für Graz seit 1978. Dementsprechend groß war der Jubel unter den mitgereisten Fans und natürlich auf dem Eis.

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Nach der Partie wurde noch der Grazer Nationalspieler Lukas Haudum als wertvollster Spieler der diesjährigen Play-Offs geehrt.

HC Pustertal – Graz 99ers 2:6 (2:1, 0:1, 0:4)
Serienstand: 0:4

Und wieder gab es einen Sweep. Vor genau einem Jahr holten sich Red Bull Salzburg mit diesem Erfolg den Titel gegen Rekordmeister Klagenfurter AC und jetzt wiederholten die Grazer dieses Kunststück gegen den HC Pustertal.

Interessant, welchen Sprung die beiden Finalisten gegenüber der letzten Saison gemacht haben. Während Graz in der Saison 2024/25 immerhin auf Platz fünf in der Vorrunde landete und im Viertelfinale mit 3:4 an Linz scheiterte, belegte Pustertal gar nur Rang neun, musste sich erst für die Play-Offs qualifizieren und schied ebenfalls im Viertelfinale mit 2:4 gegen Klagenfurt aus.

In der aktuellen Saison holten sich die 99ers den Hauptrundentitel, wobei die Entscheidung gegen den KAC erst am letzten Spieltag fiel. Der HC Pustertal kam als Fünfter über die Ziellinie, glänzte danach jedoch mit absoluter Spiellaune und schickte gleich im Viertelfinale die favorisierten Salzburger mit einem Sweep nach Hause. Ebenfalls ein Sweep gelang Graz gegen Villach. Die 99ers wiederholten diese Leistung im Halbfinale, wo sie sich gegen den Favoritenschreck aus Fehervar durchsetzten, während Pustertal überraschend klar mit 4:1 gegen Ljubljana gewann.

Im Finale zeigte sich schließlich die ganze Klasse von Graz. Der Hauptrundenmeister gewann die ersten drei Partien gegen Pustertal allesamt deutlich (5:1, 5:1, 5:2) und zeigte letztendlich auch in der finalen vierten Partie seine Klasse, wobei die Südtiroler alles in die Waagschale warfen, aber am Ende auch durch fehlende Physis unterlagen.

Im ersten Drittel zeigten die Brunecker eine beeindruckende Leistung, konnten jedoch die optische Überlegenheit nicht umsetzen und bekamen die Quittung mit dem 0:1, als Kevin Roy einen Abwehrfehler der Gastgeber mit dem Führungstor für Graz bestrafte. Doch der HCP wollte sich nicht einfach geschlagen geben. Nur drei Minuten später erzielte Rok Ticar, früher selbst in Graz aktiv, den Ausgleich, als er glänzend von Alex Ierullo freigespielt wurde und er den 99ers-Keeper Nicolas Wieser zum 1:1 tunnelte. Und Pustertal hatte, von über 3.100 Fans angetrieben, noch nicht genug. In der 15. Minute traf Mikael Frycklund in Überzahl, der Grazer Currie saß auf der Bank, im Nachschuss zum 2:1. Erstmals in der Finalserie führte Pustertal in einer Begegnung. Zwar gingen die Italiener moralisch gestärkt in das zweite Drittel, mussten aber den Ausgleich von Anders Koch hinnehmen, wobei der eigentliche Torschütze Pustertals Verteidiger Daniel Glira war, der mit seinem Schlittschuh den Pass von Koch ins eigene Tor ablenkte, unhaltbar für den bis dahin stark agierenden Edward Pasquale im Tor des HCP. Danach verflachte die Partie etwas und man merkte, dass beide Teams sich Kraft für das entscheidende letzte Drittel sparen wollten. Dieser letzte Abschnitt begann auch gleich, fast, mit einem Paukenschlag. Pustertals Henry Bowlby startete einen furiosen Konter, scheiterte aber an Torhüter Wieser im Grazer Kasten. Wie man es besser macht, bewies nur Sekunden später Kevin Conley auf der anderen Seite. Damit war der HCP gefordert, konnte aber den berühmten Schalter nicht mehr umlegen. Die Grazer übernahmen immer mehr die Spielkontrolle, setzten verstärkt auf die Defensive und konterten die jetzt verzweifelt angreifenden Südtiroler aus. Als Josh Currie im Nachschuss in der 49. Spielminute das 4:2 für die 99ers gelang, war das schon eine Vorentscheidung. Die endgültige Entscheidung gelang dann einem Spieler, den keiner der Experten auf dem Blatt stehen hatte. Der 21-jährige Lenz Moosbrugger wurde mustergültig mit einem Querpass von Tim Hamisch bedient und Moosbrugger, in dieser Saison von Graz an Kitzbühel in der AlpsHL verliehen, erzielte sein überhaupt erstes Tor in der ICEHL, und dann in einer solch wichtigen Situation. Den Schlusspunkt setzte dann der Gegenpol zum Jungspund Moosbrugger, Michael Schiechl. Der 37-Jährige, früher schon Meister mit Salzburg geworden, setzte den Puck per Empty-Netter zum Endstand 6:2 in die Maschen.

Mit Korbinian Holzer im Team der Graz 99ers feierte auch ein deutscher Spieler die Meisterschaft in der ICEHL.

Tore: Pustertal: Rok Ticar, Mikael Frycklund; Graz: Kevin Roy, Anders Koch, Kevin Conley, Josh Currie, Lenz Moosbrugger, Michael Schiechl

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