Anzeige
Teamgeist als Erfolgsgarant für das Team Europe

„Wir gegen den Rest“

Lesedauer: 3 Minuten
(Foto: Imago)

Das Team Europa überrascht beim World Cup of Hockey. Keiner hatte der Mannschaft, in der Spieler aus acht Nationen zusammengekommen sind, auch nur eine winzige Außenseiterchance gegeben. Die Spieler kommen aus Deutschland, der Schweiz, der Slowakei, Norwegen, Österreich, Frankreich, Slowenien und Dänemark. Innerhalb kürzester Zeit sind sie zu einer eingeschworenen Einheit geworden.

Anzeige

Spöttisch wurde das Team „Team Rest von Europa“ betitelt, da Schweden, Tschechien, Russland und Finnland mit eigenen Mannschaften am World Cup teilnehmen konnten. Zwei derbe Niederlagen in der Vorbereitung gegen die U23-Auswahl aus Nordamerika und einer Tordifferenz von 4:11, gaben vielen Experten die Bestätigung – Team Europa wird in der Vorrunde ausscheiden. Und nun steht das Team von Headcoach Ralph Krueger im Finale des Turniers. „Wir haben sie alle getäuscht, mit den ersten beiden Spielen! Wir haben sie alle getäuscht!“ Das sagte Europas Kapitän Anze Kopitar in den Schlusssekunden des ersten Gruppenspiels (3:0) gegen die USA. Die Worte von Kopitar wurden danach in den nordamerikanischen Medien oft zitiert. Das europäische Team ist zusammengewachsen. Ralph Krueger beschrieb es in einem TV-Interview nach dem USA-Spiel so: „Am ersten Tag saßen alle bei ihren Landsleuten und sprachen in ihrer Muttersprache miteinander. Wir hatten die Befürchtung, dass es zu Grüppchenbildung kommen könnte. Am zweiten Tag war davon nichts mehr zu sehen, alle saßen bunt gemischt beieinander und wir mussten das gar nicht mehr thematisieren.“ Es ist die „Wir gegen den Rest“-Mentalität, die das Team Europa in diesem kurzen Turnier erfolgreich macht. Kaum ein Spieler des Team Europes hätte mit seiner Nationalmannschaft die Chance, bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaft auf das Podium zu kommen. De facto stand bislang nur ein Team aus den acht Nationen in einem Finale um eine olympische Goldmedaille oder Weltmeisterschaft (die Slowakei wurde 2002 Weltmeister). „Bei den Turnieren sind die meisten Spieler allein die Topstars in ihrer Nationalmannschaft. Sie spielen immer gegen den Abstieg oder kämpfen um eine Olympia-Teilnahme, um internationale Titel geht es nie“, sagte Krueger nach dem Sieg im Halbfinale über seine Mannschaft. „Wir haben eine ganze Kabine voller Spieler, die sich ihren Weg in die NHL hart erarbeiten mussten. Sie kommen aus Ländern, die nicht dafür bekannt sind, Spieler mit NHL-Kaliber hervorzubringen“, so Krueger weiter. Im Kollektiv können sie mit den anderen sechs Nationen mithalten. Dies zeigte sich in den Gruppenspielen gegen die USA und Tschechien (3:2 OT) und im Halbfinale gegen Schweden. Es ist aber auch die Handschrift von Ralph Krueger, dessen Mannschaften in seiner Zeit als Nationaltrainer der Schweiz auf internationaler Bühne immer wieder überraschen konnten. Nun trifft er mit dem Team Europa im Finale auf einen alten Bekannten. Als Krueger im Juni 2013 von den Edmonton Oilers, nach nur einer Saison, entlassen wurde, dauerte es keine 48 Stunden bis ihn Kanadas Nationaltrainer Mike Babcock einen Job als Berater des Team Kanadas für die olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi anbot. Krueger nahm an, Kanada gewann Gold. Nun will er die Kanadier daran hindern Gold zu holen. Wie schwer das wird, ist dem Team spätestens nach der 1:4-Niederlage im letzten Gruppenspiel bewusst. Das erste Spiel der Best-of-Three Serie findet heute Nacht (ab 2 Uhr live auf Sport1 & DAZN) statt.

Word Cup Of Hockey
Top News
Anzeige
Weitere Artikel
Mehr Artikel →
Top-Meldungen
Mehr Artikel →
Anzeige