Viele Fragen und noch keine AntwortenBrisante Themen stehen bei der DEB-Versammlung auf der Tagesordnung

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Schon im Vorfeld stehen wichtige Fragen der Vereine im Mittelpunkt. So stellt der EV Landshut wichtige Fragen an den DEB: Da geht es zunächst einmal um die Passstelle, die „nach Auskunft der LEVs zukünftig nicht mehr vom DEB, sondern entgegen der Regelungen im Paragraph 52 der Spielordnung vom Bayerischen Eissport-Verband federführend bearbeitet“ wird. Zudem soll ein neues Passprogramm installiert werden. Die Frage, die die Niederbayern stellen, ist, ob eine solch wichtige Auslagerung nicht der Zustimmung durch die Mitgliederversammlung bedarf. Außerdem bittet der EVL um Einsicht in den Vertrag zwischen DEB und dem BEV, der diese Auslagerung regelt – so er denn existiert. Weitere wichtige Fragen: Gab es zuvor überhaupt eine Ausschreibung – und bleiben die Gebühren gleich?

Uwe Harnos - Rechtsanwalt und Präsident des DEB

Ein brisantes Thema ist zudem die Tätigkeit von Uwe Harnos als Rechtsanwalt des DEB. So fordert der EVL eine Offenlegung einer möglichen Beratungsvereinbarung zwischen Harnos und dem DEB – so sie denn existiert. Zudem wünschen die Landshuter zu wissen, welche Zahlungen vom DEB an den offiziellen Justiziar geflossen sind. Einfach formuliert: Die Landshuter wollen wissen, ob und in welchem Umfang Uwe Harnos, der ja nun einmal der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes ist, als Rechtsanwalt für DEB tätig war, wer ihn beauftragt und wer ihn bezahlt hat.

Bemerkenswert ist zudem, dass ein Mitgliedsverein des DEB wie der EV Landshut Fragen bezüglich der DEL und der Nationalmannschaft stellen muss. Hier wünscht der EVL die Einsicht in den Kooperationsvertrag mit der DEL, fragt an, ob es richtig sei, dass die Nationalmannschaft nicht mehr vom DEB, sondern von einem gemeinsamen DEB-DEL-Direktorat geführt werde, ob es richtig sei, dass alle Rechte an der Nationalmannschaft in eine DEB-DEL-Vermarktungsgesellschaft ausgelagert worden seien und ob ein Rechtsgutachten vorliege, ob diese weittragenden Beschlüsse nicht ebenfalls der Zustimmung der DEB-Mitglieder bedürfen.

Der DEB hat dazu bereits den Landshutern geantwortet und auf die Rechenschaftsberichte im Laufe der Mitgliederversammlung verwiesen. Außerdem würden die Fragen des EVL „nachhaltig auch Interna, die sicherlich unstreitig nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind“, enthalten.

Finanzsituation beim DEB

Auch der REV Bremerhaven stellt wichtige Fragen, in denen es vornehmlich um die Finanzsituation des DEB geht. So lautet die erste Frage: „Was wurde konkret seit der Mitgliederversammlung 2012 bezüglich der dort aufgezeigten, desaströsen Zahlen unternommen, um das operative Defizit aus 2010 und das Defizit aus 2011 in den Griff zu bekommen?“ Daher fordert der REV Einblick in den Haushalt der zurückliegenden Jahre. Zudem stellt der REV die Frage nach einem Abschlussbericht von Raymund Schneeweiß, der bis 2012 für die Finanzen zuständig war. Diese Funktion hat nun Manuel Hüttl. Da sich Hüttl als Vizepräsident zur Wiederwahl stellt, fordern die Bremerhavener eine Offenlegung der von Hüttl getroffenen Maßnahmen. Zudem will der REV wissen, inwieweit die verpasste Olympia-Qualifikation der Männer-Nationalmannschaft Auswirkungen auf Zuschüsse hat. So fragt der REV außerdem nach der Liquidität und dem Kreditrahmen des DEB. Eine Rolle spielen auch mögliche Verbindlichkeiten und/oder Forderungen gegenüber einzelnen Landesverbände.

Die Antwort des DEB? Da reicht an dieser Stelle ein einfaches „siehe oben“, sprich auch hier verweist das Präsidium auf die Mitgliederversammlung und auf Interna, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt seien.

Präsidiums-Vorschläge

Der Sächsische Eissport-Verband hatte eine Ergänzung der Tagesordnung beantragt, in der Franz Reindl über den Sachstand der WM-Vorbereitungen für 2017 berichten sollte. Das lehnte der DEB mit der Begründung ab, dass ein neuer Tagesordnungspunkt nach DEB-Satzung nicht möglich sei. Außerdem habe Reindl die LEVs bereits bei einem Treffen informiert. Zudem hat der SEV Franz Reindl als Präsident sowie Daniel Hopp, Berthold Wipfler und Andreas Werklung als Vizepräsident offiziell vorgeschlagen.

Tranzparenz während der Versammlung?

Die Starbulls Rosenheim haben zudem den Antrag gestellt, dass die Teilnahme der per Kooperationsvertrag mit dem DEB angeschlossenen Klubs der DEL und DEL2 sowie der Ligenorganisationen zugelassen werde. Hier verwies der DEB darauf, dass laut DEB-Satzungen die Mitgliederversammlungen nicht öffentlich seien, dass aber der Versammlungsleiter einen Mehrheitsbeschluss der Mitglieder herbeiführen könne, um dies zuzulassen. Das gilt – nebenbei bemerkt – natürlich auch für die Pressevertreter. Im Sinne der Transparenz wäre das also nicht gerade unwichtig.


Zudem dürfte einige DEB-Mitglieder auch interessieren, wieso der Deutsche Eishockey-Bund in Finanzfragen gerne auf die Zuständigkeit der „Verwaltung“ verwiesen hat. Denn gemäß der DEB-Finanzordnung in gleich mehreren Artikeln ist das jeweils zuständige Präsidiumsmitglied für die einwandfreie Führung der Finanzgeschäfte zuständig.


Kurz gesagt: Bei der DEB-Mitgliederversammlung dürfte es hoch hergehen. Die Frage nach den Chancen die jeweiligen Präsidentschaftskandidaten dürfte sich an der Haltung der beiden größten Landesverbände entscheiden. Denn bislang haben sowohl der Bayerische Eissport-Verband als auch der Landeseissportverband Nordrhein-Westfalen erklärt, Uwe Harnos unterstützen zu wollen. Ob das so bleibt, wird sich spätestens am 19. Juli in Frankfurt klären.