Zwölf Kandidaten für IIHF-Ruhmeshalle

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Heute gaben IIHF-Präsident René Fasel und Walter L. Bush jr., Präsident des Komitees zur Auswahl

in die Hall of Fame, die Namen der Kandidaten für die Ruhmeshalle (Hall of Fame) bekannt. Diese

zwölf Personen werden, aufgeteilt in drei Kategorien, bei der nächsten WM in der tschechischen

Hauptstadt Prag offiziell aufgenommen werden. Das genau Datum steht noch nicht fest. Mittlerweile

“beherbergt” die IIHF-Ruhmeshalle 119 Eishockeygrößen aus 20 Nationen. Kategorie Erbauer:

Mike Buckna (CAN), Ladislav Horsky (SVK), Tsutomu Kawabuchi (JPN), Miroslav Subrt (CZE).

Kategorie Spieler: Rudi Ball (GER), Witali Dawydow, Nikolai Sologubow (beide RUS), Lou Nanne

(USA), Ronald Pettersson (SWE), Frantisek Tikal (CZE). Kategorie Schiedsrichter: Ove Dahlberg

(SWE), Juri Karandin (RUS). Kurzbiografien der Kandidaten: Mike Buckna (CAN): Buckna wurde

bekannt als Vater des tschechoslowakischen Eishockeys. Er war Coach und Vorsitzender des

CSR-Verbandes während der Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Außerdem stand er 1947 an der

Bande des CSR-Teams bei dessen Weltmeisterschafts-Debüt. Ladislav Horsky (SVK): Nach

Beendigung seiner aktiven Karriere, in der er in 150 Länderspielen 71 Tore schoss, wurde er Trainer.

Dort stand er während 18 Spielzeiten an der Bande, zehn davon bei Slovan Pressburg. Auch in

Deutschland war er drei Jahre tätig. Er beendete seine Laufbahn bei der Universität in Wisconsin.

Tsutomu Kawabuchi (JPN): Er war an den ersten asiatisch-ozeanischen Meisterschaften maßgeblich

beteiligt und war die treibende Kraft dafür, dass Damen-Eishockey bei den Olympischen Spielen

1998 in Nagano in das Programm aufgenommen wurde. Er war auch, nach Beendigung seiner

20-jährigen Laufbahn als Spieler und Coach, an der Gründung des Klubs Iwakuragumi in erster Linie

beteiligt, der zu den führenden Vereinen in Japan gehört. Miroslav Subrt (CZE): Der sympathische

tschechische Funktionär ist “Mr. Eishockey” überhaupt. Er ist in führender Funktion am längsten

tätig. In der internationalen Szene ist “Miro” Subrt seit 1953 anwesend. Seit 1966 ist der Prager

Vizepräsident der IIHF und nahm seit 1956 an jedem IIHF-Kongress teil. Bei über 70 Turnieren war

Subrt der Leiter. Sage und schreibe zwölf Olympische Winterspiele sahen ihn, dem nichts entgeht

und der, im Gegensatz zu manch anderem Funktionär, jede Frage beantworten kann, als Funktionär.

Im vorigen Jahr wurde ihm der Olympische Orden verliehen. Rudi Ball (GER): Balls Karriere

dauerte von 1928 bis 1952. In dieser Zeit stand der Berliner, der 1975 verstarb, achtmal im

deutschen Meisterteam und nahm an den Olympischen Spielen 1932 und 1936 teil. Außerdem

absolvierte er vier Weltmeisterschaften.Witali Dawydow (RUS): In seiner gesamten Karriere spielte

Dawydow nur für Dynamo Moskau und kam dabei in der Zeit von 1957 bis 1973 auf 548 Spiele. In

der Sbornaja absolvierte er 196 Partien und gewann mit der Truppe neunmal die Weltmeisterschaft

und dreimal olympisches Gold. Außerdem stand er bei seinem Stammverein sowie beim

Juniorenteam Russlands an der Bande. Lou Nanne (USA): Nanne begann seine lange Karriere 1968

als Kapitän des US Teams. Auch 1975 und 1977 trug er das “C” auf seinem Jersey. “Berühmt”

wurde er, als er bei einer WM seinem Trainer ein paar Ohrfeigen gab. Später war er General

Manager der US-Boys bei verschiedenen Gelegenheiten. Außerdem trug Nanne in elf Spielzeiten den

Dress der Minnesota North Stars und produzierte dort 239 Scorerpunkte. Ronald Pettersson (SWE):

Er wird nicht nur von seinen Freunden “Sure-Pelle” gerufen. Pettersson agierte 16 Spielzeiten und

stand zweimal im Team des schwedischen Meisters. Außerdem war er bei zehn Weltmeisterschaften

dabei und brachte von dort zweimal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze mit nach Hause. Bei

drei Olympischen Winterspielen (1956, 1960, 1964) stand er in den Reihen von Tre Kronor, wo er

einmal Silber gewann. 252-mal spielte er für Blau-Gelb, womit er bis heute Rang Nummer drei

einnimmt. Wegen einer Verletzung musste er im Dezember 1967 seine Karriere beenden. Somit

konnte er nicht an den den Olympischen Spielen 1968 teilnehmen. Er ist eine der wenigen

Kultfiguren in Schweden. Nikolai Sologubow (RUS): Bis Sologubov 25 Jahre alt war, wo er zu

ZSKA Moskau wechselte, spielte er in keinem bekannten Verein. Bei sechs Weltmeisterschaften lief

er für die UdSSR auf und gewann jedesmal eine Medaille, dazu zweimal olympisches Gold. Nikolai

Sologubow verstarb 1988. Frantisek Tikal (CZE): Tikal absolvierte 370 Spiele und erzielte 80 Tore

in der CSSR-Liga. Er war auch bei den Olympischen Spielen 1960 und 1964 dabei sowie bei den

Weltmeisterschaften 1957-1960 und 1963-1967, bei denen er zwei Silber- und vier Bronzemedaillen

mit seinem Team gewann. Olympische Bronze gewann er 1964. Seine Laufbahn beendete er als

Coach in Polen sowie in seinem Heimatland. Er war zu seiner Zeit einer der besten Verteidiger

Europas. Ove Dahlberg (SWE): Dahlberg galt als d e r schwedische Schiedsrichter. Sein

Erfolgsgeheimnis war seine Erfahrung als Spieler; zweimal wurde er für Tre Kronor (1954) berufen.

Dahlberg wurde auch beim Fußball als Schiedsrichter, und zwar in der WM-Qualifikation, eingesetzt.

Bei den schwer zu leitenden Spielen CSSR - UdSSR (vor allen Dingen Ende der 60er Jahre), der

Summit Serie 1972 zwischen der Sowjetunion und Kanada sowie beim ersten Canada Cup war

Dahlberg, der vor sechs Jahren verstarb, erste Wahl. Juri Karandin (RUS): Karandins 27-jährige

Karriere spannt sich über 268 internationale Spiele sowie 876(!) Partien in der nationalen

Meisterschaft der UdSSR. Er nahm an zehn Weltmeisterschaften, zwei U20-WM und einer U18-WM

teil. Karandin war Schiedsrichter bei zwei Canada-Cups sowie bei den Olympischen Winterspielen

1980 und 1984.