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Drei Drittel, vier Siege mit einem historischen Genoni

Die Nati tanzt mit Österreich Walzer im 3/4-Takt

Lesedauer: 3 Minuten
Torhüter Leonardo Genoni stellte einen neuen WM-Shutout-Rekord auf.
Leonardo Genoni schrieb mit dem 14. WM-Shutout einen neuen Rekord auf. (picture alliance / Alexey Kudenko/RIA Nowosti/dpa)

In meinem letzten Bericht schrieb ich: „Swiss Made Hockey: Warum die Nati ein Gold-Kandidat ist.“ Gegen Österreich lieferte die Schweiz nun die nächste Antwort darauf. Nicht laut, nicht spektakulär inszeniert, sondern mit einer Selbstverständlichkeit, die an dieser Heim-WM immer auffälliger wird.

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Es hätte ein weiteres, emotionales Nachbarschaftsduell werden können. Österreich brachte drei Siege, viel Selbstvertrauen und mit Roger Bader einen Schweizer Teamchef aus Zürich mit, für den diese Partie weit mehr war als ein gewöhnliches WM-Spiel. Doch am Ende zeigte sich vor allem eines: Diese Schweizer Nationalmannschaft gewinnt solche Spiele nicht mehr nur, sie kontrolliert sie. Das 9:0 war kein gewöhnlicher Kantersieg. Es war ein Nachmittag, an dem die Nati ihre aktuelle Reife zeigte: ruhig im Kopf, schnell auf dem Eis, konsequent in den Details. 

Die Schweiz überrollte den Gegner nicht aus Euphorie, sondern aus Struktur, Tempo und innerer Klarheit. Bereits im ersten Drittel war die Partie praktisch entschieden. Trotzdem hörte die Mannschaft von Jan Cadieux nicht auf, konzentriert weiterzuspielen. Auffällig war nicht nur die offensive Wucht, sondern auch die Haltung. Die Schweiz verteidigte auch bei klarer Führung aufmerksam, arbeitete konsequent zurück und liess Österreich kaum in gefährliche Räume kommen.

Besonders eindrücklich war erneut die Kadertiefe. Gegen Österreich trafen nicht nur die grossen Namen. Theo Rochette, Damien Riat und Nico Hischier schnürten Doppelpacks, Calvin Thürkauf und Christoph Bertschy reihten sich ebenfalls unter die Torschützen. Es war keine One-Line-Show, sondern ein Gesamtbild. Genau jenes „Swiss Made Hockey“, das diese Mannschaft aktuell so gefährlich macht. Und hinten schrieb Leonardo Genoni Geschichte. Der Zürcher feierte seinen 14. WM-Shutout und stellte damit einen neuen Rekord auf. Dass dieser Moment ausgerechnet vor Heimpublikum gelang, passte perfekt zu diesem Nachmittag. Genoni stellte danach jedoch nicht sich selbst, sondern die Mannschaft in den Vordergrund. Vor ihm hätten „21 Leute dichtgehalten“. Ein Satz, der diese Schweizer Leistung sinnbildlich zusammenfasst.

Interessant war auch die österreichische Perspektive. Roger Bader hatte bereits vor dem Spiel betont, wie stark die Schweiz besetzt sei. Für den Schweizer an der österreichischen Bande war es zudem ein spezieller Nachmittag: Er coachte an dieser WM erstmals vor den Augen seiner Eltern in Zürich. Dazu kommt die persönliche Verbindung zur Swiss Life Arena, wo Sohn Thierry Bader bei den ZSC Lions unter Vertrag steht. Auch Vinzenz Rohrer hätte der Partie zusätzliche emotionale Würze verliehen. Der ehemalige ZSC-Spieler und Publikumsliebling stand jedoch ebenso wenig im österreichischen Line-up wie Dominic Zwerger. Vieles deutete darauf hin, dass Österreich mit Blick auf das kapitale Spiel gegen Deutschland Kräfte einteilte.

Die grossen Prüfungen für die Schweiz kommen noch früh genug. Doch wer diese Nati derzeit sieht, erkennt eine Mannschaft, die nicht mehr beweisen muss, dass sie gut ist. Sie spielt, als hätte sie ihre Rolle längst angenommen. Nicht laut. Nicht überheblich, sondern mit der stillen Überzeugung eines Teams, das an dieser Heim-WM für mehr spielt als nur für gute Schlagzeilen.

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