Ian McDonald bringt Selber Netzsch-Arena zum BebenSelber Wölfe besiegen Hannover Indians in der 79. Minute

Ian McDonald (rechts) erzielt den Siegtreffer für die Selber Wölfe gegen die Hannover Indians. (Foto: Selber Wölfe/Mario Wiedel)Ian McDonald (rechts) erzielt den Siegtreffer für die Selber Wölfe gegen die Hannover Indians. (Foto: Selber Wölfe/Mario Wiedel)
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Diesmal kamen die Niedersachsen besser ins Spiel und gingen in Führung, doch das Wolfsrudel blieb immer dran und hielt sich durch unbändigen Kampfeswillen im Spiel. Als gegen Ende der Verlängerung beide Mannschaften wirkten wie angeschlagene Boxer, nutzten Gare und McDonald eine Kontermöglichkeit eiskalt zum vielumjubelten Siegtreffer aus. Damit haben die Wölfe nun drei „Matchpucks“, um die Serie für sich zu entscheiden. Spiel drei findet am Dienstag, 19. März, um 19 Uhr am Pferdeturm in Hannover statt.

Eigentlich waren es die Wölfe, die gleich zu Spielbeginn das Heft in die Hand nahmen und sich mehr Chancen erarbeiteten. Doch die Indians waren – wie schon bei Spiel 1 – ein harter und aggressiver Gegner. Selbst in Unterzahl konzipierten sich Gare und Kolb Chancen, doch als die Wölfe selbst in Überzahl agieren konnten, waren es die Niedersachsen, die eine Unstimmigkeit zwischen Kolb und Deske eiskalt zur Führung ausnutzten. In der zehnten Spielminute konnte Deske mit einem „Monstersave“ seine Scharte wieder auswetzen und verhinderte einen höheren Rückstand. Kurz darauf markierte McDonald im zweiten Anlauf den Ausgleich für Selb. Nach einer Strafe gegen Böhringer zogen die Hannoveraner einmal mehr ihr bockstarkes Powerplay auf und hatten Erfolg: Weyrauch konnte zur abermaligen Führung für die Gäste einnetzen. Angetrieben von einem erstklassigen Publikum ließen sich die Wölfe nicht unterkriegen. Nach einer kurzen Drangphase der Indians war es Gare, der in Überzahl den Spielstand erneut ausgleichen konnte. Als Gollenbeck, ebenfalls bei zahlenmäßiger Überlegenheit, gar zur erstmaligen Führung in dieser Partie einschoss, glich die Netzsch-Arena einem Tollhaus. Doch die Indians beeindruckte weder Kulisse noch Rückstand: Eine Hinausstellung von Kremer nutzte Norris zum zwischenzeitlichen 3:3.

Die Hannover Indians drückten jetzt auf die Entscheidung, brachten neben ihrer spielerischen Klasse auch weiter viel Physis in die Partie. Doch das Rudel hielt mit Mann und Maus dagegen. Es war ein Kampf um jeden Zentimeter Eis. Und wieder sorgten die Special Teams für Bewegung auf der Anzeigetafel: Obwohl heftig auf Abseits reklamiert wurde, fand der Überzahltreffer von Norris Anerkennung. Die Gäste nun wieder in Führung. Doch die Indians hatten die Rechnung ohne die Wölfe gemacht. Gare sah den durchgestarteten McDonald, der im ersten Anlauf den Puck noch an den Pfosten hämmerte, den Nachschuss aber zum vielumjubelten 4:4 verwertete. Dies war auch der Spielstand nach 60 Minuten. Die Overtime musste also die Entscheidung bringen. Und hier hatten die Gäste deutlich mehr Spielanteile, ohne sich aber hochkarätige Chancen zu erspielen. Beide Teams wirkten mit zunehmender Spielzeit wie angeschlagene Boxer, hatten sie doch schon während der vorausgegangenen 60 Spielminuten alle Kraft auf dem Eis gelassen. Doch einem Duo wie Gare und McDonald reicht zur Not die eine Chance, die sich bietet, um so ein Spiel zu entscheiden.

Bei einer Kontersituation in der 79. Spielminute holten beide die letzten Körner aus dem Tank, Gare legte quer auf McDonald, der sich Beech im Indians-Tor ausguckte und unwiderstehlich den Puck zum Siegtreffer in die Maschen drosch. Nun gab es kein Halten mehr im Vorwerk: Die Fans auf den Rängen und die Spieler auf dem Eis lagen sich in den Armen und den Torschrei hat man wohl noch kilometerweit gehört.


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