Krefeld verliert und bleibt Tabellenführer – Spielabbruch in Weiden

Das war schon eine Kunst. DEL2-Tabellenführer Krefeld Pinguine ließ sich vom Tabellenzehnten Ravensburg einseifen, blieb aber vorne, weil sich auch der ärgste Verfolger EV Landshut eine Heimniederlage gegen Bad Nauheim leistete. Und weil das Spiel in Weiden wegen eines Risses in der Plexiglasscheibe abgebrochen werden musste, wurde auch der zweite Verfolger der Krefelder, die Kassel Huskies, ausgebremst.
Im Kellerderby fanden die Bietigheim Steelers zu ihren Stärken zurück und besiegten im Baden-Württemberg-Derby den Konkurrenten Freiburg und erhöhten den Vorsprung auf Kaufbeuren auf vier Punkte.
EV Landshut – EC Bad Nauheim 2:3 (0:0, 2:1, 0:2)
Die Negativserie des eigentlichen Favoriten Landshut gegen den EC Bad Nauheim setzt sich fort. In den letzten neun Heimspielen setzte es sechs Niederlagen und auch diesmal war es wieder soweit, auch wenn es anfänglich nicht so schien. Nach einem torlosen ersten Drittel gingen die Landshuter mit einem Doppelschlag innerhalb von nur 36 Sekunden in Führung. Erst traf David Stieler, dann ließ Tobias Schwarz dem Nauheimer Keeper Gerald Kuhn keine Chance. Aber die Hessen witterten trotzdem ihre Chance und kamen noch vor der ersten Pause durch Torjäger Jordan Hickmott zum Anschlusstor. Im letzten Drittel verstärkten die Gäste die Abwehr, ließen kaum noch Chancen der Landshuter zu und suchten das Konterspiel. Erfolgreich, denn bereits kurz nach Drittelbeginn glich Taylor Vause aus und in der 50. Spielminute konnte Marc El-Sayed bereits das Siegtor für die Gäste erzielen.
Bietigheim Steelers – EHC Freiburg 4:1 (1:0, 2:0, 1:1)
Jubel bei den anwesenden 3475 Fans in der Bietigheimer EgeTrans Arena. Erstmals nach drei Heimniederlagen in Folge konnte Freiburg wieder besiegt werden. Allerdings fiel der Erfolg etwas zu hoch aus. In den ersten beiden Dritteln bestimmten die Steelers das Spiel und führten folgerichtig nach 40 Minuten mit 3:0 nach Toren vom Doppeltorschützen Brett Kemp und Jack Dugan. Im letzten Drittel wechselte das Spielchen. Freiburg stürmte, konnte auch schnell durch Kilian Kühnhauser das erste Tor erzielen, konnte sich danach aber nicht mehr entscheidend durchsetzen. Ein Treffer von Mike Fischer in der 54. Spielminute entschied schließlich das mit insgesamt zehn Strafminuten sehr faire Spiel.
Eispiraten Crimmitschau – Starbulls Rosenheim 0:3 (0:1, 0:1, 0:1)
Nach drei Heimerfolgen gegen Rosenheim setzte es mal wieder eine Niederlage und das sogar ohne eigenen Treffer. Das war Rosenheim zuletzt im Februar 2017 in Crimmitschau (1:0) gelungen. Dabei hätte der Rosenheimer Erfolg sogar noch höher ausfallen können. Nach einem starken ersten Drittel, in dem nur Joel Keussen in der zehnten Spielminute traf, beherrschten die Rosenheimer das Geschehen auf dem Eis im zweiten Abschnitt. Sagenhafte 21:2 Torschüsse zugunsten der Starbulls wurden gezählt und hätte Crimmitschaus Keeper Kevin Reich nicht so einen Sahnetag gehabt, wer weiß, was passiert wäre. So bekamen die Eispiraten im dritten Abschnitt Oberwasser, drängten die jetzt verwaltenden Rosenheimer in ihr Drittel zurück und nahmen deren Keeper Oskar Autio unter Beschuss. Aber Autio glänzte wie sein Gegenüber und hatte am Ende mit 100 Prozent Fangquote sogar noch die besseren Werte als Reich. So passierte was kommen musste. Scott Feser besiegelte mit dem 3:0 in der 44. Minute den Erfolg der Rosenheimer, die mit nur vier Punkten Rückstand auf Platz eins in einer komfortablen Verfolgerposition sind.
ESV Kaufbeuren – Lausitzer Füchse 2:3 (0:1, 1:0, 1:1, 0:1) n.P.
Auch bei den Kaufbeurern gibt es einen Angstgegner und der heißt Lausitzer Füchse. Die Gäste holten sich den dritten Sieg hintereinander an der Wertach und belohnten sich mit einem Sprung auf Platz fünf. Die Kaufbeurer dagegen müssen aufpassen, dass sie den Rückstand auf das Mittelfeld nicht zu groß werden lassen. Mittlerweile sind es auf Bietigheim vier Zähler. Woran die Kaufbeurer Schwäche liegt, könnte an der Treffunsicherheit liegen. Im ersten Drittel wurden 17 Torschüsse auf den Kasten von Anthony Morrone abgegeben, aber das einzige Tor des Drittels erzielte ein Gast. Ausgerechnet ein Stürmer der vierten Sturmreihe, Hannu Tripcke, überwand den Kaufbeurer Keeper Cody Porter. Im zweiten Drittel war die Begegnung ausgeglichen und Henri Kanninen gelang in der 28. Minute der verdiente Ausgleich. Schock dann in der 44. Minute. Lennart Nieleck markierte die erneute Gästeführung, die von Tyson MacLellan mit seinem dritten Saisontor erneut ausgeglichen wurde. Damit ging die Partie in die Overtime und auch noch in das anschließende Penaltyschießen, wo die ersten vier Torschützen beider Vereine versagten. Erst Routinier Clarke Breitkreutz behielt die Nerven und schenkte seinem Team und den mitgereisten Fans eine beruhigte Heimfahrt.
Düsseldorfer EG – Eisbären Regensburg 6:1 (1:0, 4:1, 1:0)
Premiere für die Eisbären. Erstmals trat man in Düsseldorf an und kassierte eine deutliche Niederlage. Allerdings fiel diese etwas zu klar aus, da die Regensburger sich einfach zu wenig zutrauten. Im ersten Drittel war die DEG zwar tonangebend, konnte dies aber fast nicht umsetzen. Erst 14 Sekunden vor der ersten Pause gelang Maximilian Faber die verdiente Führung. Im zweiten Abschnitt zeigten sich die Rheinländer dann deutlich zielstrebiger. Bereits nach fünf Minuten gelang Ture Linden das 2:0, ehe zwei Minuten später erneut Maximilian Faber gar auf 3:0 erhöhte. Einer der besten Gästeakteure, der neue Kanadier Jeremy Bracco, war es vorbehalten, in der 33. Minute das Ehrentor der Eisbären zu markieren. Aber die Torjagd der Gastgeber war noch nicht zu Ende. Erik Brown und Lenny Boos zerstörten wenige Minuten später die Punktehoffnungen der Regensburger. In den letzten 20 Minuten merkte man allen Akteuren an, dass die Partie gelaufen war. Immerhin konnte Kristian Blumenschein mit dem sechsten DEG-Tor die Stimmung auf den Rängen anheizen.
Krefeld Pinguine – Ravensburg Towerstars 3:5 (1:3, 1:0, 1:2)
Zuletzt trafen beide Teams im Rahmen der Halbfinalspiele der letzten Saison aufeinander und Ravensburg gewann die Partie mit 5:3 und zog ins Finale ein. Sieben Monate später sahen die Vorzeichen etwas anders aus. Krefeld hatte die große Chance, als Tabellenführer sich etwas abzusetzen und versagte vor der starken Kulisse von knapp über 5.000 Zuschauern. Wichtig für die Towerstars war der starke Beginn. Bereits nach 237 Sekunden traf einer der besten Akteure des Tages, Julian Eichinger, zur Führung, die kurz darauf Philipp Mass zum 2:0 für die Gäste. Die ließen sich auch nicht durch den Anschluss von Davis Vandane aus der Ruhe bringen und trafen praktisch im Gegenzug zum 3:1 durch Thomas Reichel. Obwohl die Ravensburger sich in den beiden nächsten Dritteln verstärkt auf die Defensive konzentrierten, gelang Philip Gogulla kurz vor der zweiten Pause das zweite Krefelder Tor. Im dritten Abschnitt traf Alex-Olivier Voyer schnell zum 4:2 für den EVR, aber die Krefelder hatten noch Munition, verkürzten erneut durch Max Newton. Den Abschluss setzte schließlich Mark Rassell fünf Minuten vor dem Ende, so dass die Ravensburger mit drei nicht eingeplanten Punkten zurück nach Krefeld fuhren.
Blue Devils Weiden – Kassel Huskies 0:1 Abbruch
Die Partie musste im zweiten Drittel wegen eines Risses in der Plexiglasscheibe direkt am Zeitnehmertisch abgebrochen werden. Zwar konnten die Hausherren eine Ersatzscheibe besorgen, allerdings konnte sie nicht in „angemessener Zeit“ eingesetzt werden. Die Statuten schreiben eine maximale Wartezeit von 90 Minuten vor. Die Liga muss nun über das weitere Vorgehen entscheiden. Der Riss ereignete sich in der 28. Minute nach einem Check.














