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Mannheim erzwingt drittes Spiel

Neuer Arbeitseifer statt Urlaubsgefühle

Lesedauer: 4 Minuten

Mit 5:2 (0:0, 4:1, 1:1) gewannen die Adler Mannheim gegen die Kölner Haie und erzwangen so das dritte und entscheidende Pre-Play-off-Spiel in der Domstadt.

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Die Adler senden Lebenszeichen, Christoph Ullmann mit Doppelpack (27., 42.), Jonathan Rheault im Powerplay (26.), Jochen Hecht (45.) und das Phantom der Adler, „Brian“ Matt Lashoff, mit einem Beinahe-Gordie-Howe-Hattrick (Lashoff kassierte für die Rauferei mit Kölns Lalonde „nur“ 2+2+10 anstatt fünf Minuten) beendeten den Kölner Traum von einem Sweep. Lashoff, der bis jetzt von den Adler-Trainern ignoriert oder vergessen wurde (auch dem Adler Stadionsprecher war der Vorname nicht geläufig), was durchaus passieren kann bei der Menge der zur Verfügung stehenden Spieler, heute mit dem Game Winner und zurecht „First Star“ des Spiels. Klar wird die offizielle Antwort sein, da ist das Problem mit den zugelassenen ausländischen Spielern auf dem Spielberichtsbogen, will heißen, wenn Ray Emery im Adler-Tor auftritt, wen soll man dann weglassen von den zwei Überzähligen. Gut ist, dass die Adler aufgehört haben, Ray Emery (der einfach zu wenig Spielpraxis hat) weiter zu verheizen, dass sie den spieltechnisch bisher verschmähten Youri Ziffzer das Vertrauen eines zweiten Einsatzes (nach seiner Einwechslung in Köln) gaben und der das prompt mit einer guten Leistung zurückzahlte. Passend ist auch die Versetzung von Jochen Hecht zu Marcel Goc und Ryan MacMurchy. Bei Goc und Hecht spürt man das gekonnte Zusammenspiel auf hohem Niveau, jetzt muss nur noch MacMurchys Ego es auf die Reihe bekommen, nicht mehr der wichtigste in der Linie zu sein und damit wieder anfangen zu scoren, dann ist auch das Orakel von „Schimmeldiwog“ zufrieden (angerufen im Rahmen einer Sendung des RNF, einem Regionalsender in der Metropolregion Rhein Neckar, der voraussagte, Ryan MacMurchy wäre für alle folgenden 1:0-Siege verantwortlich). Was den Adlern deutlich besser gelang als im Spiel eins, war die Übergabe der gegnerischen Stürmer von außen in die Slotzone, sie waren deutlicher näher am Gegenspieler und die Entscheidung Mann oder Stock passte. Ein weiterer Punkt war das Körperspiel, diesmal durchgängig und mit der nötigen Effizienz vorhanden, das vor allem gegen die in Köln noch auftrumpfende Reihe um Philip Gogula ein probates Mittel war, sie nicht ins Spiel kommen zu lassen. Neutralisierten sich beide Mannschaften im ersten Drittel noch, war das im Mittelabschnitt vorbei. Die Kölner Haie kamen sichtbar nicht mit dem zweiten Gesicht der Adler zurecht und müssen sich was einfallen lassen für Spiel drei am Sonntag, sollten die Adler ihr zweites Gesicht konservieren können und eine ähnliche Performance in Köln aufs Eis zaubern. Ihre zwei Tore erzielten die Haie in der Disziplin, die bisher nicht so ihre Stärke war, in Überzahl (40. Johannes Salmonsson, 50. Dragan Umicevic), absolut gut gespielt und sehenswert. Erstaunlich war, dass die Haie ab dem 4:0 mehr mit Frustbewältigung beschäftigt waren, als mit dem Ziel, den Rückstand aufzuholen. Damit zu den Schiedsrichtern. Nur weil sie lobenswerterweise viel laufen lassen, heißt das nicht, dass sie keine Linie brauchen, wenn sie denn pfeifen. Es fiel in Köln schon auf, dass für ein angedeutetes Haken (Sinan Akdag) die ausgesprochene Zwei-Minuten-Strafe, die man nicht geben muss, die gleiche war wie für den missratenen Check von Mo Müller, der in einem Kniecheck der üblen Art endete – Zwei Minuten? Dass zweimaliges Beinstellen hintereinander nicht geahndet wird, ca. 15 Minuten später eine Strafe zur Folge hat. Aber zum Spiel hier. Bei den Strafen unnötige Härte wird gepfiffen, als ob beide Spieler gleichzeitig anfangen zu prügeln, Verursacher Fehlanzeige (Stephens / Bittner), damit ist dem „Einen-Spieler-aus-dem-Match-nehmen“ Tür und Tor geöffnet. Ein Haken auf der einen Seite ist plötzlich Minuten später strafwürdiger (Joudrey). Wie oben schon angemerkt, es war deutlich zu sehen, dass die Haie ab dem 4:0 mehr damit beschäftigt waren, Frust abzubauen, zu zeigen, so nicht, wir sind noch da – im Eishockey üblich und durchaus reizvoll, es gehört dazu. Klar ist, dass die Schiris irgendwann mal Zeichen setzen müssen, wenn die Nickligkeiten überhand nehmen, auffallen tut es, dass es oft die Adler sind (die keinesfalls Kinder von Traurigkeit sind, um das klar zu artikulieren), die als erstes dieses Zeichen abbekommen. Das hat manchmal etwas von Welpenschutz gegen den Führer in der Strafzeitentabelle, das hat was von Automatismus der Vorverurteilung. So ganz rund lief es heute eh nicht, es gab verdächtig viele Bullys am Anspielpunkt in der neutralen Zone. Am Sonntag geht es nun ins entscheidende Spiel. Tore: 1:0 (25:13) Jonathan Rheault (Matthew Lashoff, Glen Metropolit/5-4), 2:0 (26:13) Christoph Ullmann (Jonathan Rheault, Kai Hospelt), 3:0 (29:39) Matthew Lashoff (Brent Raedeke, Glen Metropolit), 4:0 (34:47) Jochen Hecht (Marcel Goc, Matthew Lashoff), 4:1 (39:40) Johannes Salmonsson (Philip Gogulla, Daniel Syvret/5-4), 5:1 (43:02) Christoph Ullmann (Kai Hospelt, Denis Reul), 5:2 (49:58) Dragan Umicevic (Patrick Hager, Shawn Lalonde/5-4). Strafen: Mannheim 26 + 10 (Dominik Bittner) + 10 (Matthew Lashoff), Köln 16 + 10 (Nick Latta) + 10 (Charles Stephens) + 10 (Shawn Lalonde). Zuschauer: 12.644.

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