Adler Mannheim – eine Mannschaft sorgt für Zündstoff
Übergangssaison mit Haken und Ösen
Die letzte Saison, für die Ansprüche der Adler mit katastrophalem Ausgang, ist wohl zur Genüge in allen Facetten beschrieben worden. Sachlich, emotional, hämisch und bestimmt noch allen gegenwärtig. Die Folgen auch, einige Vertragsauflösungen folgten, vorsichtig ausgedrückt die vielleicht dringlichsten „Probleme“ damals. Das dieses Abschneiden letzte Saison an noch mehr Spielern lag, gilt als sicher. Die wirtschaftliche Notwendigkeit, nicht noch mehr Verträge aufzulösen, auch. Das hätte mit verantwortungsvollem Wirtschaften nichts mehr zu tun gehabt. Die Hoffnung oder das Kalkül, dass den betroffenen, verbliebenen Spielern der Ernst der Lage bewusst wird und sie sich entsprechend einfügen, integrieren und ihre Leistung abrufen, ging nur zum Teil auf. Die Folge sieht man aktuell auf dem Eis. Lösen lässt sich das erst am Ende der Saison, wenn Verträge tatsächlich auslaufen und damit Gelder frei werden. Und erst dann kann man von einem Neuanfang sprechen, sieht man die aktuellen vorzeitigen Vertragsverlängerungen, geht das in diese Richtung. Je länger jedoch diese Saison dauert, desto mehr scheinen diese Tatsachen in Vergessenheit zu geraten, man hört bereits Aussagen wie – wieder keine Meisterschaft. Hand aufs Herz, wer hat denn damit gerechnet diese Jahr, mit dieser Ausgangssituation im Gepäck, oder ist das der Wunsch auf ein "Miracle on (Mannheims) ice ? In der Sportszene ist Geduld nicht gefragt, Schnelllebigkeit ist der Zeitgeist. Genau davon sollte man sich lösen. Man sollte vielleicht einen anderen Weg gehen, einen Weg der Geduld, der zulässt, vertraglich belastete Altlasten zu entfernen. Dass die Adler nicht mit der Situation zufrieden sind und letztendlich - in Person von Harold Kreis initiiert - reagieren, sieht man an der Vertragsauflösung mit einem der technisch besten Eishockeyspieler der DEL – Nathan Robinson. Hier prallten zwei völlig unterschiedliche Eishockeyphilosophien aufeinander – Robinson passt mit Sicherheit am wenigsten in das defensive, taktische, nach Disziplin verlangende Korsett von Harold Kreis und war wohl auch nicht Willens, dies mitzutragen. Ohne erste Reihe geht das nicht Tatsache ist auch, dass die Adler, bedingt durch Verletzungen und mangelnde Leistung einzelner Spieler, nur eine nominelle erste Reihe haben. Sieht man die Darbietungen auf dem Eis, kann man zur Erkenntnis kommen, sie haben eine starke vierte Reihe, viele Spieler für die dritte Reihe, wenige für die zweite Reihe und im Moment außer einem Verteidiger niemanden, der sich für eine erste Reihe aufdrängt, zumindestens nicht ohne zugeordneten Führungsspieler. Dieses Manko kann, um ein Beispiel zu nennen, ein MacDonald nicht ausfüllen, dafür wurde er nicht geholt, aber in dieser Position wird er im Moment verheizt. Deswegen ist die Reaktion der Adler richtig, hier Spieler zu verpflichten, die DEL bezogen das Potential für eine erste Reihe haben – Niki Dimitrakos und Steven Reinprecht, um die Saison vielleicht erträglicher zu Ende zu spielen, als es sich im Moment abzeichnet. Warten auf Knecht Ruprecht Und das im wahrsten Sinn des Wortes. In Persona ist er schon da, nur seine Ausrüstung wollte noch nicht, dank eines gestrichenen Flugs von Miami nach Atlanta, warum wohl in diesen Tagen – wegen eines Schneesturms. Hoffen auf den lang vermissten „Leader“ auf dem Eis. Warten auf Ansagen in der Kabine als teambildende Notwendigkeit. Hoffen auf Charisma, das Mitspieler motiviert und auf dem Eis mitreißt. Warten und hoffen auf einen Mark-Messier-Effekt wie weiland bei den Rangers, im kleinen Format, DEL zugeschnitten natürlich, die Meisterschaft wird es nicht sein, aber ein paar heiße Spiele in den regulären Play Offs wären schon schön – warten und hoffen wird erlaubt sein. Und ja, das Wochenende der Wahrheit kommt Mit Köln und Berlin kommen zwei Mannschaften, die zumindest in früheren Zeiten die Fans elektrisiert und manche der Spiele DEL Eishockeygeschichte geschrieben haben. Vielleicht muss man akzeptieren, dass dies eben vergangen ist, und sich davor hüten, dies mit Gegenwart und Zukunft zu vergleichen, der Wandel im DEL Gefüge ist mittlerweile Tatsache. Gegen Köln ist das jetzt ein Kellerduell - ein Erfolg ist möglich, Berlin hat so seine Probleme, hat sich mittlerweile einigermaßen gefangen und ist für die Adler laut Tabelle ein dicker Brocken, Ausgang offen. Gewinnen die Adler an diesem Wochenende nicht mindestens drei Punkte, geht es weiter Richtung Tabellenende, das mittlerweile ziemlich aggressive Umfeld wird die „Messer wetzen“ , was es bekanntermaßen nicht besser macht aber ignoriert wird. Da ringen mir in einem Punkt englische Fangemeinschaften Bewunderung ab, die auch bei schlechten Leistungen und vielen berechtigten Kritikpunkten hinter ihrer Mannschaft stehen, ohne wenn und aber und ihrer Mannschaft das am Ende des Spiels auch zeigen, wenn es auch schwer fällt.












