Trauer um Paul AmbrosDeutsche Eishockey-Legende gestorben

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Der Tiger vom Hopfensee

Paul Ambros hatte viele Namen. Die Medien nannten ihn wegen seiner Härte den "deutschen Kanadier" oder den "Tiger vom Hopfensee". Für die Fans aber war und ist er der "Paule", der Mann der Eishockey mit Herz und Humor zelebrierte. Er war ein Musterbeispiel an Einsatzwillen und erlaubter Härte, konnte austeilen und auch einstecken.
Seine Checks waren gefürchtet, sein Schlagschuss von der blauen Linie war legendär. Der Paule war ein Verteidiger der Sonderklasse. Bei einem Turnier in Polen, wo er mit dem EV Füssen teilnahm, forderten die Russen den Veranstalter auf, den Ambros-Pass zu kontrollieren, weil man vermutete, dass der EV Füssen einen Kanadier im Team hatte. Einige Teams aus Kanada wollten den Allgäuer Zimmermann mit nach Übersee nehmen, wo sie ihm eine große Karrtiere vorhersagten.
Aber der Paule blieb heimatverbunden, spielte für 5.- DM pro Spiel im Trikot des EV Füssen und wechselte erst mit 31 Jahren ins nahe Augsburg, wo er zum Idol der Massen wurde.

Der am 22. Juni 1934 in Füssen geborene Zimmermann Paul Ambros spielte von 1952 bis 1965 für den EV Füssen. Mit dem EVF-Team wurde er elfmal deutscher Meister und gewann 1964 den Spengler-Cup. Er bestritt 228 Ligaspiele für den EV Füssen und schoss dabei 77 Tore. 1965 wechselte er zum damals drittklassigen Augsburger EV, den er als Kapitän von der Landesliga über die Oberliga in die Bundesliga führte. Dabei schoss er in 200 Ligaspielen 60 Tore.
Als er 1973 seine Karriere im AEV-Trikot beendete, wurde er zum Ehrenspielführer ernannt. Auch international war der eisenharte Abwehrspieler sehr erfolgreich. Er nahm an den Olympischen Spielen 1956 in Cortina d`Ampezzo, 1960 in Squaw Valley und 1964 in Innsbruck teil. Hinzu kamen noch die A-Weltmeisterschaften 1959 in Prag, 1961 in Genf, 1962 in Colorado Springs und 1963 in Stockholm.

Paul Ambros bestritt 89 Länderspiele für Deutschland und erzielte dabei neun Tore.
Nach seiner aktiven Karriere, in der er immer auch seinem Beruf als Zimmermann nachging, spielte Ambros noch bis zum 70. Lebensjahr für die Oldtimer des EV Füssen. Zehn Jahre gehörte er im Team der DEB-Traditionsmannschaft zu den Publikumslieblingen auf und neben dem Eis. Er lebte  mit seiner Frau Inge im "Unruhestand" in Füssen, unweit vom Hopfensee, wo seine Karriere einst begann.

Der „Tiger vom Hopfensee“ verstarb in der Nacht zum Freitag im Alter von 82 Jahren.

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