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WM kompakt

Schweiz steht im Halbfinale – Lettland kann Norwegen nicht stoppen

Lesedauer: 5 Minuten
Die Schweiz steht nach dem Sieg gegen Schweden im Halbfinale der Eishockey-WM.
Die Schweiz steht nach dem Sieg gegen Schweden im Halbfinale der Eishockey-WM. (Foto: dpa/picture alliance/Keystone)

Das war ein hochspannendes Viertelfinale bei der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz. Am Nachmittag zeigten die Kanadier gegen die USA und die Finnen gegen Tschechien hervorragendes Eishockey und zogen zu Recht in die nächste Runde ein. Am Abend folgte dann Gastgeber Schweiz gegen Schweden und Außenseiter Norwegen, der seinen Siegeslauf fortführte und mit einem Shutout gegen Lettland gewann.

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Finnland – Tschechien 4:1 (2:0, 1:1, 1:0)

Ein eindeutiger Sieg, zumindest nach den nackten Zahlen, gelang Finnland gegen den Weltmeister aus dem Jahr 2024, Tschechien. Damit flogen die Tschechen zum zweiten Mal in Folge im Viertelfinale aus dem Wettbewerb.

Das Spiel an sich war erheblich ausgeglichener, als es das Spielergebnis besagt. Vor allem die Tschechen investierten viel, konnten sich jedoch gegen die finnische Defensive nicht durchsetzen. Stattdessen gingen die Finnen bereits nach acht Minuten durch Sakari Manninen in Führung. Nach einem Torwartfehler von Tschechiens Keeper Josef Korenar, der einen Schuss nicht festhalten konnte, war Anton Lundell zur Stelle und erhöhte auf 2:0. Im zweiten Drittel das gleiche Spielchen. Die Tschechen griffen mit aller Macht an, aber die Finnen um ihren Torhüter Justus Annunen standen felsenfest, ließen mit stoischer Ruhe die Angriffe abperlen und erhöhten eiskalt durch Konsta Helenius nach 95 Sekunden im zweiten Abschnitt auf 3:0. Damit war die Partie vorentschieden, obwohl den Tschechen in der 32. Minute das erste Tor gelang. Voraussetzung hierfür waren jedoch gleich zwei Strafen für Finnland. Während Puljujärvi und Maataa auf der Strafbank saßen, gelang Filip Hronek mit einem diagonalen Onetimer der Anschluss. Bei diesem Tor war Annunen chancenlos. Bei diesem Spielstand blieb es bis zur 56. Spielminute. Bevor die Tschechen als letzte Option den Keeper ziehen konnten, spritzte Lenni Hameenaho in einen tschechischen Fehlpass, zog unwiderstehlich ab und erzielte mit dem 4:1 das Ticket für das Halbfinale.

Tore: Finnland: Sakari Manninen, Anton Lundell, Konsta Helenius, Lenni Hameennaho; Tschechien: Filip Hronek

Kanada – USA 4:0 (1:0, 1:0, 2:0)

Ein verdienter, aber zu hoch ausgefallener Erfolg der Kanadier über ihren südlichen Nachbarn und den Titelverteidiger. Tatsächlich fielen die letzten beiden Tore als Empty-Netter, so dass es deutlich wird, dass es bei gezählten 72 Torschüssen (38:34 für Kanada) und nur zwei Toren es bis zur letzten Sekunde hochspannend war und das Ergebnis auch leicht hätte andersrum sein können. Allerdings vergaben die Kanadier bereits im ersten Drittel die große Chance zur Führung, als sich US-Stürmer Rylan Lindgren bereits in der siebten Spielminute eine Fünfer plus Spieldauer wegen Checks gegen den Kopf abholte, die Kanadier diesen Vorteil aber nicht nutzen konnten. Dies klappte erst 90 Sekunden vor der ersten Pause, als Mark Scheifele US-Keeper Devin Colley prüfte, dessen Abpraller Macklin Celebrini erreichte und der keine Probleme mit dem 1:0 hatte. Im zweiten Drittel wurde es dann noch ausgeglichener. Die Amerikaner drängten auf den Ausgleich, das Tor indessen erzielten erneut die Kanadier. Dylan Holloway verwertete eine Vorlage von Mark Scheifele zum 2:0. Obwohl die Amerikaner mehrere eindeutige Chancen hatten, gelang ihnen kein Treffer, so dass US-Trainer Don Granato nichts anderes übrigblieb, als seinen bis dahin stark auftretenden Torhüter Devin Cooley (Calgary Flames/NHL) aus dem Tor zu nehmen. Eine Maßnahme, die ins Auge ging, denn die USA kassierten in diesen 36 Sekunden zwei Gegentore durch Connor Brown und Sidney Crosby.

Tore: Kanada: Macklin Celebrini, Dylan Holloway, Connor Brown, Sidney Crosby; USA: -

Schweiz – Schweden 3:1 (1:1, 2:0, 0:0)

Höchste Dramatik gab es vor 12.000 Zuschauern in Zürich zwischen der Schweiz und Schweden zu sehen. Dabei gingen die Schweden, letztmaliger Weltmeister von 2018, ein hohes Tempo, drängten die Schweizer häufiger in deren Zone und gingen bereits nach sieben Minuten durch Linus Karlsson in Führung, als dieser von der eidgenössischen Verteidigung übersehen wurde und aus nächster Entfernung traf. Ein emotionaler Höhepunkt, der vor allem den Schweizer Abwehrspieler Dean Kukan traf. Dieser zog nur zwanzig Sekunden später dem schwedischen Shootingstar Ivar Stenberg den Schläger ins Gesicht, was ihm eine Fünfer plus Spieldauer einbrachte. Zwar beherrschten die Schweden die folgenden Minuten, richtige Torchancen kreierten sich jedoch nicht und das baute die Schweizer auf. Sie pressten und konnten durch Roman Josi den Ausgleich feiern. Zuvor allerdings hatten die Gastgeber die Glücksgöttin Fortuna herausgefordert, denn ein glattes Eigentor von Janis Moser wurde von den Schiedsriechern nicht erkannt und dementsprechend nicht gegeben. Im zweiten Drittel wurde der Kampf immer dramatischer. Die aggressiven Schweizer, die es stellenweise mit der Härte übertrieben, besonders der Crosscheck von Timo Maier gegen Schwedens Sundquist, setzten sich immer mehr in der Hälfte der Schweden durch und trafen dann auch. Erst gelang Denis Malgin in der 33. Minute die Führung und nur zwei Minuten später erhöhte Calvin Thürkauf auf 3:1, als er von der sonst so aufmerksamen schwedischen Defensive komplett übersehen wurde. Im letzten Spielabschnitt standen die Schweizer den Schweden permanent auf den Schlittschuhen, so dass diese keine echten Chancen mehr erspielen konnten. Auch die Herausnahme des guten Torhüters Hellberg brachte Schweden keinen Erfolg mehr.

Tore: Schweiz: Roman Josi, Denis Malgin, Calvin Thürkauf; Schweden: Linus Karlsson

Lettland – Norwegen 0:2 (0:0, 0:1, 0:1)

Vielleicht war es von der reinen spielerischen Leistung nicht der Volltreffer, aber in Sachen Spannung hielt diese Partie mit den drei anderen mit. Der Überraschungszweite der Gruppe B, Norwegen, hatte dabei mit Lettland einen spielstarken Gegner, der sich vor allem im ersten Drittel nicht unterbuttern ließ. In der 28. Minute war es dann Tinus Luc Koblar, dem bisherigen Topscorer der Skandinavier, vorbehalten, für die Führung zu sorgen, als er eine Vorlage von Brandsegg zum 1:0 nutzte. Daraufhin wurde es nickelig, was gleich zwei Strafen für je beide Teams bewies. Aber die Norweger standen nun klar gefestigter in der Defensive, ließen den Letten kaum Platz im Angriff und führten nach zwei Dritteln verdient. Das sollte sich eigentlich im dritten Abschnitt ändern. Jetzt stürmten die Letten mit Mann und Maus, kamen am Ende auf 19:4 Torschüsse, konnten die Scheibe aber am Held der Norweger, Torhüter Henrik Haukeland nicht vorbeibringen und bekamen am Ende als Strafe sogar noch ein zweites Gegentor, einen Empty-Netter von Noah Steen. Für Norwegen ist der Einzug ins WM-Halbfinale der größte Erfolg seit dem vierten Platz von 1951.

Tore: Lettland: -; Norwegen: Tinus Luc Koblar, Noah Stehen

Damit kommt es am Samstag zu diesen beiden Halbfinalspielen: Schweiz – Norwegen (15.20 Uhr), Kanada – Finnland (20 Uhr).

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