DEL-Vorschau 2025/26: Adler Mannheim

Am 9. September geht die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) in die neue Saison. Hockeyweb stellt täglich eine Mannschaft vor. Heute geht der Blick auf die Adler Mannheim.
Nach dem enttäuschenden Playoff-Aus im Halbfinale gegen Berlin und dem erneuten Verpassen der Qualifikation für die Champions Hockey League wurden in der Sommerpause wieder zahlreiche Kaderveränderungen vorgenommen. Die sportliche Verantwortung wird weiter von Dallas Eakins in Doppelfunktion als Trainer und Sportmanager getragen. Er treibt die im vergangenen Jahr begonnene Wandlung zur neuen Identität der Adler weiter voran. Statt vieler älterer Profis setzt man auf deutsche Nationalspieler und auf Eigengewächse, die langfristig den Kern des Teams bilden sollen.
Tor:
Im Tor setzen die Adler auf ein komplett neues Duo: Maximilian Franzreb kommt aus Bremerhaven und soll die zukünftige Lösung sein, nachdem er mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet wurde. Daneben baut man auf die Fangkünste des erfahrenen Schweden Johan Mattsson (Barys Astana). Der 33-jährige kommt mit der Empfehlung einer schwedischen Meisterschaft und zwei Titeln in der Champions Hockey League. Talent Leon Willerscheid dürfte als dritter Goalie zwar wenig Einsätze erhalten, aber viel von den beiden lernen. Arno Tiefensee folgte dem Ruf der Dallas Stars nach Übersee, während Felix Brückmann keinen neuen Vertrag erhielt und sich den Kölner Haien anschließt.
Verteidigung:
Hier ist der Aderlass ebenfalls mit den Abgängen von Nick Cicek (Calgary Flames), Jyrki Jokipakka (Tappara Tampere/FIN), und Zachary Leslie (Straubing) groß. Nicolas Mattinen, ausgezeichnet als DEL-Verteidiger und Spieler der Saison 2023/24, soll zusammen mit Neuzugang Dan Renouf die Verteidigung stabilisieren. Leon Gawanke, John Gilmour, Lukas Kälble und Tobias Fohler komplettieren den namhaften Abwehrverbund. Hinzu kommen die beiden U20-Spieler Colin Schlenker und Nick Mähler, die Erfahrung sammeln sollen.
Sturm:
Im Angriff kommt mit Justin Schütz der DEL-Torschützenkönig und Stürmer des Jahres 2023/24 von den Kölner Haien – ein Qualitätsschub im Angriff. Ebenfalls neu dabei sind Alexander Ehl von der Düsseldorfer EG, der als vielseitiger Nationalspieler den Kader breiter aufstellt, sowie die beiden vielversprechenden US-Amerikaner Anthony Greco (Biel/SUI) und Zach Solow. (Toronto Marlies/AHL). Zudem wurde das erst 16-jährige Stürmer-Talent Max Penkin aus dem DNL-Meisterteam in den Profi-Kader aufgenommen – ein Zeichen für den Fokus auf Nachwuchs. Mit Stefan Loibl (Straubing), Ryan MacInnis (Köln), Jordan Swarz (Schwenningen), Austin Ortega (Dresden), Markus Hännikäinen (Litvinov/CZE) und Daniel Fischbuch (Iserlohn) trennten sich die Kurpfälzer von zahlreichen Leistungsträgern. Mit Luke Esposito bleibt jedoch der Topscorer der vergangenen Saison – eine wichtige Konstante im Sturm. Daneben gehören die Leistungsträger wie Kapitän Marc Michaelis, Matthias Plachta, Tom Kühnhackl, Sam Bennett und Kristian Reichel weiter zum Kader.
Prognose:
Mannheim positioniert sich neu – mit verjüngtem Kader und klarer Philosophie. Erfolgreich bleibt das Ziel, doch der Weg ist bewusst langfristig angelegt. Mit Schütz, Ehl, Greco, Mattinen und den eigenen Talenten startet eine Mannschaft in die Saison, die zwar um den sofortigen Titel mitspielen kann, aber auch langfristig wieder zur Spitze zurückkehren will. Entscheidend wird sein, ob die Integration in kurzer Zeit gelingt und der lahmende Angriff wieder mehr Durchschlagskraft bekommt. Zwar hält man sich mit einer klaren Zielsetzung in Mannheim zurück, doch zählt man mit demwohl höchsten Etat der Liga und der Qualität des Kaders automatisch zu den Titelfavoriten. Doch sollte zunächst der Schritt zurück in die Top 3 und der damit verbundenen CHL-Qualifikation das Ziel sein. Letztlich muss die Lücke zu Ligaprimus Eisbären Berlin geschlossen werden, um vom Titel träumen zu können.














