Stirbt das deutsche Eishockey aus?Nach dem Abstieg bei der U20 WM

Franz Reindl - Foto: imagoFranz Reindl - Foto: imago
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27 Gegentoren konnten nur sechs Treffer entgegengesetzt werden. Deutschland muss aus der Top-Division absteigen. „Dabei haben wir alles für das Team getan. Die Mannschaft wurde von Bundestrainer Pat Cortina betreut,  Psychologen und Physiotherapeuten waren mit. Mehr geht nicht“, erklärt  DEB-Präsident Franz Reindl. Was helfen all die Maßnahmen, wenn das Team nichts auf dem Kasten hat. Der langjährige DEB-Nachwuchstrainer Ernst Höfner legt den Finger auf die Wunde: „Bei großen internationalen Turnieren sind wir immer die technisch und läuferisch schwächste Mannschaft.“ Dieser Mangel zieht sich von ganz unten bis zu den Profis durch. Da stöhnt auch Ex-Nationalspieler Sven Felski als exzellenter Schlittschuhläufer: „Einige unserer Spieler müssen durch ihren schlechten Laufstil viel zu viel Kraft investieren.“


Eine Reihe von Spielern wollen im Ligenbetrieb in Kanada und USA mehr lernen. Zwölf deutsche Nachwuchsspieler schwingen  derzeit den Schläger in Übersee. „Sie gehen rüber, weil sie denken, dort besser zu werden. Ob es so ist, weiß ich nicht“, lässt Franz Reindl die Frage offen.  Bei der WM jedenfalls war von gewachsenem Können der deutschen Überseespieler und auch von denen bei Red Bull Salzburg nicht zu sehen.

Das deutsche Nachwuchs-Eishockey konnte sich in den vergangenen 20 Jahren nicht einen Millimeter nach vorn bewegen. Das hat Franz Reindl als neuer Präsident erkannt: „Wir müssen mit aller Macht etwas für das Nachwuchs-Eishockey machen. Besonders sind die Landesverbände in Bayern, NRW, Sachsen und Berlin gefordert. Wir brauchen eine starke Junioren-Eliteliga, sonst sterben wir aus.“


Da allerdings ist die Maßnahme  der laufenden Saison kontraproduktiv. Die DNL wurde zweigeteilt und aufgestockt. Zwangläufig sinkt dadurch das Niveau, weil es in Deutschland gar nicht so viel qualifizierte Junioren-Eishockeyspieler gibt. Dazu kommt der erschreckende Mangel von qualifizierten Trainern. Normal wäre es, die Bambinis  mindestens einmal in der Woche bei Eiskunstlauf-Trainern in die Schule zu geben. Damit die jüngsten Spieler erst einmal richtig Schlittschuhlaufen lernen, wie einst Sven Felski. Aber wer soll das bezahlen? Erst unlängst forderte Dr. Michael Illgner, Chef der Deutschen Sporthilfe, mehr Geld für den Nachwuchssport. Aber interessieren sich  deutsche Politiker, Pädagogen und Sozialarbeiter außer für Fußball überhaupt noch für den deutschen Sport? 


Die U16 weilte  zum Beispiel im Herbst zu drei Spielen in Finnland, über die  schweren Klatschen wie zum Beispiel 0:8 werfen wir lieber den Mantel des Schweigens. Wenn da nichts passiert, sehen deutsche Eishockey-Teams Olympia nie wieder.

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