Martin Hyun mit Herz und Seele ein Krefelder Pinguin

Trikotversteigerung bei den PinguinenTrikotversteigerung bei den Pinguinen
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Der vorletzte Deutsche Meister Krefeld Pinguine hat in der letzten Woche Martin Hyun wie schon länger vermutet wurde nun offiziell unter Vertrag genommen. Nach sieben Jahren im Ausland mit verschiedenen Stationen in den USA und letztlich Belgien kehrt Hyun in seine Heimatstadt Krefeld zurück. Hyun wird in der herannahenden Saison die Rückennummer 71 tragen, da Hyun’s Eltern 1971 via Süd-Korea nach Deutschland einwanderten. Nach Angaben von Hyun soll diese Nummer als Symbol an die anfänglichen Schwierigkeiten seiner Eltern erinnern, die als Immigranten in einem neuen Land viele Schwere Zeiten durchlebten und Mühe hatten sich zu integrieren.



Mit 5 Jahren begann Hyun seine Eishockey Karriere beim Krefelder Eislauf Verein und diesem Verein blieb er treu bis zu seinem Aufbruch in die USA 1997. Das Eishockey ABC in Krefeld hat Hyun von Anton Waldmann, Peter Kaczmarek, Thomas Jentges, Lothar Kremershof, Ernst Sieburg und Haralds Vasiljevs erworben, denen er dankbar ist, das Privileg gehabt zu haben unter diesen Persönlichkeiten das Eishockey Handwerk erlernt zu haben. In der Saison 1996/97 konnte Hyun bereits als 17-ähriger Deutsche Eishockey Liga (DEL) Luft schnuppern und in fünf Vorbereitungsspielen zwei Tore erzielen. Auch international war Hyun tatkräftig für die Deutsche Junioren Nationalmannschaft von der U-16 bis einsschließlich U-20 im Einsatz.



Mit der Verpflichtung Hyun’s schreiben die Krefeld Pinguine gleichzeitig Deutsche Eishockey Geschichte und haben somit den ersten Spieler Koreanischer Abstammung verpflichtet, der jemals in der höchsten Deutschen Eishockey Liga auflaufen wird. In der Zwischenzeit wurde das Interesse der Koreanischen Medien sowie der Koreanischen Botschaft in Berlin geweckt. In einem vor kurzem veröffentlichten Interview der Koreanischen Botschaft bekundet Hyun, dass es eine Ehre für ihn ist in der erhabenen Rheinlandhalle spielen zu dürfen, wo schon viele prominente Krefelder Eishockey Legenden wie Uli Jansen, Bernd Peltzer, Lothar Kremershof, Uwe Fabig, Bobby Fischer, Ken Brown, Vic Stanfield, Randy Spielvogel und viele weitere mit Herz und Seele spielten. Hyun hob hervor, dass diese Spieler durch ihren Einsatz den Weg für viele nachrückende Generationen geebnet haben, in Krefeld den Traum von einer Profi-Karriere überhaupt träumen zu können. Hyun berichtete, dass Ken Brown nach seinem Weggang nach Basel der Familie eine Flasche Rotwein überließ mit der Bitte diese zu öffnen, wenn Hyun jemals den Sprung ins Profi-Geschäft schafft.



Seine Ambitionen einmal Profi zu werden begannen früh im heimischen Keller, wo Hyun sich meist nach der Schule befand, den Schulrucksack gegen das schwarz-gelbe Trikot tauschte und sich stetig vorstellte mit Krefeld in einer ausverkauften Rheinlandhalle im Finale zu stehen. Hyun identifiziert sich mit dem Krefelder Eislauf Verein wie kein anderer und in einem anderen Interview begründete Hyun dies humorvoll damit, dass er „aeußerlich gelb sei und seine Seele schwarz“. Viele Jahreszeiten hat Hyun in Krefeld erlebt, viele Spieler kommen und gehen sehen und immer den Traum vor Augen gehabt, wie einst diese Spieler im schwarz-gelben Dress zu spielen. Mit Hyun wird die DEL mit einem besonderen Exoten bereichert, der sogar vorbildlich sein Master’s Studium in „International Relations“ abschloss. (Gerd Hahn)

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