Bundestrainer Harold Kreis vor Olympia: „In der Gegenwart das absolute Highlight“

Der Deutsche Eishockey-Bund hat seine Kader für die Olympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina bekanntgegeben. Bei den Herren sind gleich neun Spieler aus Nordamerika dabei – angeführt von Leon Draisaitl.
„Der Prozess der Kaderzusammenstellung ist bereits über Monate gelaufen. Wir hatten – wie wir es nennen – viele Ghost-Aufstellungen im Kopf: Wer passt zu wem, wie ist die Form? Und wir sind überzeugt von der Art und Weise, wie wir die Mannschaft schlussendlich zusammengestellt haben. Ob es dann wirklich so passt, wie wir uns das gedacht haben, werden wir erst Ende Februar herausfinden“, erklärte Christian Künast, Sport-Vorstand des DEB.
Bundestrainer Harold Kreis ergänzt dazu: „Es gab über eine längere Phase einen intensiven Austausch zwischen Christian und mir. Dadurch, dass wir Spieler aus Nordamerika haben, die zu unseren Top-6-Stürmern gehören, war für uns die Rollenverteilung ein zentrales Thema. Wir verfügen über acht potenzielle Mittelstürmer, und es ist uns wichtig, dass diese Position gut besetzt ist. Außerdem haben wir darauf geachtet, Spieler zu haben, die defensive Rollen übernehmen können und auf der kleinen Eisfläche die körperliche Robustheit gegen NHL-Spieler mitbringen.“
Klar ist allerdings auch, dass einige Spieler aus dem nun vorgestellten Kader aktuell noch verletzt sind – so wie Rieder, Wissmann, Kahun und Niederberger. „Es gibt einen intensiven Austausch mit den Spielern: Wie ist der Stand der Dinge, wie läuft die Reha, wann sind sie zurück im Line-up? Es gibt unterschiedliche Ausgangslagen – Rieder hat bereits 20 Spiele absolviert, Wissmann noch keines. Wir sind überzeugt, dass diese Spieler vor dem Trainingslager noch vier bis fünf Spiele bekommen. Kein Spieler wird dazustoßen, der noch eine Verletzung mitbringt“, so Kreis zu diesem Thema.
Julian Lutz und Maxi Szuber haben es nicht in den Olympia-Kader geschafft. „Wir waren auf unserer Amerikareise in Tucson und haben die beiden beobachtet. Wir fanden, dass Julian Lutz ein gutes Spiel gemacht hat, er aber noch nicht so weit für die Nationalmannschaft und die Olympischen Spiele ist. Bei Maksymilian Szuber war es keine einfache Entscheidung, aber wir finden, dass wir so die passendere – nicht bessere, sondern passendere – Mischung an Verteidigern haben“, erläuterte der Bundestrainer die Entscheidung.
Wer mit dem „C“ und beiden „A“ der Kapitäne in Italien aufs Eis gehen wird, wird erst vor Ort entschieden. Die Torhüterfrage wird auch erst vor Ort im Laufe des Turniers entschieden.
Angesichts der für eine DEB-Mannschaft außerordentlich hohe Anzahl an NHL-Spielern stellt sich die Frage, wie dieses Turnier einzuschätzen ist. „Es wird sicher in der Gegenwart das absolute Highlight sein“, sagt Kreis über das anstehende Olympia-Turnier. „Ich fühle mich sehr privilegiert, als Trainer an solch einem Turnier teilzunehmen. Für uns gilt es, den maximalen Erfolg aufs Eis zu bringen, wir werden hier aber kein offizielles Ziel aussprechen. Es geht darum, schnell zusammenzukommen und dann das Maximale herauszuholen.“
Einer der erfahrensten Spieler im Team ist Moritz Müller. Zu seiner Rolle in der Mannschaft sagt Kreis: „Er spielt eine gute Saison in Köln. Er ist ein Spieler, der die Nationalmannschaft über Jahre geprägt hat und immer dabei war. Beim Deutschland Cup in Landshut haben wir seine Qualitäten als Führungskraft an der Bande und in der Kabine erlebt. Vordergründig ist aber auch sein Spiel und sein Einsatz im Moment – dass er dabei eher eine defensive als eine offensive Rolle spielt, ergibt sich von selbst.“














